Zugleich trat Herr Hilfslehrer Lucas zurück, um eine Stelle am Gymnasium in Weilburg zu übernehmen, dagegen traten neu ein die Herren Probekandidaten Jäckel und Dr. Hôfer.
Die Herbstferien dauerten vom 15. August bis 19. September 1894.
Da der Nachfolger des Herrn Direktor Dr. Fischer noch nicht ernannt war, wurde Herr Prof. Henrich durch Verfügung des Königl. Prov.-Schulkollegiums mit Wahrnehmung der Direktorialgeschäfte beamftragt und der neue Lektionsplan genehmigt; zugleich wurde Herr Hilfslehrer W. Schmidt der Anstalt zur Aushilfe während des Wintersemesters überwiesen.
Am 9. Oktober besuchte Herr Prov.-Schulrat Dr. Pähler die Anstalt und wohnte dem Unterrichte in einigen Klassen bei.
Am 16. Oktober nahmen die Schüler Aufstellung zum Empfang Sr. Majestät des Kaisers.
Gegen Ende des Monats sah sich Herr Prof. Henrich leider genötigt, wegen eines Augenleidens seine Thätigkeit für einige Wochen zu unterbrechen; an seiner Stelle wurde Herr Prof. Schmidt mit der Leitung der Anstalt betraut, während seine Unterrichtsstunden zumeist von Herrn Hilfslehrer Schmelz übernommen wurden.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dezember bis zum 8. Januar.
Durch Bestallungsurkunde vom 26. November 1894 wurde der Unterzeichnete, bis dahin Prorektor des Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums zu Montabaur, zum Realgymnasial-Direktor ernannt und ihm die Direktion des Realgymnasiums zu Wiesbaden übertragen.*) Die feierliche Ein- führung fand am 8. Januar 1895 im Beisein von Lehrern und Schülern in der Aula der Anstalt durch Herrn Prov.-Schulrat Dr. Pähler statt. Am Nachmittage desselben Tages besuchte dieser in Begleitung des Direktors mehrere Klassen und wohnte dem Unterrichte einiger Lehrer bei. Vom 15. Januar ab übernahm der Unterzeichnete in Vertretung des noch immer einige Schonung bedürftigen Herrn Prof. Henrich den Unterricht in Mathematik und Physik in II 1.
Am 26. Januar vormittags 10 Uhr wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der festlich geschmückten Turnhalle durch eine Vorfeier begangen, bei der Herr Prof. Hesse die Festrede hielt.
Der vereinigte Gymnasial- und Realgymnasial-Musikverein erfreute Verwandte, Lehrer und Freunde der Anstalt am Abende des 18. Januar durch ein recht gelungenes Konzert, das vielen Beifall fand.
Am 11. und 15. Jannar wurden die Nachmittage zum Eislaufe freigegeben, auch der Nachmittag des 5. Februar der Besichtigung des bei Biebrich stehenden Rheineises gewidmet.
Die schriftliche Abiturientenprüfung fand vom 18. pis 23. Februar statt.
Der Gedächtnistage vom 9. und 22. März wurde ebenso wie der vom 15. Juni und 18. Oktober durch Ansprachen der Ordinarien in den Klassen in vorgeschriebener Weise gedacht.
*) Heinrich Breuer, geboren zu Düsseldorf am 8. Mai 1840, besuchte zunächst die Volks- schule seiner Vaterstadt und dann das Gymnasium zu Münster i.W., das er Herbst 1860 mit dem Zeugnis der Reife verliels. Auf der Akademie zu Münster widmete er sich alsdann unter Heis, Hittorf und Altum während 9 Semester dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften, hestand Ostern 1865 das Examen pro facultate docendi, absolvierte sein Probejahr am Gymnasium zu Recklinghausen von Ostern 1865— 66 und erhielt alsdann die II. ordentl. Lehrerstelle am Kgl. Progymnasium zu Wendel. Von hier wurde er Herbst 1868 als I. ordentl. Lehrer an das neu zu errichtende Progymnasium zu Montabaur berufen, am 11. November 1871 zum I. Oberlehrer des nunmehrigen Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums daselbst am 16. Juni 1876 zum Prorektor und am 26. Juli 1884 zum Professor ernannt.
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