Jahrgang 
1910
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9. Futterwert und Verfütterung der Körnerfrüchte(Probearbeit). Beſchreibung und Wert der in Heſſen⸗ Naſſau üblichen Feldſyſteme(Abiturientenarbeit) 10. Welche Koſten hat der Landwirt jährlich für ſein Gebäudekapital aufzubringen, und an welchen Sätzen kann er am meiſten ſparen? 11. Das in Deutſchland übliche Vapiergeld. 12. a. Welchen Wert hat heute(3. 12.) ein Wechſel über 347,5 der am 16. Oktober⸗ ousgeſtellt und am 16. Febr. fällig iſt?(Diskont 4%.) b. Ein Dreimonatswechſel über 1368 Mk. iſt am 5. März ausgeſtellt; welchen Barwert hat er am Ausſtellungstage und am 24. Mai, wenn der Bankier noch % Proviſion verlangt?(Disk. 5 ½¼%.) c. Ein Landwirt hat am 17. November von einem Händler 418 zu erhalten, iſt aber auf Wunſch des letzteren bereit, ſtatt des baren Geldes einen Zweimonatswechſel in Zahlung zu nehmen. Wie hoch muß dieſer lauten? 13 n. Jemand hat am Jahresanfang auf der Sparkaſſe 231,58 ſtehen. Er bringt am 13. März 25, am 21. Auguſt 19 und am 5 Oktober 34 hin. Die Kaſſe verzinſt nur volle und gewährt für die Einzahlmonate keine Zinſen. Wieviel ſtehen am 31. Dezember?. 3 ½¼%.) b. Ein Landwirt kauft ein Pferd für 870 Mk., zahlt bar 450 und läßt den Reſt auf Wechſel, zahlbar nach 3 Monaten, ſtehen. Wie lautet die Wechſelſumme?(Disk. 5%.) 14. a. Ein Ar⸗ beiter hat während eines Jahres 7 Wochen lang Krankengeld erhalten. Was hat die Kaſſe für ihn geleiſtet? Was hat er an Beiträgen gezahlt?(Kaſſe hebt 3%.) b. Ein Arbeiter erkrankt am Mittwoch, den 3. Juli, und bezieht bis Freitaa, den 19. Juli, einſchließlich Krankengeld. Wieviel hat er erhalten?-c. Ein Arbeiter erleidet durch einen Betriebsunfall den Tod; er hinterläßt ſeine Frau und 2 Kinder von 11 und 16 Jahren. Wie hoch iſt dis Sterbegeld? Wieviel Rente können die Hinterbliebenen monatlich abheben? 15. Wie er⸗ mittelt der Landwirt den Reinertrag der Wirtſchaft? 16. Entwurf eines Feldregiſters. 17. Probe⸗ und Abiturientenarbeit.:

Die Verſuchs⸗ und Demonſtrationsfelder der Anſtalt.

Das neue Verſuchsfeld(Größe ca. 76,86 a), in ſüdlicher Richtung in der Nähe der Stadt gelegen, konnte 1909 in volle Benutzung genommen werden und damit das nötige Demonſtrationsmaterial für den Unterricht im Pflanzenbau liefern. Der mittlere und größere Teil des Feldes iſt in 3 18m breite Flächen geteilt, die in je 8 Parzellen von je 7,5 m Breite getrennt ſind, ſodaß 24 gleich große Parzellen vorhanden ſind. Von dieſen tragen 4 Parzellen die wichtigſten Gartengewächſe, 11 Parzellen zeigen den Anbau der üblichen Feld⸗ gewächſe und wechſeln nach Art einer Fruchtwechſelwirtſchaft. 1909 wurden angebaut Zucker⸗ rüben, Hafer(2 Sorten), Klee, Winterweizen, Brachfrucht, Raps, Wintergerſte, Kartoffeln, Sommergerſte(2 Sorten), Hülſenfrüchte(Erbſen, Wicken), Roggen(2 Sorten). Sechs wei⸗ tere Parzellen, die auch jährlich wechſeln, tragen die verſchiedenſten Sorten von Kartoffeln, Sommergetreide, Leguminoſen und ſonſtigen Futterpflanzen, Wintergetreide, Rüben und Möhren, Mais und Hirſe, Olpflanzen und Geſpinnſtpflanzen. Die letzten 3 Parzellen ſind zum Anbau von Dauerpflanzen beſtimmt, wie Luzerne, Eſparſette ete. Die übrigen Feld⸗ flächen, teils unregelmäßiger Form, tragen Obſtbäume(Hochſtämme, Halbſtämme, Buſchform), Beerenobſt, Gras und allerhand Gewächſe ſelteneren Vorkommens, wie auch Pflanzen für den botaniſchen Unterricht. Zur Unterbringung der Geräte, Sämereien, der Ernteerzeugniſſe iſt. ein Häuschen mit 2 Räumen und Schuppen vorhanden. Die Schüler wurden mit ſämt⸗ lichen Kulturarbeiten bekannt gemacht, führten ſie teils auch ſelbſt aus.

Die Lehrerbibliothek hat ſich von 4721 auf 4814 Werke vermehrt. An Büchern ſind der Anſtalt geſchenkt worden:

Von Sr. Erzellenz dem Herrn Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen u. Forſten: Thiel, Landw. Jahrbücher, Jahrgang XXXVIII(1909); Jahrgang XXXVIII, Ergänzungsband II, III, IV, V; Landw. Verſuchsſtationen, Band 70, 71. Protokoll der 62. und 63. Sitzung der Zentral⸗Moorkommiſſion. W. Rohrbeck, die Organiſation der Hagelverſicherung in Deutſchland, Berlin, 1909. Die Landwittſchaft in der Rheinprovinz. Graphiſche Darſtellung. Dr. M. Schwarz, Erprobte Mittel gegen tieriſche Schädlinge, Berlin, 1909. Dr. P. Ulrich, der Kleekrebs, Berlin, 1909. Krankheiten und Beſchädigungen der Kultur⸗ pflanzen im Jahre 1907, Berlin, 1909. R. Göthe, die Hausſpalierzucht, Wiesbaden, 1908. Stutbuch des Kgl. Preuß. Hauptgeſtüts Trakehnen, Band III, 4 Exemplare, Berlin, 1910.

Von der Kaiſ. Biolog. Anſtalt zu Dahlem b. Berlin: Bericht über die Tätigkeit der Kaiſ. Bio⸗ logiſchen Anſtalt für Land⸗ und Forſtwirtſchaft im Jahre 1908, Berlin, 1909.

Vom Deutſchen Landwirtſchafts⸗Rat. Krankheiten u. Beſchädigungen der Kulturpflanzen im Jahre 1906, Berlin, 1909.

Vom Reichsamt des Innern⸗ Bericht des Deutſchen Landwirtſchafts⸗Rats über Fütterungsverſuche mit Trockenkartoffeln, 1909. J. Deike, Bericht über den Kontrollverein Petkus, Berlin, 1909. Bericht des Dena chen Landw.⸗Rats betr. Fütterungsverſuche mit Schweinen über die Verdaulichkeit verſchiedener

uttermittel. 8 Von der Landwirtſchaftskammer zu Wiesbaden: Dr. J. Froſt, Agrarverfaſſung und Land⸗ wirtſchaft in Belgien, Berlin, 1909.