Jahrgang 
1917
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Lehrer⸗Kollegium:

Profeſſor Freybe erhielt die Leitung der Marine⸗Luftfahr⸗Wetterdienſtſtelle in Libau in den Oſtſeeprovinzen und fand hier reiches Feld der Tätigkeit. Letzthin richtete er in dem beſetzten Gebiet einen landw. Wetterdienſt ein.

Oberlehrer Dr. Heyl, Kriegsfreiwilliger von 1914, Leutnant beim Fuß⸗Art.⸗Reg. 9, erhielt im April 1916 das Eiſerne Kreuz 2. Kl., wurde im Mai zum 8. Rhein. Fuß⸗Art. Reg. verſetzt. Er war zeitweiſe bei Verdun tätig und kam dann an die Sommefront.

Hilfslehrer Dr. K. Schneider kam im April 1916 zu einer Fuß⸗Art.⸗Batterie in die Ge⸗ gend von Verdun, wurde im Auguſt dem Regimentsſtab zugeteilt, fuhr im September mit der Batterie nach Flandern, wo er noch ſteht. Im Juli 1916 wurde er Gefreiter, im Januar dieſes Jahres Unteroffizier unter gleichzeitiger Ernennung zum Offiziers⸗Aſpiranten.

Die übrigen Mitglieder des Lehrerkollegiums traten mit ihren Söhnen fürs Vaterland ein.

Seminar:

Kandidat Zimmer, ſeit Kriegsbeginn im Heeresdienſt, ſtand an der Spitze ſeiner Kom⸗ pagnie vor Jahresfriſt bei Verdun und nahm kräftig Anteil an der Offenſive. Er erhielt am 26. Feb. 1916 das Eiſerne Kreuz 1. Kl. Am 29. Feb. traf ihn bei Louvemont ein Granatſplitter am Oberſchenkel und Kopf. Die ſchwerwiegendſte Folge war der Verluſt des rechten Auges. Nach ſeiner Geneſung kam er als Wirtſchafts⸗Offizier nach Kurland, konnte dort aber wegen der Augenſchwäche das Klima nicht vertragen, ging einige Zeit nach Weſel und übernahm darauf an der Landwirtſchaftskammer in Bonn eine Beamtenſtelle.

Kandidat Günther, ſeit Kriegsbeginn im Heeresdienſt, ſtand vor Jahresfriſt als Leutnant der Fußartillerie(E. K.) bei Ypern und hält auch heute dort noch die Wacht.

Kandidat Nifke, ſeit 1915 bei einer Munitionskolonne, lag von Anfang 1916 bis Mitte Oktober im Prieſterwald, nahm bis Ende November an der Sommeſchlacht teil und kam von dort in ſeine alte Stellung zurück. Vor der Sommeſchlacht wurde er zum Unteroffizier befördert.

Kandidat Völlmer, ſeit 1914 beim Heere, zunächſt bei einer Fuhrparkkolonne, ſpäter in einem Infanterie⸗Regiment, kam im Mai 1916 als Vizefeldwebel zu einem Feld⸗Rekruten⸗ Depot des J.⸗R. 156 nach Frankreich, machte die Kämpfe an der Somme mit, war bei Armentières, wieder an der Somme, bei Lens⸗Loos und bei Loretto⸗Höhe, im November kurze Zeit bei Tournai. Im September 1916 erhielt er das Eiſerne Kreuz 2. Kl. und wurde am 18. Januar 1917 zum Leutnant befördert. Bei einer Patrouillle in den engliſchen Graben wurde er leicht verwundet. Augenblicklich führt er die 5. Kompagnie ſeines Regiments.

Kandidat Melcher, ſeit Ende 1915 als Landſturmmann in Heeresdienſten, machte im Sommer 1916 die Kämpfe in Rußland(Stochod) mit, zog ſich dabei ein ſchweres inneres Leiden zu, das im Januar dieſes Jahres ſeine Entlaſſung vom Militär zur Folge hatte.

Kandidat Schultze, ſeit Mai 1915 beim Heere, wurde am 27. Januar 1916 Gefreiter, am 26. Mai Unteroffizier. Er machte den Stellungskrieg an der Schtara mit, zog ſich ein Knieleiden zu und mußte im Lazarett Aufenthalt nehmen. Mitte Auguſt wurde er einem Offizierskurſus im Warthelager b. Poſen überwieſen. Er ſieht jetzt ſeiner Wiederverwen⸗ dung an der Front entgegen.

Kandidat Dr. Bill, vor einem Jahr als Unteroffizier in Königsberg i. Pr., bekleidet: dort den Poſten eines Intendantur⸗Beamten⸗Stellvertreters des 1. A. K., Abteilung der G. K.

Schüler der Anſtalt:

Otto Hellwig, Kriegsfreiwilliger von 1914, ſteht als Vizefeldwebel in ſeinem bisherigen Infanterie⸗Regiment in Galizien an der Front. Im Januar 1917 überreichte ihm der Herr Diviſions⸗Kommandeur perſönlich das Eiſerne Kreuz 2. Kl.

Hugo Hocke, Kriegsfreiwilliger von 1914, im November 1915 der Infanterie über⸗ wieſen, nahm im Reſ.⸗Inf.⸗Reg. Nr. 82 an den Schlachten bei Verdun und an der Somme teil. Hier erwarb er ſich das Eiſerne Kreuz. Gegen Ende des Jahres wurde er zum Offi⸗ zierskurſus nach dem Münſterlager kommandiert und nach beſtandenem Examen am 15. Jan. 1917 zum Vizefeldwebel befördert. Als ſolcher ſteht er wieder in ſeinem Regiment im Weſten.