Jahrgang 
1895
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3. Übersicht über die während des Schuljahres 1894/95 durchgenommenen Lehrpensa.

Oberprima.

Ordinarien: Cötus A: Prof. Bücheler. Cötus B: Oberlehrer Klau.

1. Religionslehre: a) Evangelische. 2 St. C. A:

Glaubens- und Sittenlehre im Anschlufs an die Augustana. Erklärung des Galaterbriefes. Inhalt der wichtigsten Paulinischen Briefe. Wiederholungen. Lohr.

Von Pfingsten bis Herbste Becker.

C. B: Glaubens- und Sittenlehre im Anschlufs

an die Augustana. Erklärung des Römer- briefes. Wiederholungen. Spiefs.

b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I, 2): Ubersicht über die Glaubenslehre. Zweiter

Teil der Glaubenslehre ausführlicher nach Wedewers Grundrifs. Das Wichtigste aus der Sittenlehre. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: C. A und B je 3 St. C. A:

Litteraturkunde: Goethe und Schiller nebst deren berühmtesten Zeitgenossen, sowie bedeutendere neuere Dichter. Lektüre: Lessings Ham- burgische Dramaturgie mit Auswahl, im Anschluls daran das Wichtigste aus der Aristotelischen Poetik, die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes, Shakespeares Coriolan und Machbeth, Goethes Torquato Tasso und Egmont. Wiederholung der auf Unterprima gelernten Ge- dichte; neu memoriert wurden einzelne Stellen aus dem Lesestoff, Vorträge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze; mündliche und schriftliche Dispositions- übungen. Die Arten der Dichtung; Tropen und Figuren.

Themata der Aufsätze:

1. Alles in der Welt läſst sich ertragen, Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen. (Klassenaufsatz.) 2. Was versteht man unter Bildung? 3. Worin besteht die Schuld der Antigone in dem gleichnamigen Drama des Sophokles? 4. Charakter Coriolans, nach Shakespeares Coriolan. 5. Worin sind die Ursachen von Tassos Leiden zu suchen? Nach Goethes Tasso. 6. Welches Leben führte Tasso vor seinem Zusammentreffen mit Antonio? (Klassenaufsatz.) 7. Worin besteht die wahre Freiheit? 8. Inwiefern bewahrheitet sich in der preufsi- schen Geschichte der Spruch: per aspera ad astra?(Prüfungsaufsatz.) Adam.

C. B: Litteraturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeitgenossen, sowie bedeutenderer neuerer Dichter. Lektüre: Lessings Emilia Galotti und Hamburgische Dramaturgie mit Auswahl, im Anschlufs daran das Wichtigste aus der Aristotelischen Poetik; Shakespeares Hamlet; Goethes Torquato Tasso und Abschnitte aus Goethes Faust und dessen Dichtung und Wahrheit; Schillers philosophische Gedichte und Vorlesung über Universalgeschichte; Proben aus der Prosa unserer bedeutendsten Klassiker. Wiederholung der auf Unterprima gelernten Gedichte; neu memoriert wurden einzelne Stellen aus dem Lesestoff. Vorträge über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Aus- arbeitung. Aufsätze. Es wurde die Lehre von der Gedankenordnung in Verbindung mit den Grundlehren der Logik behandelt. Mündliche und schriftliche Dispositionsübungen.

Themata der Aufsätze:

1. Mittelweg sichrer Steg.

2. Wodurch ist Rom eine Weltmacht geworden? (Klassenaufsatz.)

3. Was fordert Lessing von einer guten Tragödie? 4. Was versteht man unter Groſsmut?

5. Die Katastrophe in Lessings Emilia Galotti. (Klassenaufsatz.) 6. Welche Bedeutung hat der Begriff des Privat- eigentums für unsere Sittlichkeit? 7. Herz ohne Kopf, Kopf ohne Herz, verhängisvolle Gaben; des Menschen Heil ist Kopf und Herz am rechten Fleck' zu haben. (Klassenarbeit.)

8. Inwiefern ist in den beiden ersten Scenen des Goetheschen Torquato Tasso die Ex- position des Dramas enthalten?

(Klassenarbeit.)

9. Eine Vergleichung des Absolutismus der Hohenzollern mit demjenigen der Bourbonen. (Prüfungsaufsatz.) Spiefs.

3. Lateinisch: 6 St. Lektüre a) poetische. 2 St. Horaz Oden, Buch I und II. Satir. I, 6. Epist. I, 1, 2, 7, 10, 13, 16, V. 116, 20. 1

Im Sommer: Paehler.

Im Winter: Pischer.

b) prosaische: 3 St. C. A: Ciceros Verrina V (de suppliciis); Tacitus' historiae, Buch I und II. Extemporiert Livius B. 33 und 34, einschlielslich der Privatlektüre. Adam.

C. B: Ciceros Phil. I, II; Tacitus' Germania. Extemporieren aus Livius B. 33 35. Bis Pfingsten: Müller, dann Fritze.