Jahrgang 
1901
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Judenchristentum, die Paulinische Auffassung der Person und des Werkes Christi, Augustinus, Pelagius repetiert; neu: die Entwickelung der römisch-Katholischen Kirche, die Reformation und deren Vorbereitung. die wichtigsten Richtungen in der Fortentwickelung der evangelischen Kirche bis zum Auftreten Speners. Erklärt, wurden: das Evangelium und der erste Brief des Johannes. Kirchenlieder. C. B: Die Kirchengeschichte von 600 bis zur

Gegenwart. Das Evangelium Johannis.

C. A: Spieſs.

C. B: Hochhuth.

b) Katholische:(Zusammen mit I. 1.)

2. Deutsche Sprache: 3 St. C. A: Lebens-

bilder aus der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Ausgewählte Oden Klopstocks. Lessings Laokoon in Auswahl. Schillers und Goethes Gedanken- lyrik. Schillers Maria Stuart und Braut von Messina. Goethes Iphigenie auf Tauris. Litte- raturproben. Auswendig gelernt wurden Klop- stocks OdeDer Züricher See, sowie einzelne Stellen aus Schillers Braut von Messina und Goethes Iphigenie. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik. Aufsätze.

Themata der Aufsätze:

1. Welche Hemmnisse stellten sich den Römern pei der Unterwerfung Germaniens entgegen?

2. Wie stellt der Dichter körperliche Schön- heit dar?

3. Inwiefern mufste Klopstocks OdeNeip Vaterland fördernd auf die Entwicklung des deutschen Nationalgefühls einwirken? (Klassenaufsatz.)

4. Nur dem Ernst, den keine Mühe pleichet,

Rauscht der Wahrheit tief versteckter Born.

Amias Paulet in Schillers Maria Stuart.

6. Was erfahren wir aus dem ersten Akt von Schillers Braut von Messina über die Vor- geschichte des Dramas?(Klassenaufsatz.)

7. Wie beweist der Dichter an dem Schicksal Kassandras die Wahrheit des Spruchs:Nur der Irrtum ist das Leben, und das Wissen ist der Tod?

8. Was erfahren wir aus der Eingangsscene von Goethes Iphigenie über Lage und Stimmung der Heldin?(Klassenaufsatz.)

3 Heymach. C. B: Ubersicht über die alte und mittlere

Zeit der deutschen Litteratur; Lebensbilder aus

der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn

des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über

Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener

Ausarbeitung. Lektüre: Klopstocks Oden mit

Auswahl; Schillers und Goethes Gedankenlyrik,

mehrere Gedichte Walters von der Vogelweide.

Litteraturproben. Lessings Laokoon; Schillers

Braut von Messina und Wilhelm Tell; Goethes

St

lphigenie, Euripides' Iphigenie auf Dauris in der Ubersetzung von Mähly. Wiederholung der in Obersekunda gelernten Gedichte; memoriert wurden: Abschnitte aus Goethes Iphigenie und Schillers Braut von Messina. Poetik im An- schluls an die Lektüre. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik. Fünf häus- liche und drei Klassenaufsätze.

Themata der Aufsätze:

1. Inwiefern ist Klopstock der Sänger der Freundschaft zu nennen?

2. Wie begründet Lessing seine Behauptung, dafs Schönheit das höchste Gesetz der pilden- den Kunst bei den Alten gewesen sei?

3. Inwiefern ist es unwahrscheinlich, daſs Vergil den Schöpfern der Laokoongruppe nachge- ahmt habe?(Klassenarbeit)

4. Welche Freunde aus der ersten Zeit seines Weimarer Aufenthaltes schildert uns Goethe in demTraumbilde seines Gedichtes Ilmenau?

5. Wie ist Goethes ParabelAdler und Taube zu erklären?

6. Durch welche Vorgänge in Schillers Braut von Messina wird der Glückswechsel herbei- geführt?(Klassenaufsatz.)

7. Welche Gewaltthaten in Schillers Wilhelm Tell deuten auf das Bestreben der Vögte hin, die vier Waldstätte unter das öster- reichische Joch zu beugen?

8. Worauf beruht in Goethes Iphigenie auf Tauris die Peripetie des Stücks?(Klassen- aufsatz.) Adam.

3. Lateinisch: 7 St. Lektüre: a) poetische: C. A: 2 St. Horaz Oden, Buch I und II. Einzelne Epoden und Satiren. Auswendig gelernt wurden mehrere Oden und einzelne Sinnsprüche; Metrik.

Range. C. B: 2 St. Horaz Oden, Buch I u. II, Epo- den und Satiren nach Auswahl; memoriert wurden einzelne Oden und Sinnsprüche; Metrik. Heil. b) prosaische: 3 St. G. A: Tacitus Ger- mania, Ciceros Briefe(Auswahl); extemporiert und privatim gelesen Livius B. XXIII u. XXIV 7. T. Range.

C. B: Tacitus Germania, Ciceros Briefe(Aus- wahl). Extemporiert und privatim gelesen Livius B. XXIVXXVI. Heil.

Grammatik: C. A und B: 2 St. Alle 14 Tage ein Extemporale, ein Exercitium oder eine UÜbersetzung aus dem, Lateinischen in das Deutsche; mündliche UÜbungen und Wieder- holungen; das Notwendigste aus Stilistik und Synonymik. In jedem Halbjahre eine deutsche Ausarbeitung(cf. Lehrpläne).

C. A: Range. C. B: Heil.

4. Griechisch: C. A: 6 St. Lektüre: a) prosaische: Platos Apologie u. Kriton samt einigen Kapiteln aus Phädon und Symposion; Thucydides VI mit Auswahl(33 Kapitel). In jedem Halbjahr eine kurze deutsche Ausarbeitung. Spamer.