Jahrgang 
1896
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3. Übersicht über die während des Schuljahres 1895/96 durchgenommenen Lehrpensa.

Oberprima.

Ordinarien: Cötus A: Oberlehrer Klau. Cötus B: Professor Dr. Flach.

1. Religionslehre: a) EFoangelische. 2 St. C A:

Glaubens- und Sittenlehre im Anschluſs an die Augustana. Erklärung des Evangeliums nach Johannes; des Römerbriefes, mit Auswahl. Wiederholungen. Spieſs.

C. B: Glaubens- und Sittenlehre im Anschluls an die Augustana. Erklärung des Römerbriefes, sowie ausgewählter Abschnitte des Johannes- Evangeliums. Wiederholungen. Spiels.

.b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I, 2): Ubersicht über die Glaubenslehre. Erster Teil der Glaubenslehre ausführlicher, nach Wedewers Grundrifs. Das Wichtigste aus der Sittenlehre. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: C. A und B je 3 St. C. A:

Litteraturkunde: Goethe und Schiller nebst deren berühmtesten Zeitgenossen, sowie bedeutendere neuere Dichter. Lektüre: Lessings Ham- burgische Dramaturgie mit Auswahl, im Anschluls daran das Wichtigste aus der Aristotelischen Poetik, die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes, Shakespeares Julius Cäsar, Goethes Torquato Tasso. Wiederholung der auf Unterprima gelernten Gedichte; neu memo- riert wurden einzelne Stellen aus dem Lesestoff; Vorträge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze; münd- liche und schriftliche Dispositionsüäbungen. Die Arten der Dichtung.

Themata der Aufsätze:

1. Wie zeigt sich Pylades in den Stunden der Not als besonnener Freund? Nach Goethes Iphigenie.(Klassenaufsatz.)

2. Welche Wandlung der religiösen Gesinnung zeigt sich in den Goetheschen Hymnen: Prometheus, Ganymed, Grenzen der Mensch- heit, das Göttliche?

3. Liegt dir Gestern klar und offen, Wirkst du heute kräftig, frei; Kannst du auf ein Morgen hoffen, Das nicht minder glücklich sei. (Klassenaufsatz.)

4. Labor omnia vincit improbus.

5. Wie wird im Nibelungenliede die Treue verherrlicht?(Klassenaufsatz.)

6. Wie entwickelt sich der Charakter Parzivals?

7. Hoffnung und Mäſsigung, euch verehr' ich auf einem Altare; Diese nur wecket die Kraft, jene nur sichert den Sieg.

8. Wie kommt die Freundschaft zwischen Tasso und Antonio zu stande? Nach Goethes Tasso.(Prüfungsaufsatz.) Schlaadt.

C. B: Litteraturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeitgenossen, sowie bedeutenderer neuerer Dichter. Lektüre: Lessings Emilia Galotti, Wie die Alten den Tod gebildet und Hamburgische Dramaturgie mit Auswahl, im Anschlufs daran das Wichtigste aus der Aristotelischen Poetik; Shakespeares Koriolan; Goethes Torquato Tasso und Abschnitte aus Goethes Faust und dessen Dichtung und Wahr- heit; Schillers Don Karlos, philosophische Ge- dichte, Abhandlung über Egmont und Vorlesung über Universalgeschichte; Proben aus der Prosa unserer bedeutendsten Klassiker. Wiederholung der auf Unterprima gelernten Gedichte; neu me- moriert wurden einzelne Stellen aus dem Lese- stoff. Vorträge über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze. Es wurde die Lehre von der Gedankenordnung in Verbindung mit den Grundlehren der Logik behandelt. Mündliche und schriftliche Dispositions- übungen.

Themata der Aufsätze:

1. Wie begründet Homer in seiner Ilias den Zorn und die Umkehr des Achilles?

2. Wir sind nicht auf Erden, um es gut zu haben, sondern um gut zu werden. (Klassenaufsatz.)

3. Welche Bedeutung hat die Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals?

4. Die Lebensanschauung des Horaz nach einer Auswahl seiner Gedichte.

5. Geben ist seliger als Nehmen. (Klassenaufsatz.)

6. Gedankenordnung in Schillers akademischer Antrittsrede über Universalgeschichte.

7. Ein Charakter: a) aus Fritz Reuters Werken (Bräsig u. a.) oder b) aus Webers Dreizehn- linden.

8. Dem Unglück wird die Hoffnung zugesellt, Furcht soll das Haupt des Glücklichen um- schweben.(Klassenarbeit.) 9. Wie erklärt sich der Verrat Koriolans und sein tragisches Ende? Nach Shakespeares Drama.(Prüfungsaufsatz.) Spieſs.