Jahrgang 
1895
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II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden.

Verf. vom 31. Mai 1894 genehmigt die Einführung des bibl. Lehrbuches von Völker für die mittleren Klassen.

Verf. vom 4. Februar 1895 genehmigt die Verlegung der Jubiläumsfeier der Anstalt auf den 31. Mai.

Verf. vom 11. Februar bestimmt, dass die Ferienordnung vom 31. März 1892 bis auf Weiteres fortdauernd Geltung haben solle.

Verf. vom 18. Februar setzt den Anfang des Schulunterrichtes im Sommer entsprechend den Wünschen von über 90% aller Eltern auf morgens 7 Uhr fest.

Verf. vom 23. Februar bewilligt einen Zuschuſs von 700 M. aus der Anstaltskasse für die Jubiläumsfeier.

Verf. vom 21. März teilt mit, dals Se. Majestät der König dem Pedellen Giegerich das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold verliehen habe.(Siehe Chronik!)

III. Chronik der Anstalt.

Das Schuljahr wurde Mittwoch den 4. April morgens 7 ½ Uhr mit der Aufnahmeprüfung begonnen; Anfang des Unterrichtes Donnerstag den 5. April 9 Uhr nach Schulandacht und Verlesung der Schulgesetze.

Neu eingetreten ist in das Kollegium Herr Oberlehrer Schedtler), sowie Herr Probe- kandidat Debes und Zeichenlehrer Schmidt; auch hielten die Herren Hilfslehrer Dr. Otto, Dornseiffer, Schmelz und Lucas den Zusammenhang mit der Anstalt durch Uebernahme einiger unentgeltlichen Unterrichtsstunden aufrecht.

Die Pfingstferien dauerten vom 12. bis 22. Mai.

Am 21. Juli wurde die Turnfahrt klassenweise ausgeführt.

Wegen zu grolſser Hitze wurde der Unterricht an 4 Tagen ausgesetzt.

Während des Sommerhalbjahres besuchte ein schwedischer Schulmann die Anstalt und wohnte in verschiedenen Fächern dem Unterrichte bei.

Am Schlusse des Semesters verliefs Herr Direktor Dr. Fischer die Anstalt, an der er seit Ostern 1890 eine segensreiche Thätigkeit entfaltet hatte, um die Direktion des hiesigen Königl. Gymnasiums zu übernehmen. Schüler und Lehrer sahen ihren verehrten Vorgesetzten nur mit grolsem Bedauern scheiden; sie werden ihm stets ein dankbares Andenken bewahren.

*) August Schedtler, geb. zu Amöneburg am 28. Juli 1859, besuchte das Gymnasium zu Marburg von Ostern 1871 bis Michaeli 1879. Alsdann studierte er in Marburg klassische Philologie und Geographie und bestand im Juni 1885 das Exam. pro fac. doc. Von Herbst 1885 bis Ostern 1887 war er als Probekandidat und Hilfs- lehrer am Kaiser-Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur und von Ostern 1887 in gleicher Eigenschaft am Gymnasium zu Marburg thätig. Am 1. Oktober 1893 wurde er zum Oberlehrer ernannt und O. 1894 an das Kgl. Real- gymnasium dahier versetzt.