Jahrgang 
1895
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4) P. S. C. übersendet unter dem 25. September Abschrift eines Ministerial-Erlasses vom 13. September, betr. Belehrung der evangelischen Schüler in der Religionsstunde über die Bedeutung Gustav Adolfs für die evangelische Kirche anläſslich des 300 jährigen Geburtstags desselben (9. December 1894).

3 5) P. S. C. genehmigt am 12. November die neue Jugendgottesdienst-Ordnung für die evangelischen Schüler dahin, dass von nun an der Jugendgottesdienst für die Schüler von VI III, 1 alle 14 Tage in der Marktkirche obligatorisch stattfindet, dagegen den Schülern der II. und I. der Kirchenbesuch freigestellt und die Überwachung desselben den Eltern bezw. Vertretern derselben anheimgestellt wird.

6) P. S. C. übersendet unter dem 23. November einen Ministerial-Erlals vom 17. d. M., nach welchem in den Weihnachtsferien ein neusprachlicher UÜbungskurs in Frankfurt a. Main stattfindet.

7) P. S. C. genchmigt am 14. Januar 1895 folgende öffentliche Bekanntmachung des Direktors: »Da voraussichtlich mit Beginn des nächsten Schuljahres die drei Parallelklassen für die Gymnasial- Sexta, Quinta und Quarta, die bisher mit dem Realgymnasium verbunden waren, bei dem Gymnasium selbst errichtet werden, so sind alle Schüler, die kommende Ostern in das hiesige Gymnasium neu eintreten sollen, bei dem Unterzeichneten anzumelden.«

8) P. S. C. verfügt am 16. Januar, dafs die Eltern der Schüler gefragt werden sollen, ob sie unter Beibehaltung des Nachmittagsunterrichts den Beginn des Unterrichts im nächsten Sommer um 7 oder um 8 Uhr wünschen.(Die Abstimmung ergab für 8 Uhr 48, für 7 Uhr 328 Stimmen.)

9) P. S. C. übersendet unter dem 20. Februar Abschrift eines Ministerial-Erlaſses betr. Anschaffung des vom Reichsgesundheitsamt herausgegebenen Gesundheitsbüchleins.

III. Chronik der Anstalt.

Die Kandidaten des höheren Schulamtes, welche im Schuljahre 1893/94 an dem mit der

Anstalt verbundenen pädagogischen Seminar sich ihrer Ausbildung zum Lehrerberufe widmeten, ver- lielsen uns zu Ostern 1894, um an anderen Schulen den praktischen Vorbereitungsdienst fortzusetzen. Dagegen traten in das Seminar zum Beginne des Schuljahres 1894/95 folgende Herren als Mit- glieder ein:.

1) August Knögel aus Montabaur.

2) Rudolph Meyer aus dem Kapland.

3) Dr. Karl Rothländer aus Bremen.

4) Heinrich Steiger aus Wiesbaden.

5) Paul Thurmann aus Wiesbaden.

Zu Lehrern an dem Seminar ernannte das Provinzial-Schulkollegium aulfser dem Bericht- erstatter die Oberlehrer Professor Spiefs, Dr. Thomae und Mosheim. Das Schuljahr wurde am 5. April in herkömmlicher Weise eröffnet. Neu eingetreten in das Kollegium sind: der Hilfs- lehrer Unverzagt und Zeichenlehrer K. Schmidt. Im Mai erkrankten die Oberlehrer Professor Dr. Müller und Dr. Lohr, so dals letzterer bis zum Ende des Sommerhalbjahrs, ersterer bis zum Ende des Schuljahrs beurlaubt werden muſste. Für Prof. Dr. Müller trat der Hilfslehrer Eitel, für Dr. Lohr der Hilfslehrer Becker ein, der mit Schlufs des Sommersemesters wieder ausschied, da Dr. Lohr soweit genesen war, daſs er im Herbst wieder eintreten konnte; der erkrankte Lehrer Schmitt muſste auch während des Sommerhalbjahrs noch durch den Lehrer Paul vertreten werden.

Die Pfingstferien dauerten vom 13. bis zum 21. Mai.

Der Nachmitttagsunterricht wurde wegen grolser Hitze 4 mal ausgesetzt.