Jahrgang 
1884
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Leitung verbleibende Sexta unmöglich sei, indem er zugleich auf die am Realgymnasium herzustellende Parallel-Abteilung verwies.

15) Am 11. März wohnte Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer dem Unterrichte mehrerer Lehrer der Anstalt bei.

16) Am 15. März trat der Gymnasiallehrer Dr. Scholz einen ihm von dem Herrn Unterrichts- minister behufs einer Reise nach Italien bis zum 30. Juni d. J. bewilligten Urlaub an. Die Vertretung übernahm mit Genehmigung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums der Kandidat Dr. Schmitt. Im übrigen verlief das Schuljahr ohne grölsere Störungen des regelmäſsigen Unterrichtsganges, da der Gesund- heitszustand der Lehrer ein zufriedenstellender war. Doch muſsten wegen Krankheit oder sonstiger Behinderung Oberlehrer Dr. Müller an 6, Oberlehrer Dr. Büsgen, Gymnasiallehrer Dr. Spiefs und Gymnasial- lehrer Rauch an 4, Hilfslehrer Spamer und Zeichenlehrer Kreutzer an 3, Oberlehrer Dr. Flach an 2 Tagen durch die Kollegen vertreten werden.

17) Am 22. März feierten wir das hohe Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs durch einen öffentlichen Schulaktus in der Turnhalle. Der Unterprimaner Emil Schaffner sprach in einem freien Vortrage über E. M. Arndt als Sänger der Freiheit. Die Festrede hielt. Gymnasiallehrer Dr. Lohr über Olympia. Darauf wurden die Abiturienten durch den Direktor aus der Anstalt entlassen.

18) Samstag den 15. März, nachmittags von 3 Uhr ab, wurde in der Turnhalle die seit 4 Jahren bei uns eingeführte öffentliche Turnprüfung der Schüler abgehalten. Viele Eltern unserer Zöglinge sowie manche Freunde der Gesundheitspflege und des Turnwesens erfreuten uns bei dieser Gelegenheit durch ihre Anwesenheit. Indem ich für den sehr zahlreichen Besuch den herzlichsten Dank hiermit ausspreche, erlaube ich mir zugleich, den Eltern unserer Schüler eine Bitte ergebenst ans Herz zu legen. Aus den in Abschnitt IV, Seite 22 f. mitgeteilten Ministerial-Erlassen ist zu ersehen, welchen Wert die preuſsische Unterrichtsverwaltung der Pflege des Turnens und der Turnspiele beimilst. Am hiesigen Gymnasium sind die Einrichtungen, welche in den neuesten Verfügungen des Herrn Ministers so warm empfohlen werden, bereits vor einigen Jahren getroffen(vergl. Seite 14), da wir auch über die Zahl der obligatorischen Turnstunden hinaus den Schülern Gelegenheit geboten haben, die Leibesübungen zu pflegen. Mit den auf diesem Wege gewonnenen Resultaten können wir im allgemeinen zufrieden sein, aber es läſst sich nach unserer Ansicht noch viel mehr erzielen, wenn die geehrten Eltern der Schüler die Güte haben wollen, unsere Bestrebungen in stärkerem Grade zu unterstützen, als dies bisher geschehen ist. Um den Schülern die Lust an der Sache nicht zu verkümmern, sowie um Konflikte mit dem Elternhause zu vermeiden, haben wir es bisher geflissentlich vermieden, die Teilnahme der Schüler an dem Turnvereine und den frei- willigen Turnspielen durch Zwang oder Druck herbeizuführen oder lebendig zu erhalten. Als Grundsatz hat uns gegolten:Wer erscheint, ist willkommen; nach Abwesenden wird nicht gefragt. An diesem Prinzip soll auch ferner festgehalten werden. Wir würden aber dankbar dafür sein, falls die Eltern ihren Söhnen die Beteiligung an den Veranstaltungen nachdrücklich empfehlen oder wenigstens nicht verbieten wollten. Wenn der Ministerial-Erlals vom 27. Oktober 1882 erwähnt, dals gegen die Turnspiele wie gegen andere körperliche UÜbungen sich immer noch hin und wieder Vorurteile finden, so scheint das auch in einzelnen Kreisen der hiesigen Bevölkerung der Fall zu sein. Ist auch im ganzen die Teilnahme der Schüler an den fakultativen Einrichtungen eine erfreuliche gewesen, so sind wir in dieser Hinsicht doch noch weit entfernt von dem, was wir erstreben. Die Spiele finden unter Aufsicht eines Lehrers statt, der dafür sorgt, daſs keine Ungehörigkeit sich zuträgt und dals der Kampf, der nach den Worten des Herrn Ministersmit jedem rechten Spiel verbunden ist, nicht ausartet. Immerhin kann dabei besonders wenn die Schüler nicht in Turnkleidung erscheinen, deren Beschaffung wir dringend anraten wohl einmal ein Rock- zipfel zum Opfer fallen. So begreiflich es ist, daſs über ein solches Ereignis namentlich die Mutter keine sonderliche Freude empfindet, so möchte ich doch der geneigten Erwägung anheimstellen, ob man nicht diese kleinen Unfälle lieber ertragen, als sofort dem Sohne die Teilnahme untersagen wolle. Selbst