C. B: Tacitus Annalen I u. II mit Auswahl. — Cicero pro Murena. Ausgewählte Abschnitte aus Ciceros philosophischen Schriften. Extem- poriert wurde Livius XXV. Range.
Grammatik: 2 St. Alle 14 Tage eine schrift- liche Arbeit; mündliche Ubungen und Wieder- holungen; alle 12 Wochen eine UÜUbersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche. Das Not- wendigste aus der Stilistik und Synonymik.
C. A.: Adam. C. B.: Range.
4. Griechisch: 6 St.— Lektüre: a) poetische: C. A.:
Sophokles' Antigone. Das Wichtigste aus der Metrik. Auswendig gelernt wurden 2 Chorlieder und einige einzelne Verse. Repitition früher memorierter Homerverse; dazu wurden einige neu gelernt. Homers Ilias Buch 13—24 mit Auswahl einschliefslich der Privatlektüre.
Im Sommer: Heil. Im Winter: Schmidt.
C. B: Sophokles' König Oedipus. Das Wich- tigste aus der Metrik. Zwei Chorlieder wurden auswendig gelernt. Homers Ilias zweite Hälfte, einschliefslich der Privatlektüre. Wiederholung früher gelernter Verse, einige wurden neu ge- lernt. Spamer.
b) prosaische: C. A: Demosthenes Olynth. I. und Philipp. III. Ubungen im unvorbereiteten Ubersetzen aus Xenophons Hellenica.
Im Sommer: Heil. Im Winter: Schmidt.
C. B: Demosthenes Rede vom Frieden. Thucydides, Auswahl aus dem II. Buch, die Leichenrede des Perikles. I, 1— 23.
Spamer.
Schriftliene Übungen: Alle 14 Tage eine Ubersetzung aus dem Griechischen in das Deutsche oder ein Extemporale. Grammatische Wiederholungen.
C. A: Heil und Schmidt. C. B: Spamer.
5. Französisch: 3 St.— a) Lektüre: C. A.: Molière,
l'Avare; Mignet, Histoire de la Révolution française. Sprechübnngen.
C. B.: Molière, Le Malade imaginaire; Taine, Les Origines de la France contemporaine. Sprechübungen.
b) Schriftliche UÜbungen und Grammatik: Diktate, Extemporalien und freie Arbeiten; grammatische Wiederholungen durch münd- liche Übersetzungen und im Anschlufs an Extemporalien und Diktate.
C. A.: Mosheim. C. B.: Unverzagt.
6. Hebrüisch(wahlfrei): 2 St.— Beendigung der Formenlehre und das Wichtigste aus der Syntax. Gelesen wurden Genesis 1— 35 und ausgewählte Abschnitte aus den geschichtlichen Büchern des alten Testaments, dem Psalter und den Propheten. Fxercitien, schriftliche und mündliche Analysen des punktierten, mit- unter auch des unpunktierten Textes.
Spiefs.
7. Englisch(wahlfrei): 2 St.— a) Lektüre: Deutsch- bein, Irving-Macaulay Lesebuch. Sprechübungen.
b) Grammatik: Deutschbein,§ 90 bis 128. Wiederholungen. Unverzagt.
8. Geschichte: 3 St.— Die Neuzeit vom Ende des dreiſsigjährigen Krieges bis zur Gegenwart; Deutschland als Weltmacht.
Erdkunde(12 St.): Die gegenwärtig be- stehenden Staaten, die wichtigsten Verkehrs- und Handelswege, deutsche Kolonialkunde.
C. A und B: Im Sommer: Fischer. Im Winter: Thomae.
9. Mathematik: 4 St.— Die Grundlehren der Kom- binatorik und Anwendungen auf die Wahr- scheinlichkeitslehre.— Bmomischer Lehrsatz. Einführung in den Koordinatenbegriff und die Grundeigenschaften der Kegelschnitte. Wieder- holungen aus allen Gebieten und Übungen im Lösen von Aufgaben.
C. A: Bücheler. C. B. Seipp.
Aufgaben für die Reifeprüfung. Ostern 1906. Coetus A:
1. Aus einer Anzahl von Bildern sollen 4 ge- wählt werden; man kann auf 210 verschie- dene Arten die Wahl treffen; wieviel Bilder waren es?
2. Die Koordinaten der Eckpunkte eines Vier- ecks sind A(4.12), B(3.2), C(10,4) und D(9,14); berechne die Längen der Dia- gonalen, die Koordinaten ihres Sehnitt- punktes und den Flächeninhalt des Vierecks.
3. Berechne die Zeit des Auf. und Unter- gangs der Sonne für Wiesbaden(= 500 5) am 1. Februar(d= 17⁰ 16) und am 28. Februar(è2= 80 12); die Zeitgleichung ist am 1. Febr.+ 14m, und am 28. Febr. + 13m.(Strahlenbrechung und Sekunden sind nicht zu berücksichtigen.)
4. Ein regelmäfsiges Oktaeder von Metall(sp. G. 7,8) ist gerade so schwer wie eine regel- mäfsige 6seitige Pyramide von Holz(sp. G. 0.7) mit der Grundkante a= 10 cm und doppelt so langer Seitenkante. Wie schwer ist das Oktaeder und wie lang sind seine Kanten? Bücheler.
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