Jahrgang 
1901
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als aber nach Verlauf des Gnadenquartals der bisherige Hülfslehrer Dr. Handwerck*) vom Kgl. Gymnasium zu Frankfurt a. ML als Oberlehrer bei uns eintrat,(Verfügung vom 3. Oktober 1900 S. 6372) übernahm dieser den ganzen Unterricht des verstorbenen Kollegen.

Durch Ministerialerlals vom 2. August 1900 UII 5391 war zum Herbst die Teilung der III B genehmigt worden, ein Umstand, der abermals für manche Klassen einen Lehrerwechsel zur Folge hatte. Zur Aushülfe wurde Herr Kandidat Schimmelpfeng der Anstalt über- wiesen.(Verfügung vom 10. September 1900 S. 6071.) Als dieser jedoch Weibnachten erkrankte und bis Ostern 1901 Urlaub erhielt, wurde Herr Seminarkandidat Dr. Meyer vom Königl. Gym- nasium mit Erteilung von 14 Aushülfstunden beauftragt.(Verfügung vom 4. Januar 1901 S. 8755.) Aufserdem übernahm Herr Turnlehrer Sauer von hier einen Teil des Turnunterrichts mit 15 Stunden.

Am 8. November erkrankte Herr Oberlehrer Rosenkötter und mulste auf 4 Wochen von Herrn Dr. Schmitthenner vertreten werden. Als dann am 19. Dezember auch Herr Oberlehrer Schedtler ausschied, übernahm abermals Herr Dr. Schmitthenner dessen ganzen Unterricht.(Verfügung vom 4. Januar 1901 S. 8755.)

Daſs mit diesem starken Wechsel unter den Lehrern auch vieltach eine Veränderung des Lektionsplanes und eine arge Störung des Unterrichts verbunden war, lieſs sich nicht vermeiden.

Im Übrigen sei über die Geschichte der Austalt kurz berichtet, wie folgt.

Durch Verfügung vom 19. April S. 2435 wurde Herr Häülfslehrer Dr. Wilhelmi aus dem Verbande der Anstalt, der er erst ein halbes Jahr angehört hatte, entlassen, um eine Operlehrerstelle an der Oberrealschule in Bochum zu übernehmen, und durch Verfügung vom 20. April 1900 S. 2675 Herr Hülfslehrer Jos. Schumann vom 1. April 1900 ab statt seiner als etatsmälfsiger Hülfslehrer angestellt.

Eine groſse Freude und ein groſser Gewinn wurde der Anstalt dadurch zuteil, dals am 6. Mai die neue Turnhalle, die von Oktober 1899 ab auf dem Hofe der Anstalt neu erbaut worden war, mit einer kurzen Ansprache des Direktors dem Gebrauche übergeben werden konnte. Bis dahin hatte das Real-Gymnasium gemeinsam mit dem humanistischen Gymnasium die Turnhalle Luisenstralse 31 benutzt, ein Umstand, der einmal die Erteilung der vollen Zahl von Turnstunden unmöglich machte, danu aber auch sehr viele Unzuträglichkeiten im Unterrichts- petriebe der beiden Anstalten zur Folge hatte. Darum var das Streben der mafsgebenden Stellen immer darauf gerichtet, endlich für jede Austalt eine eigene Turnhalle zu beschaffen, und es war ein Freudentag für die Schule, als endlich nach Erledigung aller Vorfragen durch Ministerial- erlals vom 15. Juni 1898 UII 929 der Bau der Turnhalle genehmigt und die nôtige Summe

*) Anmerkung: Hugo Handwerck, geboren 1862 zu Kassel, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte dann in Marburg, München und Leipzig deutsche und klassische Philologie. 1887 bestand er in Marburg das Evamen pro facultate docendi. Den folgenden Winter verbrachte er in Paris mit dem Studium des Neufranzösischen. Von Ostern 1888 bis 1890 war er am kgl. Friedrichs-Gymnasium in Kassel zunächst als Proband. dann als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt und zugleich Mitglied des Kgl päd. Seminars. Im Dezember 1890 wurde er in Marburg zum Doctor philosophiae promoviert. Ostern 1891 wurde er als wissen- schaftlicher Hülfslehrer an das Kgl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasium in Prankfurt a. M. berufen, dem er bis zu seiner Ernennung zum Oberlehrer angehörte. Er verfasste:Studien über Gellerts Fabelstil-(Marburg 1891), eine Schulausgabe vonGoethes Reineke Fuchs(Leipzig 1899), sowie Aufsätze in Zeitungen und Zeitschriften.