der Chor in besonderen Stunden zusammen- gerufen, wobei es zur Zeit der Einübung des Oratoriums„Odysseus“ von Max Bruch manche freiwillige Chorstunde gab.
3. Turnen und Spielen.
In allen Turnstunden wurde die neuzeit-— liche Körperschule geübt. Das Leistungsturnen umfaßte in der günstigen Jahreszeit die leicht- athletischen Uebungen des Laufs, Sprungs, Wurfs und der Spiele: Schlagball, Handball und Barlauf. Im Winter kam das Gerüäte- turnen zu seinem Recht.
In den Schlagballwettkümpfen der höheren Schulen Preußens errang unsere Anstalt die Bezirksmeisterschaft im hiesigen Bezirk.
Das Schwimmen wurde in allen Klassen durch Trockenschwimmübungen vorbereitet und im Viktoriabad oder Rhein geübt. Doch liegen gerade für diesen Zweig der sportlichen Betätigung die Verhältnisse in Wiesbaden sehr ungünstig.
Vvon den 35 abgehenden Oberprimanern erwarben sich 6 das Turn- und Sportabzeichen des Reichsausschusses für Leibesübungen.
II. Bericht über die Lehrer.
a) Veränderungen im Lehrkörper. Studienrat Wilhelm Bosse trat am 1. April in den Ruhestand. Er war seit 1. Oktober 1893, also 32 ½ Jahre in unserer Anstalt mit vorbildlicher Pflichttreue tätig. Für ihn trat Studienassessor Dr. Walter Wagner ein. Studienassessor Lothar Hogerl¹) wurde am 1. Januar 1927 zum Studienrat ernannt.
Der Gesundheitszustand der Lehrer war großen Schwankungen unterworfen. So war der Direktor vom 13. Mai bis zu den großen Ferien krankheitshalber beurlaubt, am 17. Dezember erkrankte er schwer an Gesichtsrose und konnte erst am 15. Februar 1927 seinen Dienst wieder antreten. Studienrat Schnädter war von Weihnachten bis Ostern wegen Krankheit beurlaubt. Sein Vertreter war vom I. Februar an Studienassessor Walter Schultheiß. Wiederholt mußten auch andere Herren den Unterricht wegen Erkrankung aussetzen, so Dr. Best, Spatz, Dr. Körber. Oberturnlehrer Hagelauer mußte vom 4. März an beurlaubt werden. Daher war das Kollegium mit Vertretungen sehr stark überlastet, da für Herrn Hagelauer bis zu den Osterferien kein Vertreter vorhanden war.
b) Der Oberstudienrat(Dr. J. Koch) hatte in diesem Jahre denselben Wirkungskreis wie früher, nämlich außer der allgemeinen Vertretung des Direktors die Aufsicht über die Büchereien und Sammlungen sowie die Anfertigung der Statistiken.
c) Der Lehrerausschuss bestand aus den Studienräten Dr. Körber, Dr. Schnell, Aumüller und dem Oberschullehrer Becker.
Richter,
*) Lothar Hoger, geboren am 23. Mai 1889 in Memel, besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium(damals in Berlin-Wilmersdorf) und studierte nach erlangter Reife Mathematik und Naturwissenschaften in Berlin, Jena und Göttingen. Am 5. Juli 1912 bestand er die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen in Göttingen und legte seine Vorbereitungsjahre im höheren Schuldienst von Herbst 1912 bis Herbst 1914 an den staatlichen Gymnasien in Fulda und in Dillenburg ab. Nachdem er an einer Reihe höherer Schulen der Provinz Hessen-Nassau tätig ge- wesen war, wurde er Herbst 1925 als Studienassessor an das staatliche Gymnasium in Wiesbaden versetzt, am 1. Januar 1927 wurde er zum Studienrat ernannt.


