Jahrgang 
1929
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alsbald entfprechende Anzeige zu machen. Ein ſolcher Schüler darf nach ſeiner Geneſung erſt dann wieder die Schule beſuchen, wenn der behan- delnde Arzt beſcheinigt, daß eine Anſteckungsge- fahr für die übrigen Schüler nicht mehr vorhan-

den iſt.

Bricht eine anſteckende Krankheit in dem Hauſe aus, in welchem ein Schüler wohnt, ſo iſt der Schulbeſuch dieſes Schülers ebenfalls nur nach Vor- legung einer gleichen Beſcheinigung zuläſſig.

10. Zu jeder anderweitigen, nicht durch Krank- heit veranlaßten Schulverfäumnis bedarf es für eine einzelne Stunde der vorher einzuholenden Erlaubnis des betreffenden Lehrers, für mehrere Stunden bis zu einem Tage des Klaſſenleiters, für mehrere Tage, ſowie für einzelne Stunden oder Tage unmittelbar vor oder nach den Ferien des Direktors.

II. Die Abmeldung eines Schülers muß münd- lich oder ſchriftlich durch ſeinen geſetzlichen Ver- treter bei dem Direktor geſchehen. Der Schüler bleibt der Schulordnung bis zu dem Augenblick unterworfen, in welchem er von dem Direktor ordnungsgemäß entlaſſen worden iſt.

12. Der Schüler hat die Schulordnung aufzube- wahren und auf Verlangen dem Klaſſenleiter vor- zuzeigen.

18. Schülervereine.

V. D. A.

Mitgliederzahl rund 100. Die Mitglieder zahlen einen Monatsbeitrag von 0,I15 M., wofür ſie die ZeitſchriftJung-Roland erhalten. Ein Höhe- punkt im Leben des V. D. A. bildet die alljährliche Pfingſttagung. Sie fand 1928 in Gmunden am Traunſee ſtatt. Von unſerer Schulgruppe nahmen 8 Schüler unter der Führung von Herrn Dr. Theo- bald an der Tagung teil. dber dieſe Pfingſtfahrt berichtet W. Brinkmann, Schüler der I. Kl., fol- gendermaßen:

Die Pfingſtfahrt der V. D. A.-Schulgruppe der H. Landwirtſchaftsſchule in Weilburg.

Die Pfingſtttagung des V. D. A. führte uns im vorigen Jahre nach Gmunden am Traunſee, mitten in das ſchöne Salzkammergut der öſterreichiſchen Alpen. Ein Sonderzug brachte uns über Würzburg und Paſſau in 24ftündiger Fahrt dorthin. Wir waren zuſammen mit unſerem Führer, Herrn Dr. Theobald neun Mann. Ein endloſer Regen emp- fing uns dort, und mancher Fluch entlud ſich über Gmunden und ſeine ſchönen Berge, die man vor- läufig noch nicht ſah.

Am nächſten Morgen hellte es ſich jedoch auf. Die Freude kehrte wieder mit dem Erſcheinen der

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Sonne, die hoch oben die Schneefelder des Traun- ſteins beleuchtete, des alten Wahrzeichen Gmun- dens, das ſteil aus den ſilbernen Wellen des Traun- ſees emporſteigt. An dieſem Tage beſuchten wir den Gmundener Berg. Lange ſaßen wir oben, in den ſchönen Anblick des Sees und des Städtchens verſunken. Wir gingen auch zu dem alten See- ſchloß Ort, das weit drinnen im See liegt, durch einen langen Holzſteg mit dem Lande verbunden. Eine Dampferrundfahrt vollendete in uns den überwältigenden Eindruck dieſes ſchönen Erden- flecks. Der zweite Tag ſtand ganz im Zeichen der eigentlichen Tagung. Am Morgen fand bei herr- lichſtem Wetter auf der Satoriwieſe dieMorgen- feier ſtatt. Sie wuchs zu einem mächtigen Be- kenntnis zum Vaterland empor. Und als der Red- ner hinüberwies zu dem ſilbernen See, zu den wei- ßen Bergen und zu dem blauen Himmel und uns zuriefDas iſt euer deutſches Land und deutſch ſoll und muß es bleiben, da ſchlugen tauſende von jungen Herzen höher. Bald ſenkten ſich auch tau- ſende von blauen Wimpeln unter dem Klange des Deutſchlandliedes zum Treuſchwur. Am Nach- mittag bewegte ſich der rieſige Feſtzug durch die Straßen der Stadt. Er bot ſo viel an auslandsdeut- ſchen und deutſchen Gruppen und Wagen, daß es ſehr gewagt wäre, ihn zu ſchildern. Nach dem Feſt- zug herrſchte auf der Seepromenade unter den Klängen einiger Muſikkapellen luſtiges Treiben. Am Abend bewunderten wir das ſchöne Feuer- werk auf dem See, das zum Schluß die Buchſtaben V. D. A. in flammenroter Feuerſchrift zeigte. Mit dieſem Tage war die Tagung beendet.

Am nächſten Tag, einem Dienstag, beſuchten wir die Rieſeneishöhlen an der Nordwand des Dach- ſteins in 1800 m Höhe. Hier bekam ich den er- ſten allerdings noch gelinden Eindruck von der erhabenen Schönheit der Berge. Am Abend fuh- ren wir wieder nach Gmunden in unſer Quartier zurück. Früh am folgenden Tag fuhren wir erſt mit der elektriſchen Bahn, dann mit einem Damp- fer und zuletzt auf einer puffenden und ſchnau- benden Zahnradbahn auf den Schafberg(1700 m), der mit Recht als Ausſichtsberg des Salzkammer- gutes bezeichnet wird; denn von ihm aus kann man das ſchöne Salzkammergut ganz überſchauen. Im Süden lag links das gewaltige Dachſteinmaſſiv und vor uns, vollſtändig weiß, glänzten die hohen Tauern. Nach Norden blickte man weit in das Alpenvorland. Rings um den Berg herum lagen die ſchönen Seen, ſo daß man glauben konnte man ſtände auf einer Inſel.

Nach dem Abſtieg fuhren wir von einem be- nachbarten Bahnhofe aus nach Salzburg. Hier be- ſuchten wir am anderen Tage zuerſt die Burg, um das ſchönenordiſche Rom von oben zu beſehen. Am Nachmittag brachte uns die Straßenbahn hin- aus zu dem ſchönen Luſtſchloß Hellbrunn, deſſen Park mit ſeinen Waſſerkünſten beſonders ſehens-