Jahrgang 
1928
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Zeichnungen, Bauformen und Handwerkserzeug- niſſen zum Zwecke der Anſchauung und der Ent- wicklung und Stärkung des Formen- und Farben-

ſinns und des Gedächtniſſes.

Muſik, I Std. Verſtändnis für Noten, Takt, Mufikwerke, Komponiſten. Chorgeſang. Or- cheſtermuſik.

Klaſſe L III(entſpr. O II.

Religion, I. Std.

a. Evangel. Religion und Lebens- kunde. Die Lehre Jeſu unter Zugrundelegung der Bergpredigt und unter Heranziehung wichti- ger Gleichniſſe und Stellen aus der Prophetie, den Pſalmen, beſonders den bereits in früheren Klaſ- ſen gelernten. Das Vaterunſer mit Luthers Er- klärung.

Aus der Kirchengeſchichte: Die Re- formation in Lebensbildern Luthers, Zwinglis und Calwins. Die grundſätzlichen Unterſchiede in den Lehren der Reformatoren. Die Lutherbibel, das evangeliſche Geſangbuch, die evangeliſche Gottes- dienſtordnung und die evangeliſchen Bekenntnis- vorſchriften. Die kirchliche Kunſt des Proteſtan- tismus in Kirchenbau, Dichtung und Kirchen- muſik.

b. Kathol. Keligion u. Lebenskun-

de. Katechismusunterricht: Drittes Hauptſtück. Von den Gnadenmitteln. Abſchlie- Fende Darſtellung des Unterrichtsſtoffes in fort- dauernder Verbindung mit der bibliſchen Ge- ſchichte des Neuen Teſtaments. Chriſti Leben, Perſönlichkeit und Lehre. Wunder und Gleich- niſſe. Einprägung wichtiger Schriftſtellen. Erklä- rung der heiligen Meſſe. Hinweiſe auf Altar, Pa- ramentik und Muſik.

Kirchengeſchichte: Ziel des Unterrichts iſt nicht eine lückenloſe Darſtellung der Kirchen- geſchichte, ſondern ein klar herausgearbeitetes Bild zu geben von einzelnen Perſönlichkeiten und Zeit-

ſtrömungen. Kaiſermacht und Papſtmacht im Mittelalter. Inveſtiturſtreit. Zölibat. Simonie. Gregor VII. Innozenz III. Thomas von Aquin.

Kirchliche Kunſt: Weſtdeutſche und oſt- deutſche Gotik. Renaiſſance. Religiöſe Malerei. Michelangelo. Raffael. Grünewald. Dürer. Hol- bein. Lochner. Deutſche Kirchenlieder vor Lu- thers Zeit.

Deutſch, 5 Std.

Sprachlehre: Weiterführung des Lehrzieles der Kl. L IV in der Richtung geſchichtlicher Ein- ſicht in das Werden der Sprache. Erb-, Lehn- und Fremdwort. Volksetymologie in Zu- ſammenhang mit Kulturkunde und Geſchichte. Abſterbendes und neues Sprachgut. Neubildun- gen. Bedeutungswandel. Ubungen zur Erweite- rung des Sprachſchatzes unter beſonderer Anlei- tung zur Vermeidung von Fremdwörtern. Bil- dergehalt der Sprache.

Mündliche Ubungen: Leſen, Vortrag, freie Rede wie in Kl. L. IV unter Steigerung der Anforderungen.

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Schriftliche Ubungen: Grammatiſche Ubungen unter beſonderer Berückſichtigung der Satzzergliederung. Verwandlung unabhängiger Rede in abhängige. Niederſchriften und Auffätze wie in Kl. L IV unter Steigerung der Schwierig- keit. Gemäß der Eigenart der Schule iſt der Stoff der Nachſchriften auch dem landwirtſchaftlichen oder naturwiſſenſchaftlichen Schrifttum zu ent- nehmen. Ubungen im Gliedern nach logiſchen Ge- ſichtspunkten. Ubungen in der Rechtſchreibung zur Vermeidung häufig wiederkehrender Behler.

Schrifttum: Entſprechend des der Ge- ſchichte zugewieſenen Zeitraums Bilder aus der wirtſchaftlichen, geſchichtlichen und kulturellen Vergangenheit des deutſchen Volkes unter aus- giebiger Benutzung des Leſebuches und Heran- ziehung einiger neuerer Novellen als einer für alle Schüler verbindlichen Privatlektüre. Der Min- neſang und Meiſterſang. Betonung des Wirt- ſchaftlichen und Sozialen. Koloniſation im deut- ſchen Oſten. Das Deutſchtum in den abgetrete- nen Gebieten und im Auslande. Die Ballade und andere epiſche Gedichte bis in die Gegenwart hin- ein. Auswendiglernen von Gedichten wie in Klaſ- ſe L IV unter ſteter Wiederholung und Erweite- rung des Liederſchatzes der früheren Klaſſe.

Die Einführung in das Drama erſtrebt mehr unmittelbares und anſchauliches Erfaſſen des Dar- geſtellten als Einſicht in die Technik des Dramas. Nach Wahl ein oder zwei leichtere Dramen.

Poetik: Das Weſen der Ballade wird hier zum tieferen Verſtändnis gebracht unter ſtärkerer Betonung des hiſtoriſchen Volksliedes und einzel- ner Dichterperſönlichkeiten. Bei Roman, Novelle und Drama ſind die Kunſtformen und Kunſtmittel im Dienſte des äſthetiſchen Genießens allmählich

zum Bewußtſein zu bringen.

Kunſtbetrachtung: Bilder aus der Kunſt des deutſchen Mittelalters.

Geſchichte, 2 Std. Deutſche und bran- denburgiſche Geſchichte bis 1740. Kaiſer, Fürſten, Stände nach dem Interregnum. Die Vorbereitung der Neuzeit: Erfindungen, Ent- deckungen, Kaufleute und Städte, Reformatoren und Künſtler, Soldaten.

Der Fürſt als Landesherr. Karl IV. Das ſpa- niſch-habsburgiſche Reich. Luther, die Refor- mation und Karl der V. Streit der großen Mäch- te. Gegenreformation und zojähriger Krieg. Bil- der und Schilderungen aus der Zeit des franzöſi- ſchen Abſolutismus. Soziale Gliederung des deut- ſchen Volkes im 18. Jahrhundert. Merkantiliſti-