Schulnachrichten.
I. Allgemeines.
Im verfloſſenen Schuljahr mußte die Töchterſchule in den räumlich beſchränkten Ver⸗ hältniſſen, welche durch den Neubau theilweiſe veranlaßt worden ſind, ihre Aufgabe nach beſten Kräften zu löſen fortfahren, wie ſie es bis zum Schluſſe des vorhergehenden unter weſentlich gleichen Umſtänden bereits gethan hat. Die bedeutendſte Einbuße erlitt der Turnunterricht, dem für dieſen Winter nicht, wie im vorhergehenden, die Turnhalle der höheren Bürgerſchule zur Verfügung geſtellt werden konnte, da dieſelbe in ein Lazareth umgewandelt worden war. Der Turnunterricht mußte ſich deßhalb auf Freiübungen in dem Hofraum beſchränken, der auch für die Spiele während der Pauſen nur nothdürftig hinreichte, während die oberen Klaſſen bei günſtigem Wetter ihre Erholung auf Spaziergängen ſuchen mußten, die ſich ſelten ſo genau ab⸗ meſſen laſſen, daß nicht eine Verzögerung des Beginns der folgenden Lehrſtunde eintritt. Auch die Räume des Schulhauſes ſelbſt haben ſich, namentlich für die combinirten Klaſſen IX und VIII und für Klaſſe IV ſo ungenügend erwieſen, daß wir alle uns nach dem Tage ſehnen, wo das ſeiner Vollendung entgegen gehende neue Schulhaus wird bezogen werden können. Dieſes er⸗ freuliche Ereigniß werden wir ſpäteſtens am 1. Juli, bald nach den Pfingſtferien, feiern dürfen. Da wir alſo nur noch wenige Wochen des neuen Schuljahres in den bisher benutzten Räumen
„ zubringen werden, ſo möchte es angemeſſen erſcheinen, darauf aufmerkſam zu machen, daß die Eltern, welche uns ihre Kinder anvertrauen wollen, ſich durch dieſe kurze Zeit nicht möchten davon abhalten laſſen, die wir noch in allerdings ungenügenden Räumen zuzubringen gezwungen ſein werden. Jedenfalls iſt für die Schule wie für die Schülerinnen eine Aufnahme im Früh⸗ jahr in jedem Betracht einer ſolchen im/ Herbſte vorzuziehen, bei welcher die Aufzunehmenden überall mitten in die bereits zum Theil erledigten Jahrespenſa hineingefügt werden müſſen. An den Beginn des Sommerkurſus ſchließt ſich in den meiſten Gegenſtänden eine Repetition des im vorhergehenden Jahre durchgenommenen Stoffes an, welche ebenfalls für die im Herbſte Aufge⸗ nommenen verloren geht. Es liegt daher im Intereſſe der Schule wie der Eltern, möglichſt das Frühjahr, den Beginn des Schuljahres, zu wählen, wenn ſie geſonnen ſind, ihre Kinder in die Töchterſchule aufnehmen zu laſſen.— An dieſen Wunſch erlaubt ſich der Unterzeichnete einen zweiten anzufügen. Die Schule iſt in ihrem Complex von 9 Klaſſen ein Ganzes; die Ver⸗ theilung des Unterrichtsſtoffes iſt auf die ganze Zeit berechnet, die Wirkſamkeit der Schule kann daher auch nur bei denen vollſtändig zur Geltung kommen, welche die Schule bis zu ihrem Ab⸗ ſchluß beſuchen. Nun iſt zwar immer eine recht erfreuliche Zahl bis zur vollendeten erſten Klaſſe in der Schule geblieben, eine nicht unbedeutende hat ſogar darüber hinaus noch die Selecta beſucht, aber eine große Zahl verließ doch auch immer mit der beendigten zweiten Klaſſe, wohl
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