Jahrgang 
1929
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in diesem Jahre ernteten Chor und Einzeldarbietungen der Schüler starken Beifall. Ebenso fanden die Leistungen einer Barrenriege verdiente Anerkennung. Ein übermütiges Kasperle- Spiel der Tertianer, das Herr Studienreferendar Dr. Schrank ceingeübt hatte, hatte großen Erfolg. Die Dekorationen, die unter Leitung von Herrn Zeichenlehrer Jäckel von den Schülern selbst angefertigt waren, wurden mit Recht bewundert. Wie früher schlossen wir an den Eltern- abend ein zwangloses geselliges Zusammensein an. Trotz des niedrigen Eintrittspreises von 50 Pfg. konnten wir nicht nur die erheblichen Kosten decken, sondern erzielten auch noch einen stattlichen Überschuß zu Gunsten unserer Lehrmittelsammlungen. Hierzu hatte das Er- gebnis einer Verlosung wesentlich beigetragen, zu der uns von Eltern und Freunden sehr reiche Gaben zugeflossen waren.

Am 20. Januar 1929 begingen wir den 200 jährigen Geburtstag Lessings mit einer von Musik und Deklamationen belebten Feier. Herr Studienrat Bauer hielt die Gedenkrede.

Am 27. März 1929 schlossen wir das Schuljahr mit einem kurzen Festakt. Der Direktor entließ die Abiturienten mit einer Rede. Oberprimaner von Hartlieb sprach im Namen seiner Kameraden.

VII. Aus den Verfügungen der Behörden.

1. Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums in Kassel vom 17. März 1928: Studienrat Dr. Schwarte wird an das Staatl. Realgymnasium in Wiesbaden versetzt.

2. Verfügung des P. S. K. vom 15. Mai 1927: Einführung von Lyon-Scheel, Deut- sche Sprachlehre genehmigt.

3. Verfügung des P. S. K. vom 22. Mai 1927: Studienrefrendar Dr. Schrank wird der

Anstalt zur Ableistung des ersten Vorbereitungsjahres überwiesen.

5. Verfügung des P. S. K, vvm 20. Dezember 1928: Geschwisterermäßigungen des Schulgeldes sind abzulehnen, beim Uberschreiten des Einkommens, das dem der letzten Stufe der Besoldungsgruppe A la gleichkommt.

6. Verfügung des P. S. K. vom 12. November 1928: Für die Beschaffung neuer Zei- chentische werden 760 RM. bereitgestellt.

7. Verfügung des P. S. K. vom 23. Februar 1929: Einführung von Etudes françaises genehmigt.

8. Verfügung des P. S. K, vom 5. März 1929: Einführung von Bonvetsch-Kania, Geschichtliches Unterrichtswerk für die Oberstufe und Wütschke, Unsere Erde genehmigt.

9. Ministerial-Erlaß vom 22. Januar 1929: Am 1. Mai 1929 werden in die bereits beste- henden Pädagogischen Akademien je 50 Studenten aufgenommen, und zwar in El- bing und Kiel zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und-ehrerinnen, in Bonn zur Aus- bildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt a. M. zur Ausbildung von Volksschullehrern und lehrerinnen. Ferner wird beabsichtigt, zum gleichen Zeitpunkte neue Pädagogische Aka- demien zur Ausbildung evangelischer Volksschullehrer und-lehrerinnen in Breslau, Erfurt, Han- nover und Dortmund zu eröffnen und dort ebenfalls je 50 Studierende aufzunehmen. Wegen des noch vorhandenen Überflusses an evangelischen Schulamtsbewerberinnen werden jedoch zu den Akademien in Erfurt und Hannover vorläufig nur männliche Studierende zugelassen.

Mit Rücksicht auf die besonders große Zahl noch unbeschäftigter katholischer Schulamts- bewerberinnen werden katholische Abiturientinnen bis auf weiteres in keine Pädagogische Aka- demie aufgenommen.

Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter besonderen Voraussetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Akademien zu beantragen sind. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne und weitere Auskünfte sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien erbältllich. Näheres ist auch zu er- sehen aus dem Merkblatt für Berufsberatung B 4:Der Volksschullehrer von Akademiedirektor