Jahrgang 
1901
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III. Chronik.

Das Schuljahr, das am Montag den 23. April 1900 in der üblichen Weise eröffnet wurde, sollte nicht ohne schwere Prüfungen an der Anstalt vorübergehen.

Am 3. Juni nachts 11 Uhr starb nach langem Krankenlager am Herzschlage Herr Ober- lehrer Wilh. Schmidt im 39. Lebensjahre mit Hinterlassung von Frau und vier Kindern. Er hat der Anstalt vom Jahre 1887 ab mit kurzen Unterbrechungen zuerst als Hülfslehrer und dann vom 1. April 1897 ab als Oberlehrer angehört und war bei Lehrern und Schülern gleich- mälsig beliebt und angesehen. Wir verloren in dem Hingeschiedenen ein durch tüchtiges Wissen und Begeisterung für seinen Beruf ausgezeichneten Kollegen, die Schüler einen hingebenden Lehrer und väterlichen Freund, dessen Andenken bei uns stets in Ehren sein wird. Das Lehrer- kollegium und die beiden Klassen in denen er Unterricht erteilte, gaben ihm am Nachmittage des 6. das letzte Geleite. Priede seiner Asche!

Fast noch trauriger war uns ein zweiter Verlust

Am 19. Dezember machte Herr Oberlehrer Au g. Schedtler gegen Abend seinen gewohnten Spaziergang nach Biebrich a. Rh. und kehrte nicht, wieder zurück; alle Nachforschungen von Freunden und Verwandten sowie seitens der Behörden blieben seither erfolglos. Es muss daher angenommen werden, dass er in irgend einer Weise verunglückt ist; seine Leiche ist bisher nicht gefunden worden. Der Verlust war seinen alten Eltern und Freunden(Herr Schedtler war nicht verheiratet) um so schmerzlicher, als es uns versagt war, seinem Andenken auch öffentlich durch einen ehrenvollen Nachruf und Teilnahme an den letzten Peierlichkeiten gerecht zu werden. Herr Oberlehrer Schedtler., geb. den 28. Juli 1859 zu Amöneburg, Kreis Kirch- hain, gehörte dem Lehrerkollegium seit Herbst 1893 an und war durch sein energisches Wesen sowie durch sein hervorragendes Lehrgeschick eine Stütze und Zierde der Anstalt, die ihm stets ein ungetrübtes, ehrenvolles Andenken bewahren wird.

Auch in sonstiger Weise fehlte es der Anstalt nicht an Heimsuchungen und Störungen aller Art.

Am 2. Mai erkrankte Herr Professor Leiss an einem Halsleiden und mufste bis Pfingsten (3. Juni) durch Herrn Probekandidat Dr. Geppert vertreten werden.(Verfügung vom 10. Mai 1900 S. 3287.)

Am 6. Juni wurde Herr Oberlehrer Schedtler zu einer Dienstleistung als Oberleutnant d. R. einberufen, so daſs Herr Dr. Geppert nunmehr dessen Stunden bis zum 1. August übernahm. (Verfügung vom S. Mai 1900 S. 3043.)

Kaum hatte sich Herr Dr. Geppert mit den Verhältnissen der Anstalt vertraut gemacht, als er zum Herbst wieder ausscheiden mulste, um seiner Dienstpflicht als Linjährig-Freiwilliger in Bromberg zu genügen.

Für den verstorbenen Herrn Oberlehrer Wilh. Schmidt war zunächst Herr Kandidat Dr. Schmitthenner als Vertreter berufen worden,(Verfügung vom 19. März 1900 S. 2475)

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