Jahrgang 
1889
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1) Während der Osterferien des vorigen Jahres, am 26. März 1888, leisteten der Direktor und die in Wiesbaden anwesenden Lehrer der Anstalt Seiner Majestät dem Kaiser und Könige Friedrich III. den Diensteid ab. Die Vereidigung der damals verreisten Lehrer fand am 11. April statt.

2) Mit dem Schlusse des Schuljahres 1887/88 schied der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Heinrich Schmitt, der seit Herbst 1883 an der Anstalt mit hingebendem Eifer und schönem Erfolge gewirkt hatte, aus dem Lehrerkollegium, um eine ordentliche Lehrerstelle am Wilhelms-Gymnasium in Kassel zu über- nehmen. Statt seiner wurde der Kandidat des höheren Schulamts Julius Pistor, bis dahin am Gymnasium in Hersfeld thätig, dem Gymnasium zu kommissarischer Beschäftigung überwiesen. Mit der Vertretung des wegen seines Lungenleidens auch im Schuljahre 1888/89 beurlaubten ordentlichen Lehrers Dr. Scholz wurde durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums der Kandidat Hermann Neubourg peauftragt, der zuletzt am Gymnasium in Dillenburg als Hilfslehrer beschäftigt war. Für den ordent- lichen Lehrer Köhler war im Sommersemester eine Vertretung nötig, da derselbe zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen halbjährigen Urlaub erhielt. Seine Lektionen übernahmen die Kandidaten Dr. Hermann Lewin und Wilhelm Schmidt, von denen der erstere am hiesigen Realgymnasium gewirkt hatte, der zweite seit Herbst 1886 am Gymnasium thätig gewesen war.

* 3) Das neue Schuljahr wurde Mittwoch den 11. April 1888 durch eine Feierlichkeit in der Aula

eröffnet. Der Kandidat des höheren Schulamts Dr. Karl Thomae trat mit diesem Zeitpunkte das pädagogische Probejahr an der Anstalt an.

4) Die Pfingstferien dauerten vom 20. bis 27. Mai.

5) Der wissenschaftliche Hilfslehrer Seipp war vom 1. Juni ab zu einer achtwöchigen militärischen Dienstleistung eingezogen. Er wurde während dieser Zeit durch den Kandidaten Dr. Karl Thomae vertreten.

6) Als am 15. Juni die erschütternde Botschaft von dem neuen schweren Schlage einlief, der unser Kaiserhaus und das ganze deutsche Volk in kurzer Frist nach der vorausgegangenen Heimsuchung petroffen, versammelte der Direktor die Lehrer und Schüler in der Aula, um ihnen von dem Ableben. Seiner Majestät des Kaisers und Königs Friedrich Kenntnis zu geben und dem patriotischen Schmerze über diesen abermaligen herben Verlust Worte zu leihen. Der Unterricht wurde darauf ausgesetzt. Bei der Gedächtnisfeier, welche für den in Gott ruhenden Herrscher nach der von hoher Stelle aus ergangenen Anordnung am 30. Juni in der Aula stattfand, hielt der Gymnasiallehrer Dr. Heinrich Thomae die Trauer- rede. Die Vereidigung des ganzen Lehrerkollegiums zur Treue gegen Seine Majestät den Kaiser und König Wilhelm II. erfolgte am 17. Juli.

7) Am 25. Juni wurde wegen groſser Hitze der Nachmittagsunterricht ausgesetzt. 8) Vom 15. August bis zum 19. September dauerten die Herbstferien.

9) Zum Beginne des Wintersemesters begann der Kandidat des höheren Schulamts Hermann Giesselmann aus Wildungen am Gyminasium das gesetzliche Probejahr. Für den Hilfslehrer Neubourg, der eine Hilfslehrerstelle am Gymnasium zu Saarbrücken übernahm, wurde die Vertretung des ordentlichen Lehrers Dr. Scholz dem Hilfslehrer Wilhelm Watermeyer aus Kassel anvertraut.

10) Durch Allerhöchste Ordre, d. d.Wilhelmshaven, an Bord Meiner Yacht Hohenzollern, den 12. September 1888, ermächtigten Seine Majestät der Kaiser und König den Herrn Minister, dem unter- zeichneten Direktor für die Zeit vom 1. Oktober 1888 bis Anfang Januar 1889 zur Ausführung einer Studienreise nach Italien Urlaub zu erteilen. Mit der Führung der Direktorialgeschäfte wurde durch das Königliche Provinzial-Schulkollegium der erste Oberlehrer Prof. Otto beauftragt.

11) Zur Erinnerung an den Geburtstag weiland Seiner Majestät des Kaisers Priedrich III. fand am 18. Oktober in der Aula eine vaterländische Feier statt, bei welcher Prof. Otto die Gedenkrede hielt. Bei dieser Gelegenheit wurde entsprechend einer Anordnung der vorgesetzten Behörde drei Schülern,

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