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waldete Hochfläche des Hunsrücks hinweg nach Büchenbeuren. Am nächsten Tage bestiegen wir den Idarkopf, einen der höchsten Gipfel des Gebirges. Dann wanderten wir zum Teil auf alter Römer- straße und durch das tiefeingeschnittene, schluchtartige Tiefenbachtal zur Mosel, die wir bei Bernkastel- Trier erreichten. Der dritte Tag sollte der Erholung dienen. Nach erfrischendem Bade in der Mosel unternahmen wir eine Dampferfahrt flußabwärts bis Pünderich. Wir stiegen von dort zur Marienburg empor, um von der Höhe die große Moselschleife zu betrachten. Von Bullay brachte uns die Bahn nach Bernkastel-Trier zurück. Der letzte Tag war der Besichtigung Triers gewidmet. Wir bewun- derten die gewaltigen Ueberreste aus der Römerzeit: die Porta Nigra, die Kaiserthermen, die Arena, die Römerbrücke, wir besuchten aber auch die Kirchen aus dem frühen Mittelalter, die Basilika, den
Dom und die Liebfrauenkirche. Am Abend desselben Tages langten wir wohlbehalſten wieder in Wiesbaden an.“
Unter Führung von Fräulein Studienrat Walther und Fräulein Lyzealoberlehrerin Faust unternahm die OIl mit 30 Schülerinnen vom 7. bis 9. September 1928 eine dreitägige Studienfahrt nach Nürnberg. Vorbereitet wurde die Fahrt in den Zeichenstunden durch Kunstbetrachtungen an Hand von Lichtbildern. Die Fahrt wurde nach folgendem Plan ausgeführt:
1. Tag, vormittags: Reise Wiesbaden-Nürnberg von 6.07 bis 13.12 Uhr, B. P. 4. Klassc. Nachmittags: Gang durch die Stadt. Besichtigung der Lorenzkirche, des Dürerhauses, der Burg, Blick über die Stadt und deren landschaftliche Umgebung, Gang an der äußeren und inneren Stadtmauer entlang.
2. Tag, vormittags: Dürer-Ausstellung. Nachmittags: Fortsetzung des Rundganges durch die Stadt. Marktplatz mit Brunnen, Frauenkirche, alte Stadtteile an der Pegnitz, Hans Sachs-Haus, Pellerhaus usw. Aufführung des Büttnertanzes. Besichtigung der Sebalduskirche(Sebaldusgrab).
3. Tag, vormittags: Besuch des Gottesdienstes. Dürer-Ausstellung, Germanisches Museum. Nachmittags: Rückreise ab Nürnberg 15,20 Uhr, an Wiesbaden 21,52 Uhr.
Die Schülerinnen zeigten großes Interesse. Der Besuch der Dürer-Ausstellung gestaltete sich wohl für viele zu einem Erlebnis. Im Germanischen Museum konnten leider aus Mangel an Zeit nur einige Räume eingehend besichtigt werden. Das Fremdenheim, das für die Zeit der Dürer-Aus- stellung von der Stadt Nürnberg eingerichtet war, bot gute Unterkunft. Die Mahlzeiten nahmen die Teilnehmerinnen der Fahrt, soweit sie sich nicht selbst verköstigten, einmal im Gasthaus zum weißen Löwen und im Stadtjugendhaus Krone ein.
An der Herbstfahrt der Unterprima nahmen 14 Schülerinnen unter Führung von Fräulein
Studienrat Dr. Arens und Fräulein Oberschullehrerin Idelberger teil. Die Fahrt erstreckte sich auf 8 drei Tage(28. September bis 1. Oktober 1928). Es wurde daraus des ungünstigen Wetters wegen tatsächlich eher eine„Fahrt“ als eine Wanderung, wie vorgesehen war. Aber trotzdem bot sie doch des Schönen und Anregenden genug. Der Dom in Limburg, die älteste Kirche Nassaus, Dietkirchen, Schloß Weilburg, Braunfels, der Dom und die übrigen Sehenswürdigkeiten Wetzlars, alles redete ein- .. 85 2. 8. 8 5.. dringlich von der großen Vergangenheit unseres engeren Heimatlandes. Uebernachtet wurde in Weil- 8 8 Sans 5 8 1
burg und Wetzlar in den Jugendherbergen, die beide durchaus zu empfehlen sind.
Die Pfingstwanderung der Wandergruppe, die Studienfahrt der Obersekunda nach Nürnberg und die Herbstfahrt der Unterprima wurden durch namhaſte Zuwendungen aus den Mitteln des Mi- nisteriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und des Ministeriums für Volkswohlfahrt ermöglicht.
Im Berichtsjahre erwarb die Schulè die Mitgliedschaft beim Reichsverband DeutscherJugendherbergen.
Schulärztliche Beaufsichtigung, Gesundheitszustand der Schülerinnen und Unfallversicherung.
Die schulärztliche Versorgung, die der Magistrat der Stadt Wiesbaden schon Seit Jahren für seine Schulen eingeführt hat, wurde am Oberlyzeum in den beiden letzten jahren im Nebenamt von Fräulein Dr. med. Hofferbert ausgeübt. Mit Einführung der hauptamtlichen Versorgung seit Beginn des neuen Schuljahres schied Fräulein Dr. Hofferbert aus ihrer schulärztlichen Tätigkeit an unserer Schule aus, die sie zum Segen unserer Schülerinnen mit großer Sorgfalt und Treue verrichtet hat. Im Laufe des Berichtsjahres trat an ihre Stelle als hauptamtliche Stadtschulärztin Fräulein Dr. med. Beintker. Für alle Eltern und für alle Schülerinnen, für die nach Ansicht ihrer Eltern oder Lehrer eine schulärztliche Untersuchung als notwendig sich erwies, war die Schulärztin in der schulärztlichen Untersuchungs- und Elternberatungs-Stelle, Dotzheimerstraße 3, an vier Wochentagen nachmittags von


