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sein; die gymnasialen Parallelklassen für die drei Unterstufen sind mit dem hiesigen Realgymnasium verbunden.
2) Die durch den Tod des Pedellen Georg Wild vakant gewordene Schuldienerstelle wurde laut Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 4. März 1885 dem Vicefeldwebel a. D. Tobias Otto zu Wiesbaden(geboren am 16. März 1851 zu Hersfeld) vom 1. April 1885 ab übertragen.
3) Am 15. und 26. Juni 1886 wurde wegen grolser Hitze der Nachmittagsunterricht ausgesetzt.
4) Am 3. Juli 1885 starb zu Wiesbaden nach kurzem Krankenlager der Amtsvorgänger des Berichterstatters, Herr Oberschulrat a. D. Dr. Karl Schwartz, Ritter des roten Adlerordens dritter Klasse und anderer hohen Orden. Geboren zu Düsseldorf am 31. August 1809, hatte er seit dem Jahre 1831 zu Münster, Warburg, Rietberg und Fulda als Lehrer gewirkt. Nachdem er in Fulda vom Jahre 1850 bis 1858 dem dortigen Gymnasium als Direktor vorgestanden, wurde er von der vormals Herzoglich nassauischen Landesregierung an das Gymnasium in Hadamar berufen, dessen Leitung er Ostern 1858 mit dem Charakter eines Oberschulrates übernanm. Im Herbste des Jahres 1862 siedelte er als Direktor des Gymnasiums nach Wiesbaden über; einige Zeit darauf wurde ihm neben diesem Amte das Referat über die höheren Lehr- anstalten des Herzogtums übertragen, welches er bis zur Einverleibung des Landes in Preufsen führte. Als er 43 Jahre lang im Lehrfache thätig gewesen war, bat er um Versetzung in den Ruhestand, die ihm in der ehrenvollsten Weise zum 1. Oktober 1874 gewährt wurde. Seitdem lebte er, nur seinen wissenschaft- lichen Studien sich hingebend, in unserer Stadt, die ihm eine zweite Heimat geworden war. Der Wunsch, den der Unterzeichnete im Gymnasial-Programme vom Jahre 1875(S. 26) ausgesprochen:„Möge dem durch seine Leistungen auf dem Gebiete der vaterländischen Geschichte und Altertumskunde in weiten Kreisen bekannt gewordenen Manne die jetzt vergönnte Mulse es ermöglichen, die grölseren wissenschaftlichen Arbeiten, mit denen er sich beschäftigt, glücklich zu vollenden!”“— dieser Wunsch ist ihm in Erfüllung gegangen. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, die litterarischen Arbeiten, welche der bis an sein Ende rastlos schaffende Gelehrte veröffentlicht hat, sämtlich aufzuzählen und eingehend zu besprechen; nur seine zwei bedeutendsten Werke: 1) das Leben des Generals v. Clausewitz und der Frau Marie v. Clausewitz, geb. Gräfin v. Brühl, mit Briefen, Aufsätzen, Tagebüchern etc., 2 Bände, Berlin 1878, und 2) das Leben des Landgrafen Friedrich V. von Hessen-Homburg unter dem Titel: Landgraf PFriedrich V. von Hessen- Homburg und seine Pamilie, aus Archivalien und Familienpapieren, 3 Bände, Rudolstadt 1878, mögen an dieser Stelle Erwähnung finden.
Nachdem ihn der Tod seinen trauernden Kindern entrissen hatte,— die Gattin war ihm schon vorausgegangen,— betrachtete es die Anstalt, der er zwölf Jahre hindurch in treuester Hingebung seine ganze Kraft gewidmet, als eine Pflicht der Pietät, dem Entschlafenen die letzten Ehren zu erweisen. Am 5. Juli 1885 geleiteten die Lehrer und Schüler des Gymnasiums die sterbliche Hülle zur Ruhestätte. Der Gesang- chor trug vor und nach der Einsegnung am Grabe die Lieder vor:„Wie sie so sanft ruhen!“ und „Auferstehn, ja auferstehn!“
Das Andenken an den Heimgegangenen wird uns immerdar teuer bleiben, und alle, die ihn kannten, werden mit uns die trefflichen Eigenschaften seines Charakters, edle Humanität, wahre Herzensbildung und echte Religiösität, nicht minder wie sein reiches, vielseitiges Wissen hoch in Ehren halten. Er ruhe in Prieden!
5) Den Sedantag des vorigen Jahres feierten wir nicht in den Räumen der Anstalt, sondern auf dem Niederwalde vor dem herrlichen Bilde der Germania. Die Lehrer und Schüler aller Klassen fuhren am 2. September 1885 früh morgens mit einem Zuge der Rheinbahn nach Rüdesheim und erstiegen dann die Berghöhe. Auf dem freien Platze vor dem Denkmale sangen die Gymnasiasten patriotische Lieder und führten unter Leitung des Turnlehrers Güll mehrere Freiübungen aus. Darauf verbreitete sich der Direktor in einer an die Schüler gerichteten Ansprache über die Bedeutung des nationalen Festes wie des errichteten Monumentes und schlofs mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König, in das alle begeistert einstimmten. Nach dem Absingen der Nationalhymne trennten sich die verschiedenen Klassen, um mit ihren Lehrern weitere Spaziergänge in die Umgegend zu machen und an verschiedenen Orten das Mittagsmahl einzunehmen. Gegen Abend kehrten alle mit der Eisenbahn nach Wiesbaden zurück. Das schönste Herbstwetter begünstigte die ohne jeden Unfall verlaufende Festfahrt.
6) Der Kandidat des höheren Schulamts Joseph Franke aus Wiesbaden trat zum Beginne des Wintersemesters an der Anstalt das pädagogische Probejahr an.
7) Vom 1. Oktober 1885 ab rückten die ordentlichen Lehrer Dr. Lohr, Fritze, Schlaadt, Rauch und Dr. Thomae, da durch den Austritt des Dr. Widmann eine Stelle erledigt war, nach einer
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