Jahrgang 
1910
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr wurde in der üblichen Weise am 19. April eröffnet.

Durch Verfügung vom 13. April 1909, S. 5067, wurde der Kandidat des höheren Schul- amts Herr Sinning zur kommissarischen Verwaltung einer Oberlehrerstelle an das Kaiser Friedrich- Gennasſum zu Frankfurt a. M. überwiesen. Desgl. der Kandidat Herr Wagner durch Verfügung vom 14. April 1909. S. 5106. zur Vertretung eines Oberlehrers an das Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur und Herr Kandidat Dr. Eymer zur Aushülfe an das hiesige humanistische Gymnasium(Verfügung vom 15. April 1909, S. 5128).

Herr Dr. Stalmann, der dem Kgl. Realgymnasium durch X Verfügung vom 8. April 1909, S. 3256, zur Ableistung seines Probejahres überwiesen war, konnte nur in 4 Stunden beschäktigt werden, da er zuglecht als Hilfslehrer bei der hiesigen höheren Töchterschule tätig sein mulgte; durch Verfügung vom 7. Oktober 1909, S. 12741, wurde er der Oberréealschule II hierselbst überwiesen. An seine Stelle trat von Michaelis a9 der Probekandidat Herr Wickensack; (Verfügung vom 6. Oktober 1909, S. 12633.)

Herr Zeichenlehrer Braband plieb noch länger zu seiner weiteren Ausbildung an der Malerakademie zu Düsseldorf beurlaubt und wurde bis Michaelis von Herrn Zeichenlehrer Schild und von da ab bis auf weiteres von Herrn Zeichenlehrer Clausen vertreten(Ver- fügung vom 4. September 1909, S. 9487).

Herr Oberlehrer Bierschenck war so weit wieder hergestellt, daſs er von Ostern ab seinen Dienst zum grolsen Teil, von Michaelis ab aber wieder ganz versehen konnte.

Da wir zudem von Krankheiten im Lehrerkollegium fast ganz verschont blieben, konnte der Unterricht mit geringen Unterbrechungen das ganze Jahr hindurch seinen geregelten Fortgang nehmen. Auch war der Gesundheitszustand der Schüler während dieser Zeit recht befriedigend.

Der Seltenheit wegen mag hier bemerkt werden, daſs den ganzen Sommer hindurch nicht ein einziges Mal hitzfrei gegeben zu werden brauchte, doch fiel am a eahiseas des 3. September der Schulunterricht zur Begrüſsung des Luftschiffes Parseval aus; ebenso am I. und 10. Februar 1910 zum Eislauf. Am 13. Mai unternahm Prof. Har twig mit seiner O II einen Nachmittags- ausflug nach der hohen Kanzel, Niedernhausen und zurück über Rambach-Sonnenberg.

Am 28. August fand von 10 Uhr ab unter reger Beteiligung von Eltern und Lehrern der übliche Ausflug unseres Turnvereins zu Schiff nach Alsnannshausen und von dort zu Fuſs auf den Niederwald statt, wo nach gemeinschaftlichem Mahl im Jagdschlöſschen die Zeit mit Turnspielen und nachher einem Tänzchen nur zu schnell verging. Nach einer kurzen Huldigung vor dem Niederwalddenkmal mit Ansprache durch den Unterzeichneten erfolgte dann der Abstieg nach Rüdesheim und gegen 8 Uhr die Abfahrt nach Biebrich. Ob- gleich sowohl auf der Hin- als auch bei der Rückfahrt auf dem Schiffe jegliches alkohol- haltige Getränk ausgeschlossen war, herrschte doch wührend der ganzen Zeit bei Musik, Gesang und Tan⸗ ungetrübter Frohsinn. Auch kam Dank der Disziplin der Vorturner und namentlich des zwar noch sehr jungen, aber energischen Turnwarts Hessemer aus UII, der auch im Jagdschlöſschen den Haupttoast ausprachte, nicht die geringste Störung vor, wie ich