Jahrgang 
1906
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C. B: Tacitus Annalen I u. II mit Auswahl. Cicero pro Murena. Ausgewählte Abschnitte aus Ciceros philosophischen Schriften. Extem- poriert wurde Livius XXV. Range.

Grammatik: 2 St. Alle 14 Tage eine schrift- liche Arbeit; mündliche Ubungen und Wieder- holungen; alle 12 Wochen eine UÜUbersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche. Das Not- wendigste aus der Stilistik und Synonymik.

C. A.: Adam. C. B.: Range.

4. Griechisch: 6 St. Lektüre: a) poetische: C. A.:

Sophokles' Antigone. Das Wichtigste aus der Metrik. Auswendig gelernt wurden 2 Chorlieder und einige einzelne Verse. Repitition früher memorierter Homerverse; dazu wurden einige neu gelernt. Homers Ilias Buch 1324 mit Auswahl einschliefslich der Privatlektüre.

Im Sommer: Heil. Im Winter: Schmidt.

C. B: Sophokles' König Oedipus. Das Wich- tigste aus der Metrik. Zwei Chorlieder wurden auswendig gelernt. Homers Ilias zweite Hälfte, einschliefslich der Privatlektüre. Wiederholung früher gelernter Verse, einige wurden neu ge- lernt. Spamer.

b) prosaische: C. A: Demosthenes Olynth. I. und Philipp. III. Ubungen im unvorbereiteten Ubersetzen aus Xenophons Hellenica.

Im Sommer: Heil. Im Winter: Schmidt.

C. B: Demosthenes Rede vom Frieden. Thucydides, Auswahl aus dem II. Buch, die Leichenrede des Perikles. I, 1 23.

Spamer.

Schriftliene Übungen: Alle 14 Tage eine Ubersetzung aus dem Griechischen in das Deutsche oder ein Extemporale. Grammatische Wiederholungen.

C. A: Heil und Schmidt. C. B: Spamer.

5. Französisch: 3 St. a) Lektüre: C. A.: Molière,

l'Avare; Mignet, Histoire de la Révolution française. Sprechübnngen.

C. B.: Molière, Le Malade imaginaire; Taine, Les Origines de la France contemporaine. Sprechübungen.

b) Schriftliche UÜbungen und Grammatik: Diktate, Extemporalien und freie Arbeiten; grammatische Wiederholungen durch münd- liche Übersetzungen und im Anschlufs an Extemporalien und Diktate.

C. A.: Mosheim. C. B.: Unverzagt.

6. Hebrüisch(wahlfrei): 2 St. Beendigung der Formenlehre und das Wichtigste aus der Syntax. Gelesen wurden Genesis 1 35 und ausgewählte Abschnitte aus den geschichtlichen Büchern des alten Testaments, dem Psalter und den Propheten. Fxercitien, schriftliche und mündliche Analysen des punktierten, mit- unter auch des unpunktierten Textes.

Spiefs.

7. Englisch(wahlfrei): 2 St. a) Lektüre: Deutsch- bein, Irving-Macaulay Lesebuch. Sprechübungen.

b) Grammatik: Deutschbein,§ 90 bis 128. Wiederholungen. Unverzagt.

8. Geschichte: 3 St. Die Neuzeit vom Ende des dreiſsigjährigen Krieges bis zur Gegenwart; Deutschland als Weltmacht.

Erdkunde(12 St.): Die gegenwärtig be- stehenden Staaten, die wichtigsten Verkehrs- und Handelswege, deutsche Kolonialkunde.

C. A und B: Im Sommer: Fischer. Im Winter: Thomae.

9. Mathematik: 4 St. Die Grundlehren der Kom- binatorik und Anwendungen auf die Wahr- scheinlichkeitslehre. Bmomischer Lehrsatz. Einführung in den Koordinatenbegriff und die Grundeigenschaften der Kegelschnitte. Wieder- holungen aus allen Gebieten und Übungen im Lösen von Aufgaben.

C. A: Bücheler. C. B. Seipp.

Aufgaben für die Reifeprüfung. Ostern 1906. Coetus A:

1. Aus einer Anzahl von Bildern sollen 4 ge- wählt werden; man kann auf 210 verschie- dene Arten die Wahl treffen; wieviel Bilder waren es?

2. Die Koordinaten der Eckpunkte eines Vier- ecks sind A(4.12), B(3.2), C(10,4) und D(9,14); berechne die Längen der Dia- gonalen, die Koordinaten ihres Sehnitt- punktes und den Flächeninhalt des Vierecks.

3. Berechne die Zeit des Auf. und Unter- gangs der Sonne für Wiesbaden(= 500 5) am 1. Februar(d= 17⁰ 16) und am 28. Februar(è2= 80 12); die Zeitgleichung ist am 1. Febr.+ 14m, und am 28. Febr. + 13m.(Strahlenbrechung und Sekunden sind nicht zu berücksichtigen.)

4. Ein regelmäfsiges Oktaeder von Metall(sp. G. 7,8) ist gerade so schwer wie eine regel- mäfsige 6seitige Pyramide von Holz(sp. G. 0.7) mit der Grundkante a= 10 cm und doppelt so langer Seitenkante. Wie schwer ist das Oktaeder und wie lang sind seine Kanten? Bücheler.

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