Jahrgang 
1909
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stattet, so richteten die städtischen Behörden zunächst die Hälfte eines sechs Minuten von der Schule im freien Feld gelegenen Bauplatzes, den der Beamten-Wohnungs-Verein uns in dankenswerter Weise für diesen Zweck überließ, als Turnplatz her; eine zufällig dort vorhandene Bauhütte wurde in einen Geräteraum verwandelt, und so konnte unsere Jugend den Turnspielen eifrig obliegen. Da ferner die städtischen Behörden in voller Würdigung der weit tragenden Bedeutung der Jugendspiele die nötigen Mittel zu ihrer besseren Ausgestaltung zur Verfügung gestellt hatten, so konnten wir anstatt der bis- herigen zwei Abteilungen nunmehr fünf einrichten. Erfreulicher Weise unterstützten uns auch die Eltern in diesen Bestrebungen, indem nur sehr wenige die Befreiung ihrer Söhne vom Jugendspiel beantragten, und so können wir mit Befriedigung feststellen, daß aus den Unterklassen fast alle Schüler, aus den mittleren und oberen die meisten regelmäßig an den Spielen teilnahmen. Nachdem nun neuerdings die Stadt den großen Bauplatz angekauft er soll in einigen Jahren für einen Volksschulbau verwendet werden und ganz als Spiel- und Turnplatz hergerichtet hat, hoffen wir auf dem nun einmal betretenen Wege noch weiter fortschreiten und so unserer Jugend das unbedingt notwendige Gegengewicht gegen die reichliche Sitzarbeit in recht ausgiebigem Maße und in zweckentsprechender Form bieten zu können. Den städtischen Behörden aber, die uns in diesen Bestrebungen so nachdrücklich unterstützten, gebührt unser wärmster Dank dafür.

Beim Schulschluß vor den Sommerferien, am 17. Juli, konnten zum zweitenmale die Gustav Freytag-Preise verteilt werden(s. den vorigen Jahresbericht, Seite 31), und zwar erhielten folgende Schüler je ein Werk des Dichters: Krämer, Lenhardt, Wortmann und Zinßer UI, Sartorius O Ila, Sulzberger OIIb, Wirth U IIa, Bilse U IIb.

Nach dem schönen Verlauf der vorjährigen Sedanfeier konnte es nicht zweifel- haft sein, daß wir auch diesesmal den Tag in derselben Weise durch eine Turnfeier begehen würden. Trotz des mehr als unsicheren Wetters zogen wir früh um 8 Uhr von der Schule aus nach dem Festplatz unter den Eichen, diesesmal mit klingendem Spiel, das die unter der Leitung des Oberlehrers Jäckel vortrefflich eingeübten Trommler und Pfeifer Schüler der Mittel- und Unterklassen ausführten. Auf ein frisches Lied des Chors folgte ein von den Klassen O III und IV ausgeführter Aufmarsch, dem sich Stabübungen unter der Leitung des Oberlehrers Jäckel mit Musikbegleitung durch die Trommler und Pfeifer anschlossen, darauf sehr ansprechende Freiübungen der U III unter der Leitung des Turnlehrers Maurer. Dann verteilten sich die einzelnen Klassen unter der Führung ihrer Lehrer zu fröhlichen Spielen, während der besten Turner jeder Ab- teilung einen Dreikampf in Weitsprung, Kugelstoß und Wettlauf ausfochten. Dem Eifer der Spielenden tat der zeitweilig einsetzende Regen keinen Abbruch, glücklicherweise jedoch klärte sich das Wetter bald auf, sodaß das Schlagballwettspiel zwischen O II und UIII stattfinden konnte, das nach sehr anregendem Verlauf mit dem Siege der ersteren endete. Als um 11 Uhr sich die ganze Schule wieder versammelte, brach die Sonne sieg- reich durch die Wolken; nach einem vaterländischen Lied des Chors hielt der Direktor eine Ansprache, in der er die Bedeutung der Leibesübungen für die Jugend hervorhob. Zum Schluß machte er die Sieger im Wetturnen bekannt und überreichte ihnen den Turner- preis einen Eichenkranz; es waren: in U III Hartmann, OIII Neumann, UII Wild, OII Tesch, UI Wengenroth. Letzterer erhielt außerdem ein von der Behörde überwiesenes Geschenk, die Geschichte des preußischen Staates von Berner. Der Preis