Jahrgang 
1884
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leichte körperliche Verletzungen, die übrigens nur ganz vereinzelt vorgekommen sind, sollte man nicht gleich tragisch auffassen. Manche Schüler ferner können deshalb zu den Spielen nicht erscheinen, weil sie an den freien Nachmittagen Unterricht in Gegenständen erhalten, welche nicht im Lehrplane der Schule begriffen sind. Insbesondere kommen dabei die Musikstunden in betracht. Gewils wird niemand etwas dagegen einzuwenden haben, daſs Schüler, die musikalisch begabt sind, ein Instrument erlernen; allein vielfach erhalten auch solche Knaben Musikunterricht, denen die Anlagen gänzlich fehlen; hier wird die äufserliche Fertigkeit, die vielleicht zu erreichen ist, den Lernenden und wie viel mehr noch anderen! zur Qual. Ein fröhliches Bewegungsspiel in frischer Luft dürfte diesen Schülern weit heilsamer sein.

Zum Schlufs möchte ich mir die Freiheit nehmen, auf einen in unseren lokalen Verhältnifsen begründeten Mangel aufmerksam zu machen, den die Schule schon lange empfunden hat, aber zu beseitigen aufser stande ist. Wir entbehren in Wiesbaden eines das ganze Jahr hindurch zu benutzenden Schwimmbades für die Jugend. Freilich in den heiſsen Sommermonaten haben unsere Schüler die Möglichkeit, im Rheine das Schwimmen zu üben(s. S. 14), aber die Fahrt bezw. der Gang nach Biebrich und zurück nimmt immerhin viel Zeit in Anspruch, und was wichtiger ist für Herbst, Winter und Frühjahr ist nicht gesorgt. Und doch würde es der Kunst der Hydrotechniker und Architekten sicherlich ein leichtes sein, mit Benutzung der unserer Stadt zuflieſsenden Gebirgsbäche oder unserer Thermen eine Schwimmanstalt zu errichten, in der sowohl der geschlossene Raum wie das strömende Wasser eine ständige, von ärztlicher Seite zu bestimmende Durchschnittstemperatur hätte. Wenn opferwillige Männer, denen die Förderung der Gesundheit des heran- wachsenden Geschlechtes am Herzen liegt, sich zusammenthäten, die angedeutete Einrichtung ins Leben zu rufen, so würde es ihnen für alle Zeit jeder Freund der Jugend Dank wissen. Sollte die Sache auf diesem privaten Wege nicht durchführbar sein, so würde die bewährte Fürsorge unserer städtischen Behörden unzweifelhaft die Mittel finden, in irgend einer Form den Plan zu verwirklichen.

Ich bitte diese Bemerkung als eine Anregung hierzu mit freundlichem Wohlwollen aufzunehmen.

III. Entlassungs-Prüfung.

1) Im Sommersemester 1883 meldete sich ein Oberprimaner zur Entlassungs-Prüfung. Derselbe unterzog sich dem schriftlichen Examen am 9., 10., 11., 12., 13. Juli. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitze des Direktors am 13. August statt. Dem Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

2) Im Wintersemester legten 31 Oberprimaner die Prüfung ab. Die schriftlichen Arbeiten wurden am 4., 5., 6., 7., 8. Februar c. angefertigt. Bei der mündlichen Prüfung, zu der 30 Abiturienten erschienen, einer war erkrankt führte am 12. März Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer, am 13. und 14. März der Berichterstatter den Vorsitz. Alle Examinanden wurden für reif erklärt. 13 Abiturienten, nämlich die Schüler Adam, Auler, Behrendsen, Brück, Diehl, Dünschmann, Hopman, Knauer, Pagenstecher, Sassmann, Spiefs, Streitberg, Unverzagt wurden von der münd- lichen Prüfung entbunden.

7 1 Der Abiturient, der vom 12.14. März an der Prüfung nicht teil nehmen konnte, bestand am 17. März. Die umstehende Tabelle berichtet über die persönlichen Verhältnisse der Abiturienten.