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Felix Ludwig, Schüler der I. Klaſſe, wurde am 12. Auguſt als Kriegsfreiwilliger beim 11. Feldartillerieregiment in Caſſel angenommen und ſpäter dem 51. Reſ. Reg. überwieſen. Er legte in Weilburg ſeine Notprüfung ab. Am 12. Oktober rückte er nach Belgien ins Feld, kam ſofort am Merkanal ins Feuer. Im Februar wurde er Gefreiter. Die letzten Nachrichten kamen aus der Nähe von Roulers.
Wilhelm Mogk, Schüler der 1. Kl., beſtand ſein Notexgamen und wurde im November beim 251. Infanterie⸗-Reg. in Arolſen angenommen. Nach Verbandsübungen in Ebingen kam er mit dem neu zuſammengeſtellten Regiment nach Gumbinnen. Er nahm an den Ge— fechten in Maſuren teil und rückte bei der Verfolgung der Ruſſen bis Suwalki vor. Aus der dortigen Gegend kam die letzte Nachricht.
Hermann Ziegelmeyer, Schüler der II. Klaſſe, trat am 20. Okt. als Kriegsfreiwilliger beim Jägerbataillon Nr. 11 in Marburg ein, rückte am 5. Januar ins Feld und lag bei La Baſſée im Schützengraben. Wiederholt ſtand er im Feuer gegen die Engländer. Bei einem Sturmangriff erlitt er durch einen brennenden Balken eine Verletzung; er iſt aber wieder hergeſtellt und ſteht weiter im Weſten vor dem Feinde auf Wacht.
Karl Flum, Schüler der III. Klaſſe, ließ ſich im Auguſt in das 11. Jägerbataillon in Marburg als Kriegsfreiwilliger einreihen. Krankheit zwang ihn, in vorübergehenden Ur— laub zu gehen. Nach Wiederherſtellung der Geſundheit verſieht er augenblicklich Dienſt in der Garniſon und ſieht der Hinausſendung zur Front entgegen.
Hans Wünnenberg, Schüler der III. Klaſſe, trat als junger, begeiſterter Kriegsfreiwilliger am 14. Auguſt in das Marburger Jägerbataillon Nr. 11 ein. Nach ſeiner Ausbildung wurde er mit ſeinem Bataillon nach dem Weſten zur Front geſchickt. Am 26. Oktober nahm er an dem Gefecht bei Moorslede in Belgien teil, und hier traf ihn, den 18⸗jährigen jugendlichen Streiter, die tödliche Kugel. Er gab ſein Leben freudig hin fürs Vaterland.
Die Anſtalt wird ihm ſtets ein freundliches Andenken bewahren.
Groß iſt die Anzahl der ehemaligen Schüler unſerer Anſtalt und der ehemaligen Seminar⸗ mitglieder, die mit hinausgezogen ſind ins Feld, um für Deutſchlands Ehre ihr Leben ein— zuſetzen. Es wird erſt ſpäter möglich ſein, ihre Taten gebührend zu würdigen.
Naturgemäß wurde der Unterricht durch die Kriegszeit beeinflußt, beſonders wenn wich⸗ tige Ereigniſſe an der Front ihrer Entſcheidung nahten, wenn die Glocken vom Turm Sieg im Oſten und Weſten verkündeten. Gar manchmal mag auch während des Unterrichts die Aufmerkſamkeit der Schüler wie Lehrer in etwas nachgelaſſen haben, wenn die Gedanken zum Vater, Bruder oder zum Sohn draußen in Feindesland ſchweiften. Trotz aller Hemm⸗ niſſe gelang es aber doch, den Unterricht erfolgreich zu Ende zu führen. Daß im Unterricht, ſo oft ſich nur Gelegenheit dazu bot, der großen Zeit gebührend gedacht wurde, bedarf kaum der Erwähnung.
Die Opfer an Menſchenkraft, an Gut und Blut, die unſer Vaterland freudig einſetzt und weiter einſetzen wird, werden nicht vergeblich ſein. Alle Anſtrengungen unſerer Feinde, Deutſchland von ſeiner Höhe zu ſtürzen und es niederzuringen werden zerſchellen, Deutſch⸗ land wird ungebeugt aus dem Kampf hervorgehen, ein größeres Deutſchland wird entſtehen.
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