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im Kurhause. Das erste am 2. Oktober hatte eine historische Vortragsfolge: Proben aus dem gregor. Choral, sechs alte Minnesängerlieder(herausgegeben von Otto Ursprung, Volksvereinsverlag M.-Gladbach), mehrstimmige Lieder aus dem 14.—16. Jahrhundert. Zum Schluss moderne, heitere Lieder. Die Minnesängerlieder wurden mittelhochdeutsch gesungen, nachdem sie vorher in neuhochdeutscher Uebertragung deklamiert waren. Die Vortragsfolge wurde von dem Musikreferenten im Ministerium Professor Kestenberg als vorbildlich bezeichnet. Perlen alter Kammermusik(Herren des städtischen Orchesters) umrahmten die Darbietungen, die der Direktor vorher in einer Ansprache kurz erläutert hatte. Am 20. Dezember fand im grossen Kurhaussaale eine gut besuchte Weihnachts- aufführung statt, bei der das ganze städtische Orchester mitwirkte. Im Mittelpunkte stand das Hirtenspiel»Weihnachte von August Klughardt(instrumentiert von E. Wemheuer). Daneben gab es alte und neue Weihnachtsweisen, das Orchester spielte zwei alte Weihnachtssymphonien von Cerelli und Manfredini, sowie zwei symphonische Festmärsche für grosses Orchester von J. O. Grimm. Der Ertrag der Veranstaltungen wurde für Zwecke der Schule, besonders des Chores verwendet.
Der Knabenchor wirkte ferner mit bei der zweimaligen Aufführung des Requiems von Hugo Kaun durch den Wiesbadener Männergesangverein. Preising.
3. Turnen und Spielen.
Der Turnunterricht wurde im verflossenen Schuljahre in 12 Abteilungen erteilt. Er war wie folgt verteilt:
OIa u. b, UIa u. b, OIIa u. b u. Va= 7 Klassen: Hagelauer,
UIla, UIIHb, QIII.......=— 3„ Becker, UIIla u. b..........= 2» Dyr. Mirgel, IVa u. b...........= 2„ Görsch, Vb und. VI3.........— 2„ Neef,
VIb........= 1 Klasse: Barsch.
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Von den 431 Schülern der Anstalt waren 23 auf Grund ärztlichen Zeugnisses vom Turnunterricht befreit; das sind rund 5%. Der Unterricht umfasste im Sommer volkstümliche Uebungen im Lauf, Wurf und Sprung, sog. Leichtathletik und Spiele, im Winter wurde mehr Geräteturnen gepflegt.
In den Betrieb der Freiübungen wurde die»neuzeitliche Lehrweise« nach Dr. Krieg aufgenommen. Auch die Lockerungsübungen nach Bode und Niels Bukh wurden nach ihrer Brauchbarkeit für das Schulturnen ausgewählt und durchgeübt; auch das Trockenschwimmen wurde klassenweise geübt.
Von den Jugendspielen fanden Torball, Handball, Barlauf, Fussball und Schlagball eine besondere Pflege. Die Anstaltsmeisterschaft im Schlagball errang die OI. In den Wettspielen gegen hiesige und auswärtige höhere Schulen tat sich besonders die Klassenmannschaft der OIIa hervor. Sie lieferte allein 33 Wett- und Uebungsspiele in Handball, Fussball und Schlagball mit dem glänzenden Torzahlverhältnis 71:15.
An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 69 Schüler teil und wurden 58 Sieger.
Bei den Staffelläufen»Rund um Wiesbaden« errang die Ober- und Unterstufe den 2. Sieg.
Am 15. Mai wurde eine Ruderriege gegründet und als Schülerriege dem Schier- steiner Ruderverein angeschlossen.
Von den abgegangenen 28 Oberprimanern bestanden 7 mit der Note»sehr gut« die Turnreifeprüfung. Die Spielnachmittage waren noch nicht in allen Klassen eingerichtet.


