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Zweck und verlief auch ohne Unfall.— Am 2. Sept. fand ſodann eine kleinere Feier im engeren Kreiſe der Schule ſtatt, bei welcher der Schüler der I. Klaſſe Otto Schleiffen⸗ baum die Gedächtnisrede hielt.
Am 3. Sept. unternahmen die Herren Oberlehrer Dr. Helmkampf und Wieſenbau⸗ meiſter Müller mit den Schülern der I. und II. Klaſſe eine landwirtſchaftliche Excurſion nach Wetzlar und Umgegend, am 11. Sept. desgleichen zu der Ausſtellung des Vereins naſ⸗ ſauiſcher Land⸗ und Forſtwirte in Diez.
Zur Reifeprüfung für das Sommerhalbjahr waren folgende 7 Schüler der I. Klaſſe zu⸗ gelaſſen:
181. Julius Jeſſel, Sohn des Kaufmanns Leon J. in Weilburg, geb. 9. Nov. 1880, aufgenommen in V 20. April 1892;
182. Rudolf Schamp, Sohn des Schneidermeiſters Louis S. in Weilburg, geb. 10. Mai 1882, aufgenommen in V 20. April 1892;
183. Friedrich Waldſchmidt, Sohn des verſtorbenen Bierbrauers Friedrich W. in Wetzlar, geb. 28. Nov. 1879, aufgenommen in III 4. April 1894;
184. Otto Schleiffenbaum, Sohn des verſtorbenen Bergwerks⸗ und Hüttenbeſitzers Hermann S. in Weidenau, Kr. Siegen, geb. 7. April 1876, aufgenommen in IV 6. Jan. 1894;
185. Alwin Braidt, Sohn des Generalagenten Felix B. in Wiesbaden, geb. 13. April 1878, aufgenommen in III 18. Okt. 1893;
186. Friedrich Schriever, Sohn des verſtorbenen Gutsbeſitzers Friedrich S. in Nien⸗ burg, Rbz. Hannover, geb. 20. Jan. 1878, aufgenommen in II 15. April 1896;
187. Nikolaus v. Bogdanow, Sohn des ruſſiſchen Oberſten Johann v. B. in Monki, Gouvernement Grodno, geb. 18. Jan.(a. St.) 1878, aufgenommen in III 17. Okt. 1894.
Am 6.—10. Sept. fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren:
Deutſcher Aufſatz: Die Fabel von Hermann und Dorothea in chronologiſcher Folge dargeſtellt
Franzöſiſche Arbeit: überſetzung eines Stückes aus Louis Figuier, Les grandes inventions moder- nes, ins Deutſche und eines deutſchen Stückes ins Franzöſiſche.
Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Die chemiſche Maßanalyſe, mit beſonderer Anwendung auf die Ge⸗ haltsbeſtimmung des Eſſigs.
Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Ein ländlicher Arbeiter mit 3,20 M. täglichem Verdienſt erleidet einen Unfall und ſtirbt. Wieviel Begräbnisgeld wird gezahlt? Wieviel Rente erhalten die Witwe
und 3 Kinder im Alter von 17, 13, 10 Jahren?— b) Geometrie: Ein Dreieck zu konſtruieren aus einer Seite, der zu einer zweiten Seite gehörigen Höhe und der ſeitenhalbierenden Transverſale der dritten Seite.— c) Arithmetik:(a † b) x+†(a— b) y= 2(a2 † b²)
(a.— b)x †(a+ b) y= 2(a²— bꝛ²).— d) Stereometrie: Zum Schutz gegen Überſchwemmungen ſoll ein 375 m langer, 5,12 m hoher Erddamm ge⸗ baut werden, unten 6,24 m, oben 4,17 m breit, an beiden Enden durch eine ſenkrechte Mauer begrenzt. Ein Unternehmer verlangt für die Herbeiſchaffung der Erde 9500 M. Dieſe geſchieht in Wagen von 3,2 m Länge (die ſchmalen Seitenwände ſtehen ſenkrecht), 0,75 unterer und 1,12 m oberer Breite und 0,8 m Tiefe; und er zahlt für jeden Wagen 1,50 M. Fuhrlohn, ſowie für jedes cbm fortgeſchaffte Erde 30 Pf. Arbeitslohn. Wieviel verdient er dabei?
Landwirtſchaftliche Arbeit: a) Der Anbau der Kleearten. b) Beſtimmung vorgelegter Samen⸗ proben(Trifolium pratense, repens und incarnatum; Hafer, Gerſte, Wicken, Lein; Pferdezahnmais, Perlmais, Buchweizen, blaue und gelbe Lupine, Linſe).
Am 1. Okt. folgte ihre mündliche Prüfung, bei welcher als Kommiſſar der Königlichen Staatsregierung Herr Geh. Regierungs⸗ und Schulrat Hildebrandt von Wiesbaden und als Vertreter des Kuratoriums Herr Bürgermeiſter Schaum fungierte. Allen 7 Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife einſtimmig zuerkannt.
Am 5. Okt. fand die öffentliche Prüfung für das Sommerhalbjahr ſtatt, deren Ordnung folgende war:
Vormittags 9 ¾— 12 Uhr: V. Botanik— Lintz, Franzöſiſch— Krausbauer; IV. Mineralogie— Ritgen, Botanik— Fiſch; III. Franzöſiſch— Dr. Gotthardt, Chemie— Dr. Nauhaus; Nachmittags 2 ½— 4 Uhr: II. Wieſenbau— Müller, Botanik— Dr. Kienitz⸗Gerloff; I. Betriebslehre— Dr. Helmkampf, Deutſch— Dr. Ottmann.


