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436. Reinhard Jaeniſch, geboren am 25. Januar 1896, Sohn des Baurats Ferd. Jaeniſch zu Dermbach bei Eiſenach, aufgenommen in Kl. III am 20. April 1911. Gewählter Beruf: Landwirt.
437. Auguſt Helbig, geboren am 20. Juni 1897, Sohn des Brauereibeſitzers G. Helbig zu Weilburg, Kreis Oberlahn, aufgenommen in Kl. III am 19. März 1910. Gewählter Beruf: Bierbrauerei.
438. Hugo Kayſer, geboren am 31. Januar 1895, Sohn des Zahnarztes Ed. Kaiſer zu Köln a. Rh., aufgenommen in Kl. Vam 22. November 1913. Gewählter Beruf: Redakteur.
Am 1. September gab Prof. Ottmann die Direktorialgeſchäfte an Prof. Dr. Helmkampf ab, deſſen Wahl zum Direktor mit Wirkung vom 1. Oktober an inzwiſchen die Beſtätigung Sr. Majeſtät gefunden hatte. Die Regierung betraute Prof. Helmkampf bis zum 1. Oktober mit der Verſehung der Leitungsgeſchäfte.
Vom 14. bis 18. September fand die übliche ſchriftliche Prüfung für das Sommer⸗ halbjahr ſtatt, zu der ein Schüler der Klaſſe! zugelaſſen war. Die Aufgaben waren folgende:
Mathematiſche Arbeit: ⸗Ein Teich von 9900 cteen Inhalt kann durch zwei Schleuſen angefüllt werden. Oeffnet man die erſte Schleuſe 10, die zweite 14 Stunden, ſo wird der Teich angefüllt. Ebenſo wird er voll, wenn man die erſte Schleuſe 18, die zweite 12 Stunden laufen läßt. Wieviel cum ſchickt jede Schleuſe in 1 S unde in den Teich, und in wieviel Stunden wird der Teich voll, wenn man beide Schleuſen gleich lange öffnet?—% Ein gegebenes Fünfeck KuCpn in ein Quadrat zu verwandeln.—° Eine Heufeime ſoll die Form eines Zylinders mit aufgeſetztem Kegel erhalten und 500 Ztr. Heu faſſen. Wie groß wird ihr Durchmeſſer und ihr Umfang werden, wenn die Höhe des Zylinders 4 m, die des Kegels 75 ca beträgt?(= 0,3)— d Wieviel ℳ muß man heute dem Bankier beim Ankauf von 4 3 ¼%igen Obligationen zu je 500 ℳ zahlen?(Kurs 96,3%, Zinstermin 1. 1. 7: Proviſion 4%0).
Landwirtſchaftliche Arbeit: Düngewert und Verwendung der wichtigſten Wirtſchafts⸗Düngemittel.
Franzöſiſche Arbeit: Ueberſetzung eines franzöſiſchen Stückes ins Deutſche und eines deutſchen ins Franzöſiſche.„—
Deutſcher Aufſatz: Arndt als vaterländiſcher Dichter.
naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Die wichtigſten Desinfektionsmittel.
Am 23. September genehmigte die Regierung die weitere Beſchäftigung des wiſſen— ſchaftlichen Hilfslehrers Dr. Meinecke auch für das Winterhaljahr.
Vom 28. September bis 14. Oktober dauerten die Herbſtferien.
Am 29. September fand die mündliche Prüfung unter Vorſitz des Direktors ſtatt. Das Kuratorium war durch Herrn Hofrat Herz⸗Weilburg vertreten. Der zur Prüfung zugelaſſene Schüler der Klaſſe I erhielt das Reifezeugnis. Sein Name iſt:
439. Hermann Jäger, geboren am 23. November 1895, Sohn des Fabrikbeſitzers G. Jäger zu Schalksmühle, Kr. Altena, Weſtf., aufgenommen in Kl. IIl am 20. Oktober 1911. Gewählter Beruf: Landwirt.
Am 1. Oktober übernahm Prof. Dr. Helmkampf endgültig die Direktorialgeſchäfte.
Am 1. Oktober wurde der Direktor in das Zentralkuratorium für die landwirtſchaftlichen Winterſchulen im Bezirk Caſſel gewählt. Die Regierung genehmigte die Annahme der Wahl.
Am 15. Oktober begann das Winterhalbjahr. Der Direktor eröffnete die Schule durch eine einfache Feier in der Aula. Nach der Andacht und nach Erledigung der geſchäftlichen Angelegenheiten hielt er folgende kurze Anſprache:
Mit dem 1. Oktober habe ich endgültig die Direktorſtelle an der hieſigen Landwirtſchaftsſchule an⸗ getreten. Zum erſten Male habe ich heute als Direktor die Schule nach der Ferienzeit wieder zu eröffnen.
32 Jahre lang lag die Leitung unſerer Anſtalt in den Händen ihres genialen Gründers Heinrich Matzat, ihm danken wir das hohe Anſehen, das Weilburgs Landwirtſchaftsſchule weit über Heſſen⸗ Naſſaus Grenzen, ja bis ins Ausland hinein genoſſen hat und noch jetzt genießt. Im Matzat'ſchen Sinne und Geiſte führte der zweite Direktor, Kienitz⸗Gerloff, durch einen Zeitraum von faſt 6 Jahren unſere Schule weiter auf ihrer feſten Bahn, das Bauwerk ſichernd und erweiternd.
Ein jähes Ende riß ihn aus unſerer Mitte. Da ſprang der langjährige Mitarbeiter im Lehrer⸗ kollegium und Jugendfreund Matzats, Herr Prof. Ottmann, in die Breſche und nahm in hingebender Weiſe lange Monate hindurch die Sorgen um die Wohlfahrt von Schülern wie Lehrern auf ſich
Die Regierung hat Ihnen, Herr Prof. Ottmann, gedankt für das Opfer, was Sie uns gebracht haben. Ich möchte Ihnen in dieſer Stunde auch im Namen der Schüler und von uns Lehrern herzlichen Dank ſagen für alle die Arbeit und Mühe, die Sie um uns gehabt haben. Ihr ſelbſtloſes Eintreten für unſer Wohl werden wir Ihnen nicht vergeſſen. Wir hoffen, daß Sie in guter Geſundheit uns noch lange mit Ihren reichen Erfahrungen und Kenntniſſen helfend zur Seite ſtehen werden.


