Jahrgang 
1917
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I. Die Schule und der Krieg.

Die Hoffnungen, das Jahr 1916 möchte dem Weltkrieg ein glückliches Ende bringen, ſind zu ſchanden geworden. Das Friedensangebot unſeres Kaiſers iſt von unſeren Feinden zurückgewieſen, der Weltkampf geht ſeinen Gang weiter, der Opfer an Gut und Blut ſind noch nicht genug gebracht. Jetzt handelt es ſich darum, wer die ſtärkſten Nerven beſitzt und wer den längſten Atem behält. Noch ſteht Deutſchlands Macht ungebrochen da. Immer mehr kommt unſeren Gegnern die Ueberzeugung, daß unſere militäriſche Kraft nicht zu über⸗ winden iſt, jetzt iſt ihr Hoffen einzig darauf gerichtet, uns wirtſchaftlich ſo zu bedrücken, daß wir ans Ende unſerer Lebensfähigkeit gedrängt werden. Nicht im ehrlichen Kampf ſollen wir unterliegen, die Hungersnot ſoll uns auf die Kniee zwingen. Die Ohnmacht unſerer Feinde wird immer offenſichtlicher. Schon längſt reicht ihre eigene Macht nicht aus, immer neue Genoſſen werden gegen uns aufgeboten, die ganze Welt ſteht in Flammen. Aber in den Zeiten der höchſten Not offenbart ſich auch die deutſche Kraft. Unerſchüttert ſtehen unſere Fronten, bereit jeden Angriff abzuweiſen, ſelbſt bereit, dem Gegner entgegenzutreten und ihn niederzuwerfen. Den gleichen Heldenmut beweiſt das Volk im Innern unſeres Vater⸗ landes; es hält geduldig aus und ſetzt alle ſeine Arbeitskraft ein, um dem Heere und der Flotte die Kampfmittel zu ſchaffen. Die Not einigt das deutſche Volk und gibt ihm eine unwiderſtehliche Stärke, daß es, Seite an Seite mit ſeinen treuen Verbündeten, allen Feinden zum Trotz den Sieg erringen wird. Schwere Zeiten ſtehen uns noch bevor, aber wir gehen der Zukunft mit Gottvertrauen entgegen. Der Sieg iſt uns ſicher, ein glückverheißender Frieden winkt uns von ferne.

Das letzte Kriegsjahr iſt an der Schule nicht ohne Einwirkungen vorübergegangen. Was die Schüler jetzt miterleben, wird ihrem Gedächtnis nie entſchwinden können und nur heilſam auf ihre innere Entwicklung einwirken. Wie kann ihnen Vaterlandsliebe und Treue eindringlicher eingeprägt werden! Das Leben hilft in gewaltiger Weiſe erziehen. Eine Reihe unſerer Schüler ſind in die Schar der Verteidiger von Haus und Heimat eingetreten, und neue jugendliche Kräfte ſehen ihrer Verwendung im Dienſt des Vaterlandes ſentgegen. Die Schule nahm im Unterricht weitgehend auf die Ereigniſſe der Kriegszeit Bezug. Galt es, durch Sammeln von Geldmitteln die Widerſtandskraft gegen den Feind zu ſtärken, ſo ſtellten unſere Schüler freudig ihre Kraft zur Verfügung. Gleiche Freudigkeit werden ſie beweiſen, wenn das Vaterland ſie zum Hilfsdienſt rufen wird.

Die letzten Jahresberichte ſchilderten die Erlebniſſe derjenigen unſerer Schüler und Schulangehörigen, die im Kampf gegen den Feind ihre Kräfte meſſen. Das ſoll auch dieſer Bericht fortſetzen. Ich beſchränke mich dabei aber auf diejenigen, die ſeit Kriegsausbruch im Schulverband geſtanden haben.

Was mir bekannt geworden iſt, iſt folgendes:

Kuratorium der Anſtalt:

Herr Wirkl. Geh. Oberreg.⸗Rat Dr. von Meiſter erhielt für ſeine Verdienſte fürs Vater⸗ land während der Kriegszeit das Eiſerne Kreuz 2. Kl. am weiß⸗ſchwarzen Bande.

Herr Regierungs⸗ und Schulrat Dr. Grau hatte mit der Heilung ſeiner Armverletzung zu tun; er ſchied aus dem Militärverhältnis aus und widmete ſich voll und ganz ſeiner Amtstätigkeit.

Herrn Geh. Reg.⸗Rat Lex wurde für Kriegsverdienſte das Eiſerne Kreuz 2. Kl. am weiß⸗ſchwarzen Bande verliehen.

Herr Hoflieferant Friedrich Brinkmann, ſeit Beginn des Krieges in Heeresdienſten, ſtand vor einem Jahre mit ſeinem Regiment in Flandern. Dort iſt er bis jetzt tätig geweſen und hat am Stellungskrieg und an Gefechten teilgenommen.