Aufgaben für die Reifeprüfung Ostern 1907.
1. Es soll der Satz des Pascal vom Sehnensechseck eines Kegelschnittes abgeleitet und zur Lösung der Aufgabe benutzt werden: Drei Punkte eines zu wählenden Kegelschnittes und die Tangenten in zweien derselben sind gegeben; man konstruiere die Tangente im dritten.
2. Wie entwickelt man f(X)= sin x in eine Reihe? Welcher Wert ergibt sich daraus für sin 20⁰2
3. Einer Parabel ist ein gleichschenkliges Dreieck mit der Grundlinie 14 und dem Schenkel 25 so eingeschrieben, dafs seine Spitze im Scheitel liegt. Wie grofs ist der Halbparameter und welchen Inhalt haben die Parabelabschnitte über den Seiten?
4. Wie findet man die Anzahl der Kombinationen mit Wiederholung von n-Elementen zur kten Klasse? Wie lautet demnach die 1060ste Kombi- nation 5 ter Klasse der 13 ersten Buchstaben des Alphabets? Metzer.
Darstellende Geometrie(2 Std. wöchentlich). Die Lehre von den Schattenkonstruktionen. Die Zentralprojektionen unbegrenzter und begrenzter Gebilde, sowie der Grundschlagschatten der Körper. Wiederholungen. Aug. Schmidt.
Physik(3 Std. wöchentlich). Die Elemente der Wellentheorie, der Akustik und der Optik. Wieder- holungen über verschiedene Gebiete der Physik und der Mechanik.
Aufgabe für die Reifeprüfung Ostern 1907.
Es ist eine kurze Darstellung der Gesetze zu geben, welche für die durch Temperaturschwankungen bewirkten Volumenveränderungen der Körper gelten. Die Bedeutung dieser Veränderungen für physi- kalische Messungen ist an selbstgewählten Beispielen zu erläutern. August Schmidt.
Chemie(2 Std. obligat., 2 Std fakultat.). Analyse einfacher und zusammengesetzter Substanzen. Maſs- analyse. Wiederholung. Stöchiometrie. Org. Ch. Benzolderivate, Cyanverbindungen.
Henrich.
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Unterprima.
Ordinarius: Leils.
Religion(2 Std. wöchentlich).
a) Evang.: Kirchengeschichte von Bonif. bis auf unsere Zeit. Erklärung des Johanues-Evangeliums (Auswah). Bierschenk.
b) Katholiken(komb. mit IB des humanist. Gymn.). Erster Teil der Glaubenslehre nach dem „Grundrils der Glaubenslehre“ von Wedewer.
Wedewer.
Deutsch 6 Std. wöchentlich). Lektüre: Schiller,
Wallenstein; Lessing, Laokoon; Klopstock, Oden. Gedichte Schillers und Goethes; Sophokles, Antigone; Abschnitte aus dem Lesebuch von Muff.— Privat- lektüre; Lessing, über die Fabel; Wie die Alten den Tod gebildet. Löschhorn, Lessings Leben. Schiller, Maria Stuart. Grillparzer, Medea. Vor- träge der Schüler im Anschluss an die Privat- lektüre.
Themen der deutschen Aufsätze: 1.„Wallen- steins Lager“ als Exposition des Gesamtdramas. 2. Des Helden Name ist in Erz und Marmelstein so wohl nicht aufbewahrt wie in des Dichters Liede. 3. Welche Bedeutung hat das Meer im Leben der Völker? 4. Was man ist, das blieb man andern schuldig. 5. Der Wert unsrer Muttersprache. 6. Hermann der Befreier in Klopstocks Oden. 7. Was verstehen wir unter einer Nation? 8. Bildung macht frei.(Nr. 2, 4, 6 und 8 waren Klassen- arbeiten.) Leifs.
Lateinisch(4 Std. wöchentlich). Lektüre: Aus
Livius XXI und XXII. Vergil, Aeneis I und II mit Auswahl. Cicero, in Cat. I u. III.— Alle 3— 4 Wochen eine schriftliche Übersetzung aus Livius. Leils.
Französisch(4 Std. wöchentlich). Abschlufs der
Grammatik und Wiederholungen. Aufsätze, Ex- temporalien, Diktate. Sprechübungen, meist im Anschlusse an die Lektüre. Gelesen wurden: d'Hérisson, Journal d'un Officier d'Ordonnance; Molière, Le Malade imaginaire.
Aufsätze: 1. Les Préparatifs du Siège de Paris. 2. Le duatre Septembre. 3. Une journée de mes


