Jahrgang 
1915
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Kandidat Günther wurde am 2. Auguſt als Unteroffizier d. Reſ. zum Fußartillerie Regiment Nr. 3 einberufen, tat zunächſt Dienſt beim Rekrutendepot, wurde dem Landwehr bataillon des Reg. in der Nähe von Metz überwieſen, ging wieder zu den Erſatztruppen und wurde anfangs November einer Erſatzbatterie in Oſtpreußen zugeteilt. In den Kämpfen mit den Ruſſen wurde er zweimal verwundet, er ſteht aber jetzt wiederhergeſtellt in befeſtigter Stellung den Ruſſen gegenüber. Er iſt als Offizierſtellvertreter zum Eiſernen Kreuz vorge⸗ ſchlagen und ſieht der Beförderung zum Offizier entgegen.

Kandidat Rudelius ſtellte ſich am 3. Mobilmachungstage als Gefreiter d. Reſ. in Fried berg dem 116. Reſ. Inf. Regt. Die letzte Karte(25. Aug.) erhielten ſeine Eltern aus Trem⸗ blois, ſeitdem haben ſie von ihm nichts mehr gehört. Die Verluſtliſte Nr. 51 meldete ihn als ſchwer verwundet bei Mouzon am 28. Auguſt. Alle Bemühungen und Nachforſchungen der Eltern, näheres zu erfahren, ſind erfolglos geblieben, ihr Sohn blieb verſchollen. So iſt leider die Vermutung der Eltern, daß ihr Sohn von Franzoſen beraubt und begraben ſei, nicht unbegründet. Wir verſtehen den Schmerz der Eltern.

Kandidat Nifke wurde am 19. Oktober als Erſatzreſerviſt beim Inf.⸗Regt. 80 einberufen und anfangs Februar dem Feldartillerie-Regt. Nr. 25 überwieſen. Er ſteht vorläufig noch in Darmſtadt und ſieht ſeiner baldigen Verwendung in der Front entgegen.

Kandidat Völlmer, der kurz vor dem Kriege eine längere Uebung mitgemacht hatte, mußte ſich am 1. Dezember als Unteroffizier d. Reſ. in der 18. Train⸗Abteilung ſtellen, kam zur 6. Train⸗Abt. und dann zur 8. Fuhrparkkolonne der Diviſion Menges. Er ſteht im Oſten, ſeine letzte Nachricht kam aus Komorow.

Kandidat Melcher verließ uns endgültig vor Weihnachten, um im Kreiſe Sulingen in Hannover umfangreiche Meliorationsarbeiten einzuleiten und mit Hilfe von ruſſiſchen Ge⸗ fangenen durchzuführen.

Die Kandidaten Schultze und Dr. Bill ſind für die Artillerie ausgemuſtert, konnten aber den Seminarkurſus noch vor ihrer Einziehung erledigen.

Von den Schülern des Jahrgangs 1914/15 ſtellten ſich 12 dem Vaterland zur Verfügung, davon 9 aus Klaſſe I, 1 aus Kl. II und 2 aus Kl. III.

Otto Hellwig, Schüler der I. Kl., trat am 10. Auguſt als Kriegsfreiwilliger in das 11. Train⸗Bat. in Caſſel ein, er beſtand in Weilburg am 22. Auguſt das Notexamen, kam am 21. September nach Sedan zur Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 9 und liegt jetzt als Gefreiter in Belgien.

Hugo Hocke, Schüler der Kl. l, beſtand am 22. Auguſt das Notexamen. Er hatte ſich bei verſchiedenen Regimentern als Freiwilliger gemeldet, wurde aber wegen zu großen An dranges abgewieſen. Am 1. Oktober gelang es ihm, bei der 11. Train⸗Abteilung in Caſſel anzukommen, und am 11. Dezember rückte er als Fahrer ins Feld. Die letzten Nachrichten kamen aus der Nähe von Nancy.

Karl Huber, Schüler der l. Kl., trat nach beſtandenem Notexamen am 1. September als Kriegsfreiwilliger in das Feldartillerie⸗Regt. Nr. 11 in Caſſel ein. Er begleitete letzthin einen größeren Munitionstransport nach dein Weſten und wartet jetzt auf das Ausrücken ins Feld.

Hermann Jäger, Schüler der I. Kl., beſtand am 28. September ordnungsmäßig die Reife prüfung. Er hatte ſich wiederholt freiwillig zum Heeresdienſt gemeldet, wurde aber zurückgewieſen. Im Februar iſt er zur Infanterie lI ausgemuſtert und ſieht ſeiner Einberufung entgegen.

Reinhard Jaeniſch, Schüler der l. Klaſſe, beſtand ſein Notexamen und trat am 1. Sep⸗ tember als Kriegsfreiwilliger bei der Erſatzabteilung des Feldartillerie⸗Reg. Nr. 75 in Halle ein. Am 10. Dezember wurde er einem neugebildeten Artillerie⸗Regiment in Belgien zugeteilt. Er befindet ſich auf einem Truppenplatz in Belgien.

Karl Jung, Schüler der Kl. J, beſtand ſein Notexamen und wurde am 1. Dezember bei dem Fußartillerie⸗Regt. Nr. 3 in Mainz angenommen. Dort befindet er ſich in Ausbildung.

Hugo Kayſer. Schüler der I. Kl., trat nach beſtandenem Notexamen Ende Auguſt als Kriegsfreiwilliger in das Luftſchiffer⸗Batl. Nr. 3 in Cöln⸗Bocklemund ein. Nach ſeiner Aus⸗ bildung wurde er dem Feldluftſchiffer⸗Trupp überwieſen, rückte Ende November zur Front ab und befindet ſich jetzt in Nordfrankreich.