Jahrgang 
1902
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Unterprima.

Ordinarien: Coetus A: Oberlehrer Dr. Heil. Coetus B: Oberlehrer Seipp.

Religionslehre: a) Erangelische. 2 St. C. A: Die Kirchengeschichte von 600 bis zur Gegenwart. Das Evangelium Johannis und 1 Joh.-Brief. Kirchenlieder. Spiels.

C. B: Geschichte der Kirche im Mittelalter und in der neueren Zeit bis zum Auftreten Speners. Gelesen wurden Johannesevangelium und 1. Brief des Johannes. Kirchenlieder.

Lohr. b) Katholische:(husammen mit I. 1.)

2. Deutsche Sprache: 3 St. C. A: Lebens-

pilder aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Ausgewählte Oden Klopstocks. Lessings Laokoon. Schillers und Goethes Gedankenlyrik. Schillers Maria Stuart und Braut von Messina. Goethes Iphigenie auf Tauris. Euripides Iphigenie bei den Tauriern in der Übersetzung von Maehly. Grillparzers Sappho. Litteraturproben. Aus- wendig gelernt warden Klopstocks OdeDer Züricher See, sowie einzelne Stellen aus Schillers Braut von Messina und Goethes Zu- eignung. Das Wichtigste aus der Dispositions- lehre und Stilistik. Aufsätze.

Themata der Aufsätze:

1. Wie charakterisiert Homer den Eumäus, den

göttlichen Sauhirten?

2. In welcher Weise feiert Klopstock in seiner OdeHermann Arminius, den Befreier Deutschlands?(Klassenaufsatz.)

3. Warum durfteVirgil seinen Laokoon schreiend darstellen?

4. Welche Fehler geisselt Horaz in der ersten Satire des ersten Buches?

5. Inwiefern bekennt Goethe in den Oden Ganymed,Grenzen der Menschheit und Das Göttliche seinen Gottesglauben?

6. Welche Bedeutung haben die Erkennungs-

cenen in GoethesIphigenie auf Tauris für den Gang der Handlung?(Klassen- aufsatz.)

7. Welche Bedeutung hat der Prolog in Goethes Iphigenie auf Tauris für das ganze Stück?

8. Inwiefern ist Don Cesar der tragische Held in Schillers Braut von Messina?(Klassen- aufsatz.) Adam.

C. B: Ubersicht über die alte und mittlere Zeit der deutschen Litteratur; Lebensbilder aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über in der Schule oder privatim gelesene Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbei- tung(Goethes Dichtung und Wahrheit, I. Hälfte; Iphigenie in Aulis von Schiller). Lektüre:

Klopstocks Oden mit Auswahl; Schillers und Goethes Gedankenlyrik, mehrere Gedichte Walters von der Vogelweide. Litteraturproben. Lessings Laokoon und Hamburgische Drama- turgie mit Auswahl. Shakespeares Julius Cäsar; Goethes Iphigenie, Euripides Iphigenie auf Tauris in deutscher Uebersetzung. Grill- parzers Sappho; einige philosophische Abschnitte aus Muffs deutschem Lesebuch. Wiederholung der in Obersekunda gelernten Gedichte; me- moriert wurde: Goethes Zueignung. Poetik im Anschluſs an die Lektüre. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik. Fünf häusliche und drei Klassenaufsätze.

Themata der Aufsätze:

1. Vergebens sucht der Mensch des Glückes Quelle Weit aulser sich in wilder Lust: In sich trägt er den Himmel und die Hölle Und seinen Richter in der Brust.

2. Wie besingt Klopstock: a) Liebe und Freund- schaft; b) Vaterland und Muttersprache: c) Gott und den Erlöser?

3. Wie malt Homer?(Nach Lessings Laokoon.) Klassenaufsatz.

4. Welche Ansichten äussert Lessing über das christliche Drama?

5. Was versteht man bei Dramen unter Ein- heit der Zeit? Klassenaufsatz.

6. Auf welche Stellen der Exposition verteilt sich in Grillparzers Sappho das erregende Moment?

7. Welche Bedeutung haben die beiden theo- retischen Sinne, Gesicht und Gehör, für unser geistiges Leben?

8. Wie entsteht in Goethes Iphigenie der Widerstreit der Pflichten? Klassenaufsatz.

Spiefs.

3. Lateinisch: 7 St. Lektüre: a) poetische: C.&:

2 St. Horaz Oden, Buch I und II. Einzelne Epoden und Satiren. Auswendig gelernt wurden mehrere Oden und einzelne Sinnsprüche; Metrik. Adam. C. B: 2 St. Horaz Oden, Buch I u. II, Epo- den und Satiren nach Auswahl; memoriert wurden einzelne Oden und Sinnsprüche; Metrik. Range. b) prosaische: 3 St. C. A: Tacitus Ger- mania, Ciceros Briefe(Auswahl); extemporiert und privatim gelesen Livius B. XXIIIu. XXIV. Adam. C. B: Tacitus Germania, Ciceros Briefe(Aus- wahl). Extemporiert und privatim gelesen Livius B. XXIV. Range. Grammatik: C. A und B: 2 St. Alle 14 Tage ein Extemporale, ein Exercitium oder eine Uebersetzung aus dem Lateinischen in das Deutsche; mündliche Ubungen und Wieder- holungen; das Notwendigste aus Stilistik und

Synonymik. C. A: Adam. C. B: Range.