Jahrgang 
1887
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III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr wurde am 4. Mai morgens 7 Uhr, nachdem tags vorher die Aufnahmeprüfung abgehalten worden war, durch Gebet und Vorlesen der Gesetze in feierlicher Versammlung der Lehrer und Schüler eröffnet. Zugleich wurde der der Anstalt zur Ertheilung des Turnunterichts zugewiesene Kandidat Metzer, sowie der zur Ableistung seines Probejahres zugewiesene Kandidat Fries in sein Amt eingeführt.

Die Dauer der Pfingstferien war zufolge Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 8. Dezember 1885 auf die Zeit vom 12 16. Juni incl. beschränkt.

Am 24. Juni fiel der Unterricht wegen des Fronleichnamfestes aus.

Vom 10 16. Juli wurde die schriftliche und am 7. August unter dem Vorsitze des Herrn Provinzialschulrats Dr. Lahmayer die mündliche Maturitätsprüfung abgehalten.

Am 27. Juli wurde dem Kandidaten Fries von der Universität Marburg die Doktorwürde zuerkannt.

Mit dem Schluſse des Sommersemesters schied Probandus Kraft aus, um einer Berufung an das Realgymnasium des Johanneums in Hamburg Folge zu leisten.

Am 20. September wurde, nachdem tags vorher die Aufnahmeprüfung stattgefunden hatte, das Wintersemester in der üblichen Weise eröffnet. Zugleich wurde der der Anstalt zur Ableistung seines Probejahres zugewiesene Dr. Lewin in sein Amt eingeführt. Bald jedoch traf eine Ver- fügung ein, zufolge welcher demselben seine Thätigkeit am Künkler'schen Institut zu Biebrich als Probejahr angerechnet werden soll.

Am 1. Oktober trat der der Anstalt zur Ableistung seines Probejahrs zugewiesene Kandidat Gärtner sein Amt an. Derselbe wurde jedoch wenige Tage nachher zu einer militärischen Dienstleistung auf 8 Wochen eingezogen.

Am 3. Dezember erhielt der ordentliche Lehrer Ruppel seitens der philos. Fakultät in Heidelberg das Doktordiplom.

Durch Verfügung vom 15. November 1886 wurde der seit November 1885 erkrankte ordentliche Lehrer Dr. Schmidtborn vom 1. März 1887 an auf sein Ansuchen pensioniert. Seine Stelle wurde in der Weise besetzt, daſs die ordentlichen Lehrer Rofsbach und Dr. Ruppel in die nächst höheren Stellen aufrückten und die letzte ordentliche Lehrerstelle dem Kandidaten Hochhuth, welcher den erkrankten Lehrer seit Neujahr 1886 vertreten hatte, übertragen wurde. Der letztere wurde am 8. Januar in feierlicher Konferenz durch den Direktor verpflichtet und in sein Amt eingeführt.

Karl Friedrich Ludwig Hochhuth, geboren am 12. Oktober 1859 zu Eschwege, besuchte das Pro- gymnasium zu Eschwege und das Königliche Gymnasium(Lyceum Fridericianum) zu Kassel, welches er Michaelis 1879 mit dem Zeugnis der Reife verliels. Auf den Universitäten zu Marburg und Berlin widmete er sich sodann dem Studium der Theologie und Philologie, bestand im Mai 1883 die erste theologische Prüfung zu Marburg, im März 1884 die zweite theologische Prüfung zu Kassel und im August 1884 die Prüfung pro facultate docendi ebenfalls zu Marburg. Nachdem er sodann das Probejahr an dem Gymnasium zu Frankfurt a. M. absolviert hat, ist er seit Neujahr 1886 als Hülfslehrer an dem Königlichen Realgymnasium zu Wiesbaden beschäftigt worden