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Am 6. Okt. wurde das Sommerhalbjahr mit der Cenſur und Verſetzung geſchloſſen. Vom 7. bis zum 20. Okt. dauerten die Herbſtferien. Am 21. Okt. begann das Winterhalbjahr.
Am 23.— 26. Nov. unternahm Herr Dr. Weber, Aſſiſtenzarzt an der Königl. Unter⸗ offizier⸗Vorſchule hierſelbſt, zu wiſſenſchaftlichen Zwecken eine Augen⸗Unterſuchung ſämtlicher Schüler. Das Ergebnis derſelben war für uns, daß die bezüglichen Feſtſtellungen und Maß⸗ na hmen der Schule als richtig beſtätigt wurden.
Vom 23. Dez. 1897 bis zum 5. Januar 1898 dauerten die Weihnachtsferien.
Am 27. Jan. fand zur Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs ein öffentlicher Schulaktus ſtatt, bei welchem Herr Oberlehrer Dr. Helmkampf die Feſtrede hielt(über die landwirtſchaftliche Geſetzgebung im deutſchen Reich und in Preußen 1888 bis 1898).
Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr ſind 8 Schüler der J. Klaſſe zugelaſſen. Ihre ſchriftliche Prüfung iſt auf den 24. März, die mündliche Prüfung auf den 28. Febr.— 4. März feſtgeſetzt. Üüber den Ausfall derſelben kann erſt im nächſtjährigen Programm berichtet werden.
Am Schluſſe dieſes Berichts erfüllt die Schule die angenehme Pflicht, der Frau Baronin v. Dungern hierſelbſt, welche in dieſem Jahre aus freiem Erbieten vier unbemittelten Schü⸗ lern der Anſtalt Schulgeld und Unterhalt gewährte, für dieſe Wohlthat auch an dieſer Stelle ergebenſt Dank zu ſagen.
Die Themata für die größeren ſchriftlichen Arbeiten der Schüler waren folgende:
Deutſche Auffähe: III. 1. Der Tod des Tiberius, nach Geibel.— 2. Wie die alten Germanen ſich die Welt vorſtellten(nach der Edda).— 3. Wie geſchieht es im Nibelungenliede, daß Freude zuletzt mit Leide lohnt?— 4. Geſchichte von Heſſen⸗Naſſau bis zur Völkerwanderung.— 5. Geſchichte von Heſſen⸗Naſſau unter den Merowingern(Probcarbeit).— 6. Warum heißt Kaiſer Karl der Große?— 7. Die Entwickelung der deutſchen Landwirtſchaft im erſten Jahrtauſend n. Chr.— 8. Geſchichte der Weilburg bis zum Jahre 1195.— 9. Die fahrenden Sänger im Mittelalter nach dem Nibelungenliede, Göthe(der Sänger), Schiller(der Graf von Habsburg) und Uhland(des Sängers Fluch). 10. Probearbeit.
1I. 1. Der Charakter Wilhelm Tells.— 2. Graf Eberhard der Greiner nach den drei hiſtoriſchen Balladen Uhlands.— 3. Was erfahren wir aus dem erſten Akt des Götz von deſſen Leben?— 4. Unſere diesjährige Sedanfeier(Brief an einen Freund).— 5. Welche Veränderungen ruft die Ankunft Albas in den Niederlanden hervor(Probeaufſatz).— 6. Über den Wachtmeiſter in Wallenſteins Lager.— 7. Der Charakter des Max nach den Piccolomini.— 8. Wie zeigt uns Schiller, daß Wallenſteins Glaube an die Sterne ein Aberglaube iſt?— 9. Dispoſition und Inhalt der Kloppſtockſchen Ode„Der Zürcher See“.— 10. Probearbeit.
I. 1. Welche Beziehung hat die Parabel von den drei Ringen in Leſſings„Nathan“ zu dem Drama?— 2. Warum iſt Hannibal eine der anziehendſten Geſtalten des Altertums?— 3. Dispoſition und Inhalt des Gedichtes von Göthe„Das Göttliche“.— 4. a. Warum feiern wir das Sedanfeſt?— b. Der Charakter des Thoas in Göthes Iphigenie auf Tauris.— 5. Die Fabel von„Hermann und Dorothea“ in chronologiſcher Folge dargeſtellt(Abiturienten⸗ und Probearbeit).— 6. Welche Gehilfen unterſtützen den Menſchen bei ſeiner Arbeit?— 7. Theodor Körner, ein Vorbild für Deutſchlands waffenfähige Jugend.— 8. Die Verdienſte des Freiherrn von Stein.— 9. Napoleon I., beurteilt nach Friedrichs des Großen Grundſatz„Man muß wiſſen zur rechten Zeit innezuhalten“.— 10. Abiturienten⸗ und Probearbeit.
Naturwiffenſchaftliche Arbeiten: A. In der Botanik und Zoologie: III. 1. Vergleichung des Bar⸗ barakrautes mit dem Rübſen.— 2. Vergleichung des Taubenkropfes mit der Sternblume.— 3. Vergleichung von Ballota nigra und Linaria vaulgaris.— 4. Vergleichung von Aster Amellus und Cichorium Intybus(Pro⸗ bearbeit).— 5. Vergleichung des Fiſchreihers und des Teichhuhns.— 6. Beſchreibung von Calopteryx splen- dens.— 7. Beſchreibung von Bombus terrestris.— 8. Probearbeit.
II. 1. Beſchreibung des Walnußbaumes.— 2. Vergleichung des Wieſenſchwingels und des Timothee⸗ graſes.— 3. Welchen Weg nimmt das Waſſer durch die Pflanze und welche Kräfte treiben es empor?— 4. Die Aſſimilation des Kohlenſtoffs in der Pflanze(Probearbeit).— 5. Beſchreibung von Panorpa commu- nis.— 6. Welche Bedeutung haben Nahrungsaufnahme und Atmung für das Leben?— 7. Der Bau der Lunge und die Atmung.— 8. Probearbeit.
I. 1. Was wiſſen wir über die Natur der Flechten?— 2. Der Getreideroſt(Probearbeit).— 3. Ver⸗ gleichung der Entwickelung der Trichine und der Bandwürmer.— 4. Probearbeit.
B. In der Phyſik, Chemie und Mineralogie: III. 1. Wodurch haben wir erkannt, daß zum Verbrennen Luft notig iſt?— 2. a. Wie viel g H0 ſind erforderlich zur Darſtellung von 23 1 Sauerſtoff? v. Wie viel Waſſer braucht man, um durch Elektrolyſe 7 1 H zu gewinnen? c. Wie viel Gramm wiegen 6 1 Knallgas?— 3. Wie viel% Sauerſtoff enthält der Braunſtein, und wie viel% liefert er beim Erhitzen?— 4. Das Weſen der Flamme.— 5. Die Ammonium⸗Theorie.— 6. a. Wie viel 1 COz kann man aus 77 g Kalkſtein darſtellen, und wie viel g NOsH ſind dazu erforderlich? b. Wie viel gebrannten Kalk und wie viel


