— 23— e) Die Städtische höhere Schule in Eltville steht mit dem Gymnasium derart in Ver- bindung, daß der Direktor des Gymnasiums diejenigen Schüler und Schülerinnen der Eltviller
Anstalt, die auf die U II, einer höheren Lehranstalt für Knaben, bzw. auf die 2. Klasse eines Lyzeums übergehen wollen, einer Prüfung unterzieht.
VI. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr begann Dienstag, den 17. April mit der Aufnahmeprüfung der neu ange- meldeten Schüler(die Prüfung der Sextaner hatte schon im Mär⸗ stattgefunden). Am fol- genden Tage versammelte sich die Schulgemeinde auf der Aula, und der Direktor gab die Ver- aänderungen im Lehrkörper bekannt, ermahnte die Schüler zu fleißigem Arbeiten und unterzog die wichtigsten Bestimmungen der Schul- und Hausordnung einer Besprechung.
Die 420 Schüler der Anstalt wurden von 23 festangestellten und 3 nicht festangestellten Lehrkräften unterrichtet. Da die Obersekunda des Gymnasiums geteilt werden mußte, zählt die Anstalt jetzt 19 Klassen.
Am 21. Mai besuchten eine Reihe Schüler der Oberklassen unter F ührung von Studienrat Sarnowski die Ausstellung„Das deutsche Porzellan“ im Paulinenschlößchen zu Wiesbaden.
Während der Pfingstferien beteiligte sich eine Schülergruppe unter Leitung von Studienrat Sarnowski an der Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Gmunden am Traunsee. Hin- und Rückreise wurden benutzt, um das Salzkammergut mit Salzburg und die Kunstschätze in Nürnberg und Würzburg kennen zu lefnen.
Am 13. Juni starb der Studienrat Dr. Walter Wagner, der 2 Jahre lang an der Anstalt als Studienassessor tätig gewesen war. Seine Einäscherung erfolgte am 15. Juni auf dem Süd- friedhof. Die ganze Schule nahm an der Trauerfeier teil, der Direktor widmete dem Ver- storbenen warme Worte dankbarer Anerkennung und treuen Gedenkens.
Oberschullehrer(Gesang) L. Barsch nahm vom 26. bis 31. März teil an einem Lehrgang für Musiklehre höherer Lehranstalten, der in der Staatl. Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Charlottenburg abgehalten wurde. Vom 29. Mai bis 2. Juni nahm der Direktor als Vertreter der Vereinigung der Direktoren Hessen-Nassaus an dem 4. Preuß. Philologentage in Danaig teil.
Studienrat Schnädter nahm anfangs November an dem Lehrgange für Erdkunde in Frankfurt a. M. teil, Studien-Assessor Stein vom 3. bis S. Dezember an dem Lehrgang für staatsbürgerliche Erziehung und Belehrung im demokratischen Staate, der in Frankfurt a. M. und in Wiesbaden stattfand.
Anfang Juli unternahmen Oberstudienrat Dr. Koch und Studienrat Sarnowski mit den beiden Oberprimen eine fünftägige Sonderfahrt ins niederrheinische Industriegebiet. Be- sichtigt wurden: Braunkohlengrube und Großkraftwerk Fortuna in Quadrat bei Köln, Hoch- ofenwerk Vulkan nebst Kokerei und Zementfabrik in Duisburg, Mannesmann-Röhrenwalzwerk und Schweitwerk in Düsseldorf, Tuchfabrik von Gebrüder Aschaffenburg in M.-Gladbach, Chemische Fabriken von Henkel& Co. in Düsseldorf-Reisholz, Hafenanlagen in Duisburg.
Die mit der Industrialisierung gegebenen sozialen Probleme wurden nicht nur durch die Beobachtung des Arbeiters in seiner Tätigkeit innerhalb der verschiedenartigen Betriebe, sondern auch durch die Vorführung der von den Werken geschaffenen sozialen Einrichtungen deutlich gemacht. Auf städtebauliche Fragen ging beim Durchwandern der verschiedenen Städte Herr Sarnowski ein, der auch in der Ausstellung„Deutsche Kunst“ in Düsseldorf die Führung übernahm.
Am 14. Juli fanden die Reichsjugendwettkämpfe auf dem Sportplatz Kleinfeldchen statt. Es nahmen 45 Schüler der Anstalt als Kämpfer daran teil.(Näheres s. S. 21). Die Verkündigung der Sieger war in diesem Jabre dem Unterzeichneten übertragen, der in seiner Ansprache auch die Verdienste des Turnvaters Jahn aus Anlaß seines 150. Geburtstages würdigte.
Die Verfassungsfeier fand am 28. August statt. Studienrat Dr. Schmidt hielt die Rede, die von gesanglichen und instrumentalen Darbietungen der Schüler umrahmt wurde.
In den Herbstferien besuchten 14 Schüler, Angehörige der Schülergruppe des V. D. A. unter Leitung von Studienrat Schnell die Deutschen in Südtirol und gewannen einerseits von der Schönheit des Landes, anderseits von der traurigen Lage unseres dort lebenden


