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hier gerne anerkennend hervorhebe. Dafür wurde im Kaiserhof zu Biebrich dann noch ein Stündchen zur gemütlichen Unterhaltung für die Eltern und Schüler zugesetzt. Möge der Turnverein auch ferner blühen und gedeihen!
Der Sedantag sollte ursprünglich mit Ausflügen der einzelnen Klassen in die schöne Umgebung Wiesbadens gefeiert werden, doch war das Wetter anhaltend so regnerisch, dals wir von unserem Vorhaben abstanden und dafür eine Schulfeier mit Gesang und einer Rede des Herrn Prof. Hartwig über die Schlacht im Teutoburger Walde veranstalteten.
Damit die Schüler indessen nicht zu kurz kämen, wurde der erste schöne Tag(9. September) benutzt, um die ausgefallenen Ausflüge nachzuholen. Während die unteren Klassen sich mehr in der Nähe von Wiesbaden hielten. gingen die oberen zum Feldberg mit der Saalburg, oder zur Schaumburg mit Limburg. zur Hallgarter Zange mit Umgebung oder nach Kreuznach mit Ebernburg, Prof. Hartwig sogar mit seiner O II, der sich die UII anschloſs, über die Berg- straſse zum Felsberg, Felsenmeer u. s. w., gewils recht tüchtige Leistungen. Der Unterzeichnete machte am 7. und 8. September mit 8 Schülern der OI eine Fahrt über Andernach und Niedermendig zum Laachersee und durch das Brohltal wieder zurück. Andernach mit seinem schönen Dom und den ehrwürdigen Ruinen, Niedermendig mit seinen Lavabrüchen und Kellern, Marialaach mit Kirche und Kloster, dessen Besichtigung unter Führung des Paters Willibrord gern gestattet wurde, dann die herrliche Fahrt auf dem See pei Sonnenuntergang u. s. W., das alles wird uns unvergelslich sein, zumal Wetter und Stimmung ausgezeichnet waren und die Verpflegung(Dahmen in Audernach und Hôtel Laacher Sce) allenthalben bei sehr mäſsigen Preisen nichts zu wünschen übrig lieſs. Die zufällige Teilnahme an dem grolsen Rheinischen Manöver bei Niedermendig, wo wir zum erstenmal das Knattern der Maschinengewehre hörten und das Aufeinanderprallen gedehnter Schlachtlinien beobachteten, war für uns alle eine äulserst interessante Beigabe, die den mehrstündigen Marsch durch das hügelige Manöver- gelände reichlich lohnte.
Auch der Verein„Wandervogel“, der durch den ehemaligen Abiturienten jetzigen stud. ing. Göbels vor zwei Jahren pei uns eingeführt wurde und noch heute in den Ferien von ihm begleitet wird, hat sich in diesem Jahr trefflich bewährt. Vor mir liegen die kurzen Berichte von jedem Monate des Jahres 1909/1910, wonach etwa 33 Fahrten meist an Sonn- tagen mit einer Beteiligung von durchschnittlich 9 Schülern aus allen hiesigen höh. Schulen unter selbst gewählten, aber abwechselnden Führern unternommen wurden, denen auch alle Vorbereitungen namentlich der Nachtquartiere bei längeren Fahrten oblag. Die Kosten der Tagesfahrten schwankten zwischen 50— 100 Pfg.; auch die Tageskosten der mehrtägigen Fahrten petrugen nicht mehr als 1 bis 1.50 M. Die längste Wanderung. die Schwarzwald- fahrt, dauerte 20 Tage:„Sie war wunderschön“ und auch das Wetter ziemlich gut. An- strengende Märsche wurden nicht unternommen(durchschnittlich 20 km in 78tündiger Wanderung, da ja auch abgekocht. gespielt und gebadet wurde),„kam doch alles wohl und gesund wieder in Wiesbaden an, so daſs trotz der ab und zu etwas schweren Rucksäcke bei den meisten Teilnehmern eine Körpergewichtszunahme bis zu S Pfund festgestellt werden konnte“.(Wandervogel.)
Es ist hier nicht der Platz, auf den Segen und die Freude solcher jahraus, jahrein, auch im Winter fortgesetzten tüchtigen Märsche einzugehen. Für den aber, der zu lesen versteht, möge nur noch der„Ausrüstungszettel“ angeführt werden wie folgt. Ausrüstezettel:


