Jahrgang 
1887
Einzelbild herunterladen

205 37

Der ordentliche Lehrer Bielefeld, welcher am Anfange der Hauptferien bedenklich erkrankt und infolge dessen auf 4 Monate beurlaubt war, starb am 25. Januar. Der Hingeschiedene zeichnete sich durch groſse Pflichttreue, wahrhaft patriotische Gesinnung und unbeugsame Cha- rakterfestigkeit aus. Mit seiner Vertretung wurde Dr. Diehl, ein früherer Schüler des Realgym- nasiums, beauftragt. Seine Stelle wurde in der Weise besetzt, daſs die hinter ihm stehenden 5 ordentlichen Lehrer Dr. Krebs, A. Schmidt, Dr. Kühn, Rofsbach und Dr. Ruppel in die nächst höheren Stellen aufrückten und in die so vakant werdende Stelle der Lehrer der neueren Sprachen an der Realschule in Kassel, Max Walter, berufen wurde.

Die Weihnachtsferien dauerten der bestehenden Bestimmung gemäls vom 23. Dezember 1886 mittags 12 Uhr bis zum 6. Januar 1887.

Anlälslich des Ordensfestes wurde dem Anstaltspedellen Giegerich das allgemeine Ehren- zeichen verliehen.

Vom 7 12. Februar wurde die schriftliche und am 17. und 18. März unter dem Vorsitze des Direktors Spangenberg die mündliche Maturitätsprüfung abgehalten.

Am 23. Februar wurde dem noch an der Anstalt beschäftigten Kandidaten Kadesch die Doktorwürde cum laude von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg verliehen.

Am 22. März wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs in der üblichen Weise durch einen in der Turnhalle abgehaltenen Festaktus gefeiert, bei welchem Dr. Ruppel die Festrede über E. M. Arndt hielt. An diesen Festaktus schloſs sich die Entlassung der Abiturienten durch den Direktor an.

Am 26. März wurde eine öffentliche Turnprüfung abgehalten.

Im Laufe des Schuljahres hielten die wissenschaftlichen Hülfslehrer Haines, Dr. Kadesch und Dr. Lewin durch Erteilung einiger Unterrichtsstunden den Zusammenhang mit der Anstalt fest.

Abgesehen von den oben erwähnten langwierigen Krankheiten Schmidtborns und Biele- felds war kein Lehrer längere Zeit durch Krankheit an seiner Thätigkeit gehindert. Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend.

Im Januar wurde der Elementarlehrer Weber zu einer militärischen Dienstleistung auf 12 Tage eingezogen. Seine Vertretung verursachte keine Schwierigkeit.