Jahrgang 
1871
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baden das Examen als Reallehrer, wurde hierauf als ſolcher an der Realſchule zu Herborn angeſtellt, aber ſchon im Herbſt 1864 an das Seminar zu Uſingen verſetzt. Nachdem er an dieſer Anſtalt 5 ½ Jahr gearbeitet und inzwiſchen auch das von der naſſ. Regierung vorgeſchriebene zweite Examen beſtanden hatte, wurde er auf ſeine Bewerbung mit dem 1. Mai 1870 als ordentlicher Lehrer an der höheren Töchterſchule dahier angeſtellt.

Mit Schluß des Schuljahres 1869/70 ſchied ferner aus dem Collegium Fräul. Born⸗ mann, Lehrerin der franzöſiſchen Sprache an der Töchterſchule ſeit Oktober 1867. Dieſelbe hatte ihrer Verheirathung wegen um ihre Entlaſſung nachgeſucht und dieſelbe mit dem 15. April erhalten, behielt jedoch einen Theil ihres Unterrichts bis Pfingſten. Einen anderen Theil über⸗ nahm, bis zum Eintritt der neuen franzöſiſchen Lehrerin, Fräulein Kreidel aus Wiesbaden in dankenswertheſter Bereitwilligkeit, während einige noch übrige Stunden anderweitig aus dem Col⸗ legium beſetzt wurden. So litt in dieſer Zeit der franzöſiſche Unterricht keine Unterbrechung, und man konnte ohne Uebereilung mit Ruhe bei Beſetzung der Stelle zu Werke gehen. Die Schülerinnen ſahen die bisherige Lehrerin, Fräul. Bornmann, mit Bedauern aus ihrer Mitte ſcheiden; die Anſtalt hat aber in ihrer Nachfolgerin wieder eine tüchtige Kraft gewonnen, Fräul. Eliſe Bader, deren Biographie in kurzen Worten folgt.

Eliſe Bader, geboren den 23. Nov. 1835 zu Saar⸗Union, Dep. Nieder⸗Rhein, beſuchte die dortige Schule und wurde ebendaſelbſt zur Normalſchule(Lehrerinnen⸗ Seminar) in Straßburg vorgebildet. Dieſe beſuchte ſie von 1853 1856, beſtand im Auguſt 1856 ihr Examen und wurde ſofort im September an der Schule zu Sulz u. W. angeſtellt. Von da wurde ſie 1863 nach Barr verſetzt, blieb dort bis zum Juli 1870, mit welchem Termin ſie als Lehrerin der franzöſiſchen Sprache nach Wiesbaden berufen und dann am 1. Jan. 1870 als ſolche angeſtellt wurde.

Mit dem 1. Februar wurde ſodann Herr Horn als Elementarlehrer an die Schule verſetzt, um für den Reſt des Schuljahres einen Theil des Unterrichts zu verſehen, welchen Hr. Diehl ſeiner geſtörten Geſundheit wegen hatte abgeben müſſen, und um, wenn durch den Ueber⸗ zug in das neue Schulhaus die Trennung von Kl. IX. und VIII. ermöglicht ſein wird, eine dieſer Klaſſen zu übernehmen. Hierdurch wird einem lange gefühkten Bedürfniß abgeholfen; insbeſondere wird dadurch für die Eltern die bisher gegründete Beſorgniß vor Ueberfüllung des Lehrzimmers beſeitigt werden. Die Biographie des Herrn Horn folgt hier nach ſeiner Angabe:

Lehrer Guſtav Horn iſt geboren den 25. December 1842 zu Wengenroth, A. Rennerod. Im Jahre 1859 wurde er in das Lehrerſeminar zu Uſingen aufgenommen, für welches er ſich durch Beſuch eines Privatinſtitutes vorbereitet hatte. Bald nach ſeiner Entlaſſung aus dem Seminar am 1. Juli 1862 wurde er als Lehrvicar an der neu errichteten Schule zu Eiſenſtruth bei Marienberg angeſtellt. Nachdem er hier beinahe 2 Jahre gewirkt hatte, nahm er die ihm angetragene Stelle eines Lehrers und Vorſtehers der Blinden⸗Anſtalt zu Wiesbaden an. Durch Beſuch mehrerer deutſchen Blinden⸗Anſtalten von Ruf verſchaffte er ſich den nöthigen Einblick in das Blindenerziehungsweſen. Zu ſeiner weiteren wiſſenſchaftlichen Ausbildung benutzte er in den letzten Jahren, ſoweit es ſeine freie Zeit zuließ, das chemiſche Laboratorium des Hrn. Geh. Hofraths Dr. Freſenius. Mit dem 1. Februar 1871 wurde er an der höheren Töchterſchule zu Wiesbaden angeſtellt.