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Her Zeichenlehrer Jäckel setzte seine kunstgeschichlichen Führungen fort. Herr Studien- rat Dr. Manns besuchte mit den Schülern der Quarta und Uatertertia wiederholt das hiesige historische Museum. Herr Studienrat Dr. Menz besuchte das naturhistorische Museum in Mainz am 28. Mai 1928 mit der Unterprima, am 18. Juni 1928 mit der Untersekunda unter persönlicher Führung des Herrn Museumsdirektor Prof. Dr. Schmidtgen. Am 26. Juni 1928 besichtige die Untertertia unter Führung ihres Klassenleiters Herrn Studienrat Zahn den zoologischen Garten in Frankfurt a. M. Am 22. Juni 1928 besuchte Herr Studienrat Dr. Stein- gräber mit Schülern der Oberklassen die Reparaturwerkstätte der Eisenbahndirektion Mainz. Am 7. März 1929 hielt Herr Facharzt Dr. Weiss im Hörsaal des Museums für die Abiturienten der Wiesbadener höheren Schulen einen Vortrag über die Gefahren des Sexuallebens, dem unsere Abiturienten vollzählig beiwohnten. Vom 12. bis 15. Oktober 1928 fand eine Zeichen- ausstellung statt. Herr Zeichenlehrer Jäckel eröffnete sie mit einem erläuternden Vortrag. Die Ausstellung war nach Stoffgebieten geordnet und sollte die Entwicklung des künstlerischen Könnens im Laufe der Schuljahre darstellen. Im Rahmen der Ausstellung hatte Herr Kunst- schüler Krum, ein ehemaliger Schüler unserer Anstalt, eine Sonderschau„Der Steindruck“ veranstaltet. Im Anschluß hieran hielt er einen Lichtbildervortrag über Geschichte und Technik des Steindrucks. Die Zeichenausstellung wurde von Eltern, Schülern und Freunden der Anstalt erfreulich stark besucht und allgemein als wohlgelungen anerkannt.
Gesundheitszustand.
Das Lehrerkollegium blieb von ernsteren Erkrankungen verschont. Notwendig werdende kürzere Vertretungen konnten vom Lehrkörper selbst gestellt werden. Auch der Gesundheits- zustand der Schüler war bis Weihnachten normal. Im Februar 1929 machte sich aber die all- gemein herrschende Grippe-Epidemie auch unter unseren Schülern fühlbar, wenn auch schwerere Fälle nur vereinzelt auftraten. Mit Rücksicht auf die Grippegefahr und die drohende Kohlennot mußte die Schule 4 Tage hindurch, vom 20. bis 23. Februar, geschlossen werden.
Prüfungen und Besichtigungen. Am 19. Oktober besuchte der Anstaltsdezernent, Herr Oberschulrat Prof. Dr. Zühlke,
den Unterricht in mehreren Klassen.
Die Reifeprüfung begann am 18, September 1928 mit einer Prüfung in den leichtathletischen UÜbungen. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten wurden in der Zeit vom 31. Januar bis 4. Feb- ruar 1929 geschrieben. Die Turnreifeprüfung fand am 28, Februar 1929 und die mündliche Prüfung am 1. und 2. März unter Vorsitz des Direktors statt. Sämtliche 17 Prüflinge bestanden, 5 Prüflinge erhielten das Prädikat:„Gut bestanden.“
Feiern.
Am 18. April 1928 begannen wir das Schuljahr mit einer kurzen Feier, bei der der an unsere Anstalt berufene Studienrat Herr Dr. Schwarte eingeführt wurde.
Die Verfassungsfeier begingen wir in diesem Jahre am letzten Tage vor den Sommerferien, am 19. Juli 1928. Herr Studienrat Dr. Menz hielt die Festrede, in der er auch des 150. Geburtstages des Turnvaters Ludwig Jahn gedachte. Deklamationen und Chorgesänge rahmten die Feier ein, die mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes geschlossen wurde.
Am 31. Oktober 1928 wohnten, wie üblich, die evangelischen Schüler dem Reforma- tionsgottesdienst in der Marktkirche bei.
Am 7. November 1928 erinnerten wir die Schüler an die Bedeutung der gelungenen Amerika-Fahrt des Zeppelin-Luftschiffes L. Z. 127. Herr Studienrat Zahn sprach über die Geschichte und Bedeutung der Zeppelin-Luftschiffe.
Am 19. November feierten wir den 100 jährigen Todestag Franz Schuberts mit einem Konzert. Oberprimaner Tennstedt sprach über das Werk des großen Tonkünstlers.
Unsern diesjährigen Elternabend hielten wir am 1. Dezember 1928 im Saal der Ka- sino-Gesellschaft in dem gewohnten Rahmen. Großer und kleiner Saal waren von Eltern, frü- heren Schülern und Freunden der Anstalt dicht besetzt. Die große Besucherzahl, welche die der vergangenen Jahre noch übertraf, dürfen wir schon als sichere Tradition bezeichnen., Auch


