Jahrgang 
1893
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2. Deutsche Sprache: 3 St. C. A.:

Unterprima.

Ordinarien: Cötus A: Prof. Dr. Müller. Cötus B: Oberlehrer Seipp.

1. Religionslehre: a) Euangelischeé. 2. St. Kirchen-

geschichte unter Beschränkung auf die für die kirchlich-religiöse Bildung der evangelischen Jugend unmittelbar bedeutsamen Stoffe: das Judenchristen- tum, die Paulinische Auffassung über Person und Werk Christi, Augustinus, Pelagius, die Entwickelung der römisch-katholischen Kirche, die Reformation und ihre Vorbereitung, die wichtigsten Richtungen in der Fortentwickelung der evangelischen Kirche, auch neuere Sekten. Erklärt wurden die Briefe Pauli an die Galater, Philipper, an Philemon, der erste Brief an die Korinther, der Brief des Jakobus, das meiste unter Heranziehung des Urtextes. Ge- legentliche Wiederholungen aus früher durchge- nommenen Gebieten des Religionsunterrichts.

Spiefs. b) Katholische(zusammen mit I, 1)

5 häusliche und 3 Klassenaufsätze. Das Wichtigste aus der Dispositionslehre und Stilistik sowie Wiederholungen aus der Poetik; letzteres im Anschluss an die Lektüre. Lebensbilder aus der deutschen Litteratur- geschichte vom Beginn des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper Darstellung. Vorträge der Schüler über Leben und Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Einige Oden Klopstocks; Lessings Laokoon mit Auswahl; Schillers Braut von Messina; Goethes Iphigenie auf Tauris; Herders Cid; Schillers und Goethes Gedankenlyrik; eine Auswahl aus den Gedichten Walthers von der Vogelweide. Auswendig gelernt wurden einzelne Verse aus der Braut von Messina und Iphigenie, der Anfangsmonolog aus der Iphigenie und Goethes Zueignung; wiederholt wurden die in Obersekunda gelernten Gedichte.

Themata der Aufsätze:

1. Wie kommt die Versöhnung zwischen Don Manuel und Don Cesar zustande?(Nach Schillers Braut von Messina.)

2. Wodurch verschulden Don Manuel und Don Cesar ihren Untergang?(Klassenaufsatz.)

3. Warum gehen so vieèéle unserer Hoffnungen nicht in Erfüllung?

4. Der Mensch bedarf des Menschen.

5. Wie beweist Cid seine Vasallentreue?(Nach Herders Cid.)(Klassenaufsatz.)

6. Gedankengang des Anfangsmonologs in Goethes Iphigenie auf Tauris.

7. Wie gelangt in Goethes Iphigenie die Wahr-

heit zum Siege?

. Wer ernten will, muss säen.(Klassenarbeit.)

Schlaadt. C. B.: 5 häusliche und 3 Klassenaufsätze:

Kleinere Abhandlungen aus dem den Schülern im

Unterrichte eröffneten Gesichtskreise. Das Wich-

tigste aus der Dispositionslehre und Stilistik sowie

Wiederholungen aus der Poetik, letzteres im An-

schluss an die Lektüre. Ferner: Lebensbilder aus

der deutschen Litteraturgeschichte vom Beginn des

16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in knapper

Darstellung. Vorträge der Schüler über Leben und

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-1

Werke deutscher Dichter nach eigener Ausarbeitung. Lektüre: Lessings Laokoon mit Auswahl; einige Oden Klopstocks; Schillers und Goethes Gedanken- lyrik; Shakespeares Julius Cäsar; Schillers Braut von Messina; Goethes Iphigenie auf Tauris, im Anschluss hieran die Euripideische Iphigenie; Herders Cid; eine Auswahl aus Walther von der Vogelweide und mehrere Litteraturproben(Wolfram von Eschen- bach, Hans Sachs u. a.). Memoriert wurden: Goethes Zueignung, der Anfangsmonolog und der Parzengesang aus dessen Iphigenie, einige Verse aus Schillers philosophischen Gedichten; Wieder- holung der in Obersekunda gelernten Gedichte.

Themata der Aufsätze:

. Nemo ante mortem beatus.(Chrie.) . Was besingt Klopstock in seiner OdeDer Züricher See?

3. Wenn nichts im Mörser ist, giebt's grofsen Lärm.(Klassenaufsatz.)

4. Was verstehen wir unter Eigennutz?

(Klassenaufsatz.)

5. Welche Beziehungen enthält Lessings Laokoon auf Winckelmann?

6. Die Frauencharaktere in Herders Cid.

7. Inhalt der beiden ersten Akte in Goethes

d

Iphigenie. 8. Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurück. (Klassenarbeit.) Spiefs.

3. Lateinisch: 6 St. Lektüre a) poetische: C. A u. B

zusammen 2 St. Horaz' Oden, Buch III und IV. Epode 7. Satir. I, 1. Paehler. b) prosaische: 3 St. C. A: Ciceros Briefe (Auswahl). Tacitus Annalen I und II. Extem- porieren aus Livius XXXI-OXXXIII. Müller. C. B: 3 St. Ciceros Briefe(Auswahl); Tacitus Annalen I und II(des Germanicus Feldzüge gegen

die Germanen); Extemporieren aus Livius XXIV bis XXVII. Otto.

Schriftliche UÜbungen: 1 St. Alle 14 Tage ein Extemporale, ein Exercitium oder eine Übersetzung aus dem Lateinischen in das Deutsche; bisweilen eine lateinische Inhaltsangabe von gelesenen

Stücken. Müller. Otto.

4. Griechisch;: 6 St. Lektüre: C. A: Platos Apologia

Socratis, Homer Ilias XII. Extemporieren aus Xenophons Cyropaedie. Müller.

C. B: Platos Protagoras; Homers Ilias IIX,

XILu. XII; Extemporieren aus Xenophons Cyropaedie. Otto.

Schriftliche Ubungen: Alle 4 Wochen eine Über-

setzung aus dem Griechischen in das Deutsche. Grammatische Wiederholungen.

Müller. Otto. 5. Französisch: 2 St. a) Grammatik: Zusammen-

fassende Wiederholungen nebst mündlichen Uber- setzungen ins Französische; alle 14 Tage eine UÜbersetzung aus dem Französischen oder ein Diktat.

b) Lektüre: C. A: Thiers: Waterloo. Souvestre: Un philosophe sous les toits.