Jahrgang 
1916
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Unſer jüngſtes Kuratoriumsmitglied, Hoflieferant Friedrich Brinkmann ſteht ſeit Beginn

des Krieges im Felde. Er lag ſ. Zt. 4 Wochen vor Nancy, erhielt im November 1914

das Eiſerne Kreuz, machte die Schlachten bei Ypern, Langemarck, Arras mit, war bei den

Herbſtangriffen in der Champagne beteiligt, kam ſpäter 2 Monate in Ruheſtellung und be⸗ findet ſich augenblicklich, als Leutnant der Reſerve, wieder bei ſeinem Regiment vor Ypern.

Lehrerkollegium: Oberlehrer Dr. Heyl ſtand vor Jahresfriſt als Unteroffizier mit der ſchweren Mörſerbatterie vor der ruſſiſchen Feſtungskette, die Glied für Glied gelockert wurde. Er wurde im Laufe des Jahres zu einem Offizierskurſus nach Jüterbock komman⸗ diert, war als Vizefeldwebel weiter im Oſtheer tätig und wurde unlängſt, nachdem er das Sachſen⸗Meiningenſche Ehrenkreuz für Verdienſte im Kriege erhalten hatte, zum Leutnant der Reſerve befördert. Augenblicklich hilft er mit ſeiner Batterie die Werke von Verdun in Trümmer ſchießen.

Hilfslehrer Dr. C. Schneider, ſeit Oſtern 1915 bei uns tätig, harrte faſt ein volles Jahr im Schuldienſt aus. Auf ſeinen Wunſch wurde er felddienſtfähig geſchrieben und am 22. Februar 1916 in das 14. Fußartillerie⸗Regiment in Straßburg eingereiht.

Profeſſor Freybe erlebte die Erfüllung eines lange gehegten Wunſches, auch ſeinerſeits an der Erreichung des Kriegszieles mithelfen zu dürfen. Am 6. März berief ihn das Reichs⸗ marineamt als Mithelfer in den Marine⸗Luft⸗Wetterdienſt.

Seminar: Kandidat Zimmer, ſeit Kriegsbeginn an der Weſtfront tätig, Leutnant der Reſ. und Inhaber des Eiſernen Kreuzes, führt eine Kompagnie eines Reſ.⸗Inftr.⸗Rgts. auf dem rechten Flügel der Kronprinzlichen Armee.

Kandidat Günther ſteht ſeit 2. Auguſt 1914 in Kriegsdienſten. Er machte im Früh⸗ jahr 1915 die Winterſchlacht in Maſuren mit, kam mit ſeiner Batterie(Fußartillerie) an die Oſtgrenze zu Befeſtigungsarbeiten und rückte bis Mitau und Riga vor. Mitte November 1915 wurde er als Offizier mit der Batterie nach Flandern verlegt und hält dicht bei Ypern Wacht.

Kandidat Rudelius iſt ſeit Auguſt 1914 verſchollen. Die Eltern haben nichts wieder über ihren Sohn gehört, ſein Tod iſt damit zur Gewißheit geworden. Seine Grabesſtätte iſt nicht bekannt.

Kandidat Nifke rückte als Feldartilleriſt am 31. März 1915 von Darmſtadt aus ins Feld und ſteht bei einer Munitionskolonne im Weſten.

Kandidat Völlmer ſtand vor einem Jahre bei einer Fuhrparkkolonne im Oſten. Am 15. April 1915 wurde er zum Vizewachtmeiſter befördert, ließ ſich dann als Vizefeldwebel zur Infanterie überweiſen und wurde im letzten Winter zum Offizierskurſus nach dem Warthe⸗ lager bei Poſen kommandiert. Nach deſſen Erledigung kehrte er zum Erſatzbataillon zurück und ſteht nun wieder im Felde.

Kandidat Melcher leitete, als Direktor der landw. Winterſchule Sulingen in Hannover, von Weihnachten 1914 an größere Meliorationsarbeiten im Moorgebiet, wurde dann Ende November 1915 beim Infanterie⸗Regiment 77 in Celle als Landſturmmann eingeſtellt. Seine Ausbildung iſt jetzt beendet, und die Verwendung an der Front ſteht nahe bevor.

Kandidat Schultze verließ uns Oſtern 1915 und wurde im Mai nach Deſſau zur Aus⸗ bildung in einem Landwehr⸗Erſatz⸗Bataillon beordert. Im Oktober rückte er ins Feld nach dem Oſten, wo er noch in feſter Stellung liegt. Im letzten Januar wurde er zum Ge⸗ freiten befördert. 4

Kandidat Dr. Bill wurde nach Erledigung des Seminars in Friedberg, dann in Nau⸗ heim ausgebildet, darauf im Juli 1915 einem Inf.⸗Erſ.⸗Bataillon in Königsberg überwieſen, wo er im Zahlmeiſter⸗Geſchäftszimmer Verwendung fand. Im November wurde er Ge⸗ freiter, im letzten Januar Unteroffizier; er ſoll zum Zahlmeiſter⸗Stellvertreter ausgebildet werden.

Schüler der Anſtalt: Otto Hellwig, Kriegsfreiwilliger von 1914, lag vor einem Jahr als Gefreiter einer Fuhrparkkolonne in Belgien. Im Juni 1915 ging er freiwillig zum 167. Inf.⸗Reg. über, beſuchte einen Offizierskurſus und kehrte im letzten Januar als Vizefeldwebel in das aktive Regiment zurück. Er ſtand zuletzt im Oſten. 4