Jahrgang 
1915
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III. Zur Geschichte der Sschule.

Das Lehrerkollegium bestand einschließslich des Direéektors und des katholischen Religionslehrers, der zugleich am Kgl. Gymnasium unterrichtet, aus 17 Hierren. Von den Kandidaten des vergangenen Jahres verblieben an der Schule zur Beschäftigung als wissen- schaftliche kiilfslehrer Dr. Menz und Ortmann, von denen der erste zu einer Vertretung dem Lyzeumell in Wiesbaden und darauf dem Realgymnasium in Biebrich überwiesen wurde. Bei Kriegsanfang fanden beide Herren Beschäftigung am Lyzeum l. An das Kgl. Gymnasium zu Hanau wurde zu Beginn des Schuljahres der Oberlehrer Professor Rosenkötter versetzt. Er war seit dem Jahre 1883 an der Schule tätig und hat während dieser langen Zeit seine ganze Kraft in den Dienst des Unterrichts und der Erziehung der Jugend gestellt, wofür ihm an dieser Stelle der Dank der Schule ausgesprochen sei. An seine Stelle trat der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Heiler, der im Hierbst an das Gymnasium in Limburg versetzt wurde, und an dessen Stelle der wissenschaftliche Hilfslehrer Hartstein, der dann, mit Gültigkeit vom 1. Oktober 1914 an, zum Kgl. Oberlehrer ernannt wurde.*)

*) Rudolf fHartstein, geboren am 16. Febr. 1862 zu Wesel a. Rhein, kathol. Konfession, besuchte vom Herbst 1872 ab das Gymnasium zu Mülhausen i. E. und von Herbst 1879 ab das Kaiserl. Lyzeum zu Colmar i E, an dem er sich im Juli 1881 das Reifezeugnis erwarb. Er studierte an den Universitäten Straßburg, Basel, München, Leipzig, fialle, Berlin und wiederum Leipzig klassische und moderne Philologie, Germanistik, Geschichte und Geographie, die Rechte und die Staats- und Handelswissenschaften.

Die Befähigung als Turnlehrer ward ihm von der Königl. Zentralturnlehrerbildungsanstalt in München zugesprochen. Das Zeugnis als Spielleiter erhielt er an der Königl. Purnlehrerbildungsanstalt in Berlin Die Lehrbefähigung als Handarbeitslehrer erwarbd er an der Deutschen Lehrerbildungsanstalt für Knabenhandarbeit in Leipzig. Ebenda bestand er das Examen pro cand. paedag. vor der Königl. Pädagog. Prüfungskommission und war hernach im sächsischen Realschuldienste tätig. Das Examen pro fac. docendi legte er ebenfalls in Leipzig vor der König! Wissenschaftl. Prüfungskommission ab, worauf er an verschiedenen Schulen des In- und Auslandes beschäftigt war. Zuletat leitete er die Realschule i E. zu Rödelheim.

Im Jahre 1900 trat er in den Königl. Preußischen Schuldienst und war Probekandidat am Lessing Gymnasium zu Frankfurt a. M und an der Oberrealschule in Fulda, an der er nach erlangter Anstellungs- fähigkeit noch 2 Jahre als Hilfslehrer tätig war. Etwas über 2 Jahre war er sodann Riilfslehrer am Gymnasium nebst Realprogymnasium in Limburg a. d. L. Herbst 1914 ward er als Oberlehrer am hiesigen Königl. Realgymnasium angestellt.

Seiner Militärpflicht genügte er vom 1. April 1882 bis ebendahin 1883; am 22. März 1883 erhielt er die Qualifikation zum Reserveoffizier.

Im Druck erschienen von ihm im Philologus, Bd 46 ff.:«Uber die Abfassungszeit der Geschichten des Polybios»,«Odyssee XXI 288 ff.,«Odyssee XX 230 ff.»,«Odyssee IV 481 ff.»,«zu Telemachs Reise- bericht(Od. XVII 107 4)»,«Noch einmal über die Abfassungszeit der Geschichten des Polybios»; im Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, Jahrg. 28 ff.:«Herbarts Schemata zu Vorlesungen über Pädagogik in Göttingen»,«lnedita Herbartiana l u. Il»; in der Monatsschrift für das Turnwesen, Jahrg 16 ff.:«Friedr. Ludwig Jahns Staatsexamen, u. a. m. Mit Herrn Schulrat Prof Dr. Euler zusammen gab er heraus:«Hans Ferdinand Maßmann, sein Leben, seine Turn- und Vaterlandslieder». Außerdem lieferte er Beiträge zur«Zeitschrift für Turnen und Jugendspiel», zu«Körper und Geist», zu den«Blättern für Knabenhandarbeit», der Zeitschrift«Le travail manuel scolaires, zu den«Lehrproben und Lehrgängens u a m Zuletzt veröffentlichte er«Die Winke zur Verhütung von Unglücksfällen beim Schulturnen», Rödelheim 1900.