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maligen“, vor allem der köstliche Marsch und die herzliche Bitte der Kleinen um cbenfalls liebevolle künftige Aufnahme in der Schule. Nicht ohne Mühe mag die Eindtudierung gewesen sein; es sei den Müttern sowie der Kindergärtnerin Fräulein Alice Auerbach hier noch einmal herzlich gedankt. Sehr passend schloß sich hier die Rezitation von Fräulein Hertha Schneider: „Junge und Alte“, gediegen vorgetragen an. Erfrischend klang das Duett aus„Freischütz“:„Schelm, halt fest“ von den sym- pathischen Stimmen von Fräulein Luise Hertel und Fräulein Hilde Müller. Als Instrumentalmusik folgte ein Nocturno von Field, wieder gespielt von Musiklehrer Knöner, Fräulein L. Knöner und Fräulein G. Zeidler. Nach den mit gutem Aus- drudk vorgebrachten volkstümlichen Duetten:„In einem kühlen Grunde“ und„Am Brunnen vor dem Tore“ von Fräulein Liesel Anacker und Frau Seibert-Meis und dem Chor„Harmonie“ von Oehlschläger schloß ein gemeinsamer Gesang den ergten Teil der Feier. Eine gemütliche Teeéstunde vereinte dann die Teilnehmer im oberen reizend dekorierten Turnsaal. Hierbei wurden die Grüße der in der Ferne Weilenden vorgelesen. Von der Herausgabe einer Festzeitung wurde berichter und um Mitarbeit an dem künſftig alljährlich erscheinenden„Jahresheft der Ehemaligen“ gebeten. Die nächste Zusammenkunft sämtlicher„Ehemaligen“ soll mit der Jubiläumsfeier der Anctalt im Jahre 1932, in der sie auf ein 25-—jähriges Bedtehen zurück- blicken kann, verbunden werden. Hoffentlich wird die so schön verlaufene Wiedersehensfeier vom Sonntag dazu beitragen, daß die einzelnen Jahrgänge wieder in engere Fühlungnahme treten und sich öfters zu Klassentagen versammeln.
Die Feier fand einen schönen Nachhall in einer ansehnlichen Festzeitung, die teils heitere, teils ernste Beiträge von ehemaligen Schülerinnen und eine Darlegung der Geschichte der Anstalt aus der Feder ihres ersten Direktors bietet. Auf ihre äußere Ausstattung ist viel Wert gelegt. Die schöne
Schrift ist noch in einigen Exemplaren zum Preise von 1 Mk. im Vorzimmer des Direktors zu haben.
14. In dem evangelischen Keligionsunterricht wurde in den Stunden vor dem Sonntag Epi- phanias des kostbaren Besitzes gedacht, den Luther vor 400 Jahren dem deutschen Volke mit seinem Katechismus geschenkt hat.
15. Des 200. Geburtstages Lessings am 22. Januar 1929 wurde in den Deutschstunden in den einzelnen Klassen Erwähnung getan. Die vom Wiesbadener Volksbildungsverein veranstaltete „Lessing-Feier“ im Paulinenschlößchen mit einer Festrede des Frankfurter Universitätsprofessors Dr. Schultz war unseren Schülerinnen zu einem geringen Eintrittspreise zugänglich.
16. Infolge der überaus grimmigen Kälte in den ersten Wochen des neuen Jahres wurde der Unterricht vom 16. bis 19. Februar 1929 um eine Stunde gekürzt und begann statt um 8 Uhr erst um 9 Uhr. Die in Wiesbaden wie in anderen Städten eintretende Kohlenknappheit und die durch die außerordentliche Kälte sehr begünstigte Grippe zwangen den Magistrat, sämtliche städtischen Schulen vom 20. Februar bis 2. März 1929 zu schließen.
17. Weil die Aula infolge Instandsetzungsarbeiten nicht zur Verfügung stand, konnte die seit Jahren an unserer Anstalt eingeführte gemeinsame Trauerfeier für unsere Gefallenen an dem Vor- tage des Volkstrauertages nicht abgehalten werden. Dafür wurde von den Klassenleitern in den ein- zelnen Klassen auf das große Opfer hingewiesen, das die Gefallenen dem Vaterlande gebracht hätten. Auf Anregung von Herrn Studienrat Dr. Kaßbach veranstalteten die Schülerinnen eine Sammlung für den Bezirksverband Nassau des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Der schöne Betrag von 173,20 Mk., der sich dabei ergab, wurde dem Bezirksverband für seinen Patenfriedhof Roye- St. Gilles überwiesen.
18. Der Schluß des Schuljahres ist für den 27. März festgesetzt. In der dritten Unterrichts- stunde sollen die Schülerinnen die Zeugnisse und diesen Jahresbericht erhalten und alsdann in die Ferien entlassen werden. Die übliche Schlußfeier mußs in diesem Jahre ausfallen, weil die Aula aus dem schon oben erwähnten Grunde zur Zeit nicht benutzt werden kann.
VIII. Aus wichtigen Verfügungen der Behörden.
1. Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 5. Juni 1928: Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat die Reifezeugnisse der preußischen Ober- lyzeen nach den Richtlinien vom 21. März 1923(also auch unseres Oberlyzeums) für die Zulassung zum Studium an den bayerischen Hochschulen als gleichwertig mit den Reifezeugnissen einer neun- stufigen höheren Lehranstalt allgemein anerkannt.
2. Erlaß des Ministers vom 20. September 1928: Das mit Runderlaß vom 12. März 1924 erlassene allgemeine Verbot der Erteilung von Privatunterricht und des Haltens von Pensionären durch vollbesoldete Leiter(Leiterinnen) und Lehrer(Lehrerinnen) an öffentlichen höheren Schulen gegen Entgelt irgendwelcher Art hebe ich hierdurch auf.


