III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde in der üblichen Weise am 9. April 1907 eröffnet.
Da Herr Dr. Conradi aus dem Lehrerkollegium ausgeschieden war, um vom 1. April 1907 ab Seiner Militärpflicht als Einjähriger in Darmstadt zu genügen, wurde durch Verfügung vom 4. April 1907 S. 4737 der Probekandidat Dr. Humpf dem Kgl. Realgymnasium zugleich als Hilfslehrer überwiesen und ihm die Stunden des Herrn Dr. Conradi übertragen. Gleich- zeitig trat auch Herr Dr. Arndt nach Vollendung seines Probejahres aus, um einem Rufe als Oberlehrer nach Dinslaken zu folgen; da aber inzwischen Herr Dr. Dreyer aus seinem Auslandsurlaub wieder zurückgekehrt war, konnte sein Vertreter, Herr Kandidat Wessel, die Stunden des Herrn Arndt übernehmen.
Durch Verfügung vom 6. April 1907 war Herr Kandidat Stracke der Anstalt als Probekandidat überwiesen, doch hatte er kaum seine Stunden übernommen, als er zunächst vom 15. bis 23. April Herrn Oberlehrer Steubing, dann vom 24. April bis 17. Mai sowie vom 5. bis 19. Juni einen erkrankten Kollegen am hiesigen hum. Gymnasium vertreten und endlich nach den Sommerferien vom 20. August bis zum 20. September gemäſs Verfügung vom 23. Juli 1907 S. 9339 am Gymnasium in Limburg aushilfsweise tätig sein mulste. Am 1. Oktober verlieſs er uns, um seiner Dienstpflicht als Einjähriger in Arolsen zu genügen.
Zu Michaelis schied Herr Kandidat Wessel aus dem Verband der Anstalt, um eine Oberlehrerstelle am Gymnasium in Höchst zu übernehmen; seiue Stunden wurden dem Herrn Kandidat Harsy laut Verfügung vom 7. Oktober 1907, S. 10624 übertragen, der jedoch wegen Erkrankung mit operativem Eingriff vom 21. November bis Weihnachten von den übrigen Kollegen vertreten werden muſste Leider erkrankte nach den Weihnachtsferien Herr Ober- lehrer Bierschenck so bedenklich, daſs der Arzt keine Aussicht auf schnelle Genesung geben konnte; mit seiner Vertretung wurde daher durch Verfügung vom 16. Januar 1908, S. 532 Herr Kandidat Dr. Eymer beauftragt.
Auf längere Zeit mufsten sonst vertreten werden Herr Prof. Steubing etwa 5 Wochen wegen Scharlacherkrankung in der Familie, der Unterzeichnete vom 10. bis zum 15. Juni und vom 2.—12. Dezember wegen dienstlicher Abwesenheit in Cassel, Herr Prof. Schmidt vom 3.— 20. Juli, Herr Prof. Dr. Ruppel vom 22.— 29. August wegen Erkrankung.
Im übrigen war der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern im Ganzen befriedigend, was nicht ausschlieſst, dals im Laufe des Jahres doch noch ca. 140 Vertretungsstunden, auſser den obigen, angesetzt werden mulsten.
Einen harten Verlust erlitt die Anstalt am 13. Oktober durch das Hinscheiden eines braven, lieben Schülers, des Untersekundaners Erich Hengstenberg, Sohn des Ober- kriegsgerichtsrats a. D. Hengstenberg von hier. Er starb, 16 Jahre alt, nach kurzem schmerzlichen Leiden an Blinddarmentzündung. Wegen der Michaelisferien konnten nur die


