Jahrgang 
1913
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr begann am 15. April 1912, es endet am 19. März 1913. Die Ferien hatten die vorgeschriebene Dauer. Der Hitze wegen mulste der Unterricht Ende Juni und Mitte Juli wiederholt, im ganzen 9 mal, vom Schluls der 4. Unterrichtsstunde an oder nach- mittags ausgesetzt werden. Im Januar war ein eisfreier Nachmittag.

Die vaterländischen Gedenktage wurden festlich begangen. Für den Sedantag waren Turnspiele und Wettkämpfe auf dem Exerzierplatz an der Schiersteiner Straſse, den das Garnison-Kommando in zuvorkommender Weise zur Verfügung gestellt hatte, vorbereitet. Sie mussten des anhaltenden Regens wegen abgesagt werden. Dafür wurden die Schüler in den einzelnen Klassen durch ihre Klassenleiter auf die Bedeutung des Tages hingewiesen: im Anschluſs hieran turnten die Oberklassen in der Turnhalle und führten zur Freude der Zuschauer sehr gute Leistungen vor. Die Feier des Geburtstags Seiner Majestät des Kaisers und Königs fand wie herkömmlich in der Turnhalle in der Luisenstralse 35 statt. Vorträge des Chores wechselten mit Gedichtvorträgen durch Schüler der unteren und mittleren Klassen; die Feier schloss mit der Festrede des Herrn Prof. Dr. Ruppel, die von dem Feldmarschall Blücher handelte. An den übrigen vaterländischen Gedenktagen wurden die Schüler durch kurze Ansprachen ihrer Klassenleiter oder Geschichtslehrer an die Münner und Taten der Vergangenheit erinnert; am 10. März fiel der Unterricht aus, in der Aula sprach pei der Schulfeier Herr Prof. Steuping über die Bedeutung des Tages, nachdem die Schüler Gesänge und Gedichte vorgetragen hatten.

Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums erfuhr nur geringe Anderungen. Herr Kandidat Franz Knorr wurde Ostern 1912 nach beendetem Propejahr dem Wöhlerreal- gymnasium in Frankfurt a. M. überwiesen. Herr Hilfslehrer Jakob Kneip ging nach Beendigung seiner hiesigen Aufgabe an das Gymnasium zu Hadamar. Zur Ableistung ihrer Probejahre traten Ostern 1912 in den Lehrkörper ein die Kandidaten Herr Erust Sang- meister und Herr Dr. Ernst Albert; dieser war gleichzeitig als Hilfslehrer am hiesigen Lyceum I tätig. Am 1. Oktober 1912 peendete Herr Dr. Max Krämer sein Probejahr. blieb aber an der Anstalt als wissenschaftlicher Hilfslehrer.

Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war im ganzen gut. Im Sommer 1912 sah sich Herr Prof. Leifs genötigt, zur Kräftigung seiner Gesundheit Urlaub zu erbitten. Seine Vertretung für die Urlaubszeit vom 15. Juni bis zum 5. Oktober wurde den Kandidaten Herrn Dr. Max Krümer und Herrn Ernst Sangmeister übertragen. Vorübergehende Vertretungen einzelner Kollegen wurden durch das Lehrerkollegium gedeckt. Der Ge-