Jahrgang 
1878
Einzelbild herunterladen

Ib. 3 St. Einführung in die zweite Blüteperiode der deutschen Literatur. Der innere Entwicklungsgang derselben wurde in seinen Grundzügen dargelegt, und die bedeutendsten Erscheinungen wurden aus- führlich behandelt. Gelesen und erklärt wurden: Schillers Wilhelm Tell, Jungfrau von Orleans, Braut von Messina, über naive und sentimentalische Dich- tung; Herders Cid; ausgewählte Oden und Elegien von Klopstock, sowie von dessen Messias der Ein- gang, der Tod Marias(XII.) und Abadonnah (II. und XIX.); Lessings Laokoon, Wie die Alten den Tod gebildet, Literaturbriefe(7 14, 1719, 63 66), Emilia Galotti. Im Sommer wurde eine praktische Anleitung zur Abfassung von Aufsätzen gegeben; Vorträge aus dem Gebiete der Literatur- geschichte und der Lectüre; Declamationsübungen. Aufsätze über folgende Themata:

1. Wodurch sucht die Gräfin Terzky nach Schillers Darstellung Wallenstein zu einer Verbindung mit den Schweden zu bewegen?

2. Gang der Handlung in Schillers Jungfrau von Orleans.

3. Warum ist in Schillers DramaWilhelm Tell dieser die Hauptperson?

4.Ein andres Antlitz, eh' sie geschehn,

Ein andres zeigt die vollbrachte That. 1(Chrie; Klassenarbeit.)

5. Charakter Cids nach Herder.

6. Warum kann man Athene mit Recht als die Schutzgöttin des Odysseus und seines ganzen Hauses bezeichnen?(Nach der Odyssee.)

7. Deutschlands Lob in Klopstocks Oden.

8. Wie ist es zu erklären, dass Frankreich seit dem dreissigjährigen Kriege in politischer, lite- rarischer und socialer Beziehung einen so be- deutenden Einfluss auf Deutschland ausübte?

9. Vergleichung der Laokoonscene bei Vergil (Aen. II, 199 ff.) mit der Laokoongruppe.

10. Die Idee der Unsterblichkeit in Schillers lyrisch- didaktischen Gedichten.

11. Charakter des Grafen Appiani in Lessings Emilia Galotti.

Einige Unterprimaner bearbeiteten das Thema:

12. Friedrich Rückert als Dichter der Befreiungs- kriege. Adam.

Ia. 3 St. Uebersicht über die Geschichte der deutschen Sprache und das Wichtigste aus der mittelhochdeut- schen Grammatik. Die Hauptepochen der deutschen Literatur bis auf Klopstock; die wichtigsten Erschei- nungen derselben wurden eingehend besprochen und durch Mittheilung von Proben erläutert. Lectüre: Göthe, Iphigenie und Torquato Tasso. Shakespeare, Julius Cäsar, übersetzt von Schlegel. Ausgewählte Lieder Walthers von der Vogelveide. Théorie des deutschen Aufsatzes. Freie Vorträge über geschicht- liche Stoffe. Aufsàtze über folgende Themata:

1. Ans Naterland, ans theure schliess, dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.

.Es bildet ein Talent sich in der Stille

Sich ein Charakter in dem Strom der Welt.

. Charakter der Hauptheldin in Sophokles' Antigone.

. TIod, 16, dεννά*ο⁹⁶σένν e|̈⁸συιισν ϑ˙ειν⁶οτεοον NA¹. 3

Inwiefern bewährt sich in der Geschichte der Ausspruch Fichtes:Es siegt immer und noth- wendig die Begeisterung über den, welcher nicht begeistert ist?

9. Ausführliche Lebensbeschreibung.

10. Schuld und Sühne in Sophokles' Tragödie Ajas.

Cditur onten⸗Arbeitc) 11. Von einigen Oberprimanern bearbeitet: Der Chor in Sophokles' Ajas.

Dr. Paehler, Director.

9 8d SD l

2. Lateinische Sprache.

VI. A. 10 St. Die regelmässige Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert, eingeübt durch Uebersetzen der meisten Uebungsstücke aus Oster- manns Uebungsbuch für Sexta. Memoriren der Vocabeln aus Ostermanns Vocabularium I. Alle 8 Tage abwechselnd ein Exercitium und Extemporale.

Widmann.

VI. B. 10 St. Dasselbe Pensum wie VI. A. Lohr.

V. 10 St. Repetition des Pensums der Sexta; Einübung der Deponentia. Die unregelmässige Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert und die syntaktischen Regeln nach Ostermann II. Memoriren aller Vocabeln im 2. Theile des Vocabulariums; wiederholte Repetition der Vocabeln des 1. Theiles. Uebersetzen aller Uebungsbeispiele aus Ostermann II; an den zusammenhängenden Erzählungen wurde die Lehre vom zusammengesetzten Satz eingeübt. Fort- währende schriftliche Uebungen in der Schule, ausser- dem alle 8 Tage abwechselnd ein Extemporale und Exercitium. Wesener.

IV. A. 10.

a) Grammatik. Wiederholung der Formenlehre. Ein- übung der wichtigsten syntaktischen Regeln durch Uebersetzung der Uebungsstücke aus Ostermanns Uebungsbuch für Quarta. Vocabelmemoriren. Alle 14 Tage ein Exercitium und ein Extemporale.

b) Lectüre: Corn. Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Cimon, Lysander, Alcibiades, Thrasybulus, Conon, Epaminondas, Pelopidas, Agesiſaus(extemporirt: Iphicrates, Chabrias und Timoth.). Spiess.

IV. B. 10 St.

a) Grammatik. Repetition der Formenlehre. Die wichtigsten syntaktischen Regeln nach der Gram- matik von Ellendt-Seyffert, eingeübt durch Ueber- setzen der meisten Uebungsstücke in Ostermanns Uebungsbuch III. Memoriren von Vocabeln.

(Klassenarbeit.) Wöchentlich ein Scriptum(Extem

2. Ueber die Exposition in Göthes Drama Iphigenie. Exercitium). porale oder

3. Die Macht der Wahrheit, nachzuweisen im An- b) Lectüre: Corn. Nepos: Miltiades, Themistocles schluss an Göthes Iphigenie.(Klassenarbeit.) Aristides, Pausanias, Cimon, Conon Iphicrates,

4. Gang der Handlung in Göthes Drama Torquato Epaminondas, Pelopidas, Hannibal.*

Tasso.(Abiturienten-Arbeit. Herbst.) Scholz.