Ib. 3 St. Einführung in die zweite Blüteperiode der deutschen Literatur. Der innere Entwicklungsgang derselben wurde in seinen Grundzügen dargelegt und die bedeutendsten Erscheinungen wurden aus- führlich behandelt. Gelesen und erklärt wurden: Schillers Maria Stuart, Wallenstein, einzelne schwerere Gedichte; Goethes Götz von Berlichingen und einige hilosophische Gedichte; ausgewählte Oden und Phehen von Klopstock, Lessings Minna von Barn- helm, Laokoon, Hamburgische Dramaturgie I, 36— 50, II, 73— 83, 84— 95 mit Herbeiziehung der einschlägigen Stellen aus Aristoteles Poetik., Im Sommer wurde eine praktische Anleitung zur Abfassung von Auf- sätzen gegeben; Vorträge aus dem Gebiete der Literaturgeschichte und der Lectüre.
Aufsätze über folgende Themata:
. Die Frauen in Schillers Wilhelm Tell.
. In welchem Verhältnisse steht Schillers Drama Maria Stuart zur Geschichte?
. Odysseus und Nausikaa nach der Odyssee:
. Wodurch wird Wallenstein nach der Darstellung Schillers zum Abfall und zum Verrath an seinem Herrn und Kaiser verleitet?(Klassenarbeit.)
5. Wie schildert uns Goethe in seinem Götz von Berlichingen die Zustände des deutschen Reiches?—
6. Wie lassen sich Schillers Balladen nach ihren sittlichen Ideen gruppiren?
7. Warum wird Lessings Minna von Barnhelm mit Reoht em nationales Drama genannt?(Klassen- arbeit.
8. Warum durfte die Poesie, nicht aber die bildende Kunst den Laokoon schreiend darstellen?(Less. Laok. I-IV.)
9. Wie denkt Horaz über des Lebens Nichtigkeit und den Tod?
10. Die Tage bei Fehrbellin und bei Rossbach;
zwei Ehrentage für Preussen, zwei Festtage
für Deutschland. Adam.
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Ia. 3 St. Uebersicht über die Geschichte der deutschen Sprache und das Wichtigste aus der mittelhoch- deutschen Grammatik. Lectüre des Nibelungenliedes (zum Theil in der Klasse, zum Theil privatim) und ausgewählter Lieder Walthers von der Vogelweide.
Die Hauptepochen der deutschen Literatur nach Pütz'
Uebersicht; die wichtigsten Erscheinungen derselben eingehend besprochen. Theorie des deutschen Auf- satzes; Freie Vorträge.
Aufsätze über folgende Themata:
1. Nur Beharrung führt zum Ziele(Chrie).
2. Welche Einwirkung übt die Beschäftigung der Bewohner eines Landes auf den Character der- selben?(Im Anschluss an Schillers W. Tell.)
3. Warum ergreift das Ende Siegfrieds im Nibe-
lungenliede unser Gemüth so tief?(Klassen- arbeit.) Welchen Einfluss übten die Germanen auf die Umgestaltung der alten Welt? Charakter Hagens im Nibelungenliede. Charakter des Oedipus in Sophocles Oedipus Tyrannus.
. In welchen Gestalten zeigt sich die Treue als Charakteraug unseres Volkes im Nibelungenliede? (Klassenarbeit.)
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8. Ausführliche Lebensbeschreibung.
9. Klopstock, der Sänger der Freundschaft.(Abi- turienten-Aufsatz.)
Ausserdem wurden von einigen Oberprimanern bearbeitet die Themata:
10. Charakter Kreons in Sophocles Oed. Tyr. und Oed. Col.
11. Wie zeigt Sophocles an dem Beispiele des Oedipus(Oed. Col.), dass die Gottheit den Menschen durch Leiden zur Erkenntniss führt und seine Demuth durch Barmherzigkeit be- lohnet?—
Dr. Paehler, Direktor.
2. Lateinische Sprache.
VI. 10 St. Die regelmässige Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert, eingeübt durch Uebersetzen der meisten Uebungsstücke aus Oster- manns Uebungsbuch für Sexta. Memoriren der Vocabeln aus Ostermanns Vocabularium I. Alle 8 Tage abwechselnd ein Exercitium und Extemporale.
Widmann.
V. A. 10 St. Repetition der regelmässigen, Einübung der unregelmässigen Formenlehre sowie der wich- tigsten syntaktischen Regeln nach Ellendt-Seyfferts Grammatik und Ostermanns Uebungsbuch für Cuinta; mündliche und schriftliche Uebersetzung der be- treffenden Stücke. Memoriren der Wocabof in Oster- manns Vocabularium. Wöchentlich ein Scriptum.
Spiess.
V. B. 10 St. Repetition der regelmässigen Formenlehre. Die unregelmässige Formenlehre nach der Gram- matik von Ellendt-Seyffert sowie die syntaktischen Regeln in Ostermanns Uebungsbuch II, eingeübt durch Uebersetzen der betreffenden Stücke. Memo- riren der Vocabeln in Ostermanns Vocabularium II. Repetition der Vocabeln des 1. Theils. Alle 8 Tage ein Scriptum.
Sch olz.
IV. A. 10 St.
a) Grammatik. Wiederholte Repetitionen der ge- sammten Formenlehre. Die wichtigsten syntak- tischen Regeln nach der Grammatik von Ellendt- Seyffert und Ostermann III, eingeübt durch das Uebersetzen aller Beispiele aus des letzteren Uebungsbuch. Repetition der früher gelernten Vocabeln; neu memorirt die Vocabeln für IV. Wöchentlich abwechselnd ein Exercitium oder Extemporale.
b) Lectüre: Corn. Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Lysander, Alcibiades, Thra- sybulus, Epaminondas, Belopidas, Agesilaus, Hamil- car, Hannibal. Zum Theil extemporirt.
Göpel.
IV. B. 10 St.
a) Dasselbe Pensum wie IVa.
b) Lectüre: Corn. Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Cimon, Lysander, Alcibiades, Thrasybulus, Conon, Epaminondas, Pelopidas. Extemporirt wurden: Agesilaus, Hamilcar, Han- nibal. Debungen in lateinischer Reproduction des Gelesenen. Wesener.


