Jahrgang 
1929
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wert war. An demſelben Abend fuhren wir noch nach Berchtesgaden, wo wir ein Salzbergwerk be- ſichtigten. Nach einer Nacht in einem maleriſchen Almhauſe machten wir am Donnerstag eine Fahrt über den ſchönen Königsſee, gingen über die Ober- ſecalm zum Oberſee und beſuchten auf der Rück- fahrt das Kloſter St. Bartolomä. Da das Gebiet um den Königſee unter Naturſchutz ſteht, ſahen wir in geringer Höhe einige Gemſen.

Nun wollten wir eigentlich nach Zell am See, doch da verſagte unſere Kaſſe, die bis hierhin treu geblieben war. So ging es wieder nach Salzburg. Hier verbrachten wir den nächſten Tag mit der Beſichtigung der Stadt und gaben unſere letzten Groſchen aus. Nach einer Nacht im Kuhſtall

dampften wir frühmorgens mit einem Extrazug wieder nordwärts über München nach Frankfurt, wo wir abends ſpät ankamen. Am nächſten Mor- gen fuhren wir dann wieder nach Weilburg zu-

rück.

So riß uns der Alltag aus dieſer ſchönen Natur wieder heraus. Friſch geſtärkt an Körper und an Geiſt wünſchten wir uns in die ſchöne Alpenwelt zurück. Auch große ſeeliſche Werte haben wir ge- wonnen; denn denkt man zurück an dieſen ſchö- nen See, an die hohen Berge und an das ſchöne Städtchen, ſo überfällt einem eine erhabene Freude. Traunſee, du Traumſee, nie werden wir

dich vergeſſen. W., den 14. 2. 1929.

B. Mit der Landlwirtichaftsſchulle verbundene Anſtalten und Veranſtaltungen.

1. Das pädagogiſche Seminar

dient der Ausbildung der Kandidaten des land- wirtſchaftlichen Lehramts an landwirtſchaftlichen Lehranſtalten. Sie haben das Reifezeugnis einer 9-klaſſigen höheren Schule, 3 Jahre landwirtſchaft- liche Praxis, 6 Semeſter Studium und Staatsexamen nachzuweiſen.

Wer das Seminarjahr ableiſten will, hat vor 1. März bzw. September ein Geſuch an das Miniſte- rium für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten in Berlin zu richten, das ihn einem der Seminare (Weilburg, Hildesheim, Eldena, Dahme, Cleve, Sde⸗) zuweiſt. Nach erfolgreichem, einjähri- gem Beſuch des Seminars erhält der Kandidat das Befähigungszeugnis als Lehrer der Landwirtſchaft an landwirtſchaftlichen Lehranſtalten. Bewerber um Stellen an höheren Landwirtſchaftsſchulen müſſen evtl. noch ein Probejahr ableiſten. Die Mitglieder des Seminars werden theoretiſch und praktiſch durch Lehrer der Anſtalt in die allge- meine Pädagogik und die beſondere Methodik der einzelnen Unterrichtsfächer eingeführt.

Der Leiter der Landw. Schule in Weilburg, die mit der Höheren Landwirtſchaftsſchule in Arbeits- gemeinſchaft ſteht, übernimmt die Einführung in die Wirtſchaftsberatung.

Seit I. April 1924 iſt die neue Ordnung der- dagog. Ausbildung für das Lehramt der Land- wirtſchaft in Preußen in Kraft. Bei der Mel- dung zum Eintritt ins Seminar haben die Bewer- ber dem Miniſterium an Perſonalpapieren vorzu- legen: 1. Lebenslauf, 2. Leumundszeugnis, 3. Ge- burtszeugnis, 4. Staatsangehörigkeitsausweis, 5. amtsärztliches Zeugnis, 6. Schulabgangszeugnis, 7.

Zeugniſſe über 3-jährige Praxis, 8. Zeugnis über Ablegung der Diplomprüfung, 9. Nachweis über Teilnahme an Vorleſungen in Pſychologie und Pädagogik und an praktiſchen Arbeiten im chem.- Puyde Laboratorium, evtl. Nachweis über Kriegs- teilnahme.

Die Seminarausbildung dauert ein Jahr. Am Jahresſchluß unterziehen ſich die Kandidaten einer pädagog. Prüfung. An ſchriftlichen Prüfungsar- beiten ſind eine Hausarbeit aus der Unterrichts- und Erziehungslehre und eine Klauſurarbeit(aus dem Gebiet der Wirtſchaftsberatung) zu liefern. Nach Ableiſtung von Lehrproben und Beſtehen der mündlichen Prüfung erhält der Kandidat vom Miniſterium dasZeugnis über die pädagog. Prü- fung für das Lehramt der Landwirtſchaft.

Die Anſtellung an Höh. Landwirtſchaftsſchulen und an Landw. Schulen und Ackerbauſchulen regelt ſich nach den Beſtimmungen vom 1. Auguſt 1923.

Die Seminarmitglieder haben ihre Lebensfüh- rung aus eigenen Mitteln zu beſtreiten. In Fällen dringender Bedürftigkeit behält ſich das Miniſte- rium vor, widerruflich Unterhaltungszuſchüſſe zu gewähren.

Die Inhaber freiſtehender Wohnungen ſind beim Hausmeiſter der Höh. Landwirtſchaftsſchule (Hausinſpektor Adolph) zu erfahren.

Die Ausbildung der Kandidaten vollzieht ſich nach den Beſtimmungen der Seminarordnung. Großer Wert wird auf ihre Einführung in die Praxis der Wirtſchaftsberatung gelegt. Um ſie da- für möglichſt beweglich zu machen, hat das Mi- niſterium acht Fahrräder zur Verfügung geſtellt. Außerdem ſind drei Motorräder beſchafft, die

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