Jahrgang 
1886
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Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums d. d. 22. september pr. in die nächst höhere Stufe auf. Die vorletzte Stelle blieb einstweilen unbesetzt, in die letzte wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer des Gymnasiums Karl Spamer berufen, über dessen Leben hier der Sitte gemäſs kurze Mitteilungen folgen.

Karl Spamer, geboren zu Diez am 31. März 1855, Sohn des zu Dillenburg verstorbenen Kreisgerichtsrates Spamer, besuchte das Progymnasium zu Dillenburg und dann das Gymnasium zu Weilburg. Von Ostern 1874 an widmete er sich zu Leipzig, Tübingen, Berlin und Marburg dem Studium der Philologie, bestand vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission in Marburg am 13. Juni 1879 die Prüfung pro facultate docendi und legte von Herbst 1879 bis Herbst 1880 am Königl. Realgymnasium in Wiesbaden das Probejahr ab. Von Ostern 1881 ab war er am hiesigen Gymnasium als Hilfslehrer thätig, bis er zum ordentlichen Lehrer ernannt wurde.

8) Am 29. Oktober 1885 wurde der Unterricht wegen der Wahlen zum preufsischen Abgeordneten- hause ausgesetzt.

9) Dem Oberlehrer Dr. Müller verlieh der Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten durch Patent vom 4. November 1885 in Anerkennung seiner Leistungen den Professortitel.

10) Gemäſs einer Anordnung des Herrn Ministers fiel am 1. Dezember 1885 wegen der an diesem Tage stattfindenden allgemeinen Volkszählung der Unterricht aus.

11) Am 4. Januar 1886, dem ersten Schultage nach Schluſs der Weihnachtsferien, veranstalteten wir in der Aula eine Festfeier, um das fünfundzwanzigjährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers und Königs würdig zu begehen. Nachdem der Chor das LiedSalvum fac regem gesungen, sprach der Direktor ein der Bedeutung des Tages entsprechendes Gebet, entwarf sodann in längerer Rede ein über- sichtliches Lebensbild des allverehrten Monarchen, feierte die reichen Segnungen seiner bisherigen Regierung und mahnte die Schüler unter dem Hinweis auf seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften zur Nacheiferung, wie zur Liebe und Treue gegen König und Vaterland, gegen Kaiser und Reich. Mit einem dreifachen Hoch auf den Jubelgreis und dem Absingen der Nationalhymne wurde der Aktus geschlossen.

12) Durch Verfügung vom 11. März 1886 bestimmte das Provinzial-Schulkollegium, daſs der ordentliche Lehrer Spamer in die vakante vorletzte Lehrerstelle vom 1. Mai d. J. aufrücken solle, und verlieh zugleich die dadurch zur Erledigung gelangende letzte Stelle dem bisherigen Hilfslehrer Klau, über dessen Leben im Nachstehenden berichtet wird.

Joseph Klau, geboren am 4. April 1857 zu Montabaur, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, von welchem er im Herbste 1876 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Hierauf studierte er Mathematik und Naturwissenschaften in München, Berlin und Marburg. Nachdem er vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission zu Marburg am 19. November 1880 das Examen pro fac. doc. abgelegt hatte, wurde er am 15. Dezember desselben Jahres von dem Königl. Provinzial-Schulkollegium dem hiesigen Gymnasium zur Ableistung des Probejahres überwiesen, während dessen er von Ostern 1881 ab bereits zur Aushilfe kommissarische Beschäftigung fand. Er verblieb an der Anstalt als wissenschaftlicher Hilfslehrer bis zu seiner nun- mehr erfolgten definitiven Anstellung.

13) Samstag den 10. März 1886, nachmittags von 3 bis 6 Uhr, wurde die herkömmliche öffentliche Turnprüfung des Gymnasiums in der Turnhalle abgehalten. Der äuſserst zahlreiche, von Jahr zu Jahr stärker gewordene Besuch, durch den wir bei der Gelegenheit beehrt wurden, gibt uns den erfreulichen Beweis, dals sowol unter den Eltern der Schüler wie unter den Freunden der Gesundheitspflege das Interesse für diese Veranstaltungen fortwährend im Wachsen begriffen ist.

14) Am 22. März 1886 begingen wir das hohe Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs durch eine Schulfeier in der Turnhalle. Der Unterprimaner Franz Hümmerich sprach in einem freien Vortrage überEmanuel Geibel, des deutschen Kaisers und Reiches Herold. Der Gymnasiallehrer Dr. Thomae pries in der Festrede die Friedensregierung des Kaisers, dem die ganze Versammlung ein jubelndes Hoch ausbrachte. Hieran schlofs sich die Entlassung der Abiturienten durch den Direktor.