Jahrgang 
1895
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Chronik.

Aus dem Schluſſe des Schuljahres 1893/94 iſt folgendes nachzutragen.

Zur Reifeprüfung für das Winterhalbjahr 1893/94 waren folgende 3 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen:

139. Ludwig Schmidt, Sohn des Stationseinnehmers Eduard S. in Limburg, geb. 29. Sept. 1878, aufgenommen in V 6. Mai 1889;

140. Auguſt Göbel, Sohn des Landwirts und Brauereibeſitzers Heinrich G. in Nie⸗ dershauſen, Oberlahnkreis, geb. 17. Juli 1879, aufgenommen in V 24. April 1889;

141. Karl Moſer, Sohn des Färbereibeſitzers Louis M. in Weilburg, geb. 14. Jan. 1875, aufgenommen in V 16. April 1885.

Am 20. 24. Febr. 1894 fand ihre ſchriftliche Prüfung ſtatt, deren Themata folgende waren:

Deutſcher Aufſatz: Die Verdienſte Preußens um die Befreiung Deutſchlands in den Jahren 181315. 4

Franzöſiſche Arbeit: Eine Überſetzung aus Capefigue, Histoire de Charlemagne, ins Deutſche und eine Überſetzung aus dem Deutſchen ins Franzöſiſche.

Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Das Weſen der Atmung und die Atmungsorgane bei den verſchiedenen Tieren.

Mathematiſche Aufgaben: a) Rechnen: Ein Händler gießt 37,4 1 Weingeiſt von 80,2 pO Alkoholgehalt und 26,3 1 von 90,4 pC zuſammen; wieviel Waſſer muß er noch hinzufügen, um Weingeiſt von 82,5 pC zu erhalten? b) Planimetrie: Ein Dreieck zu konſtruieren aus a, b* ba,. e) Arithmetik: 2 X: y= 29: 14; y r 4 X+ 6= 4+% 13 xy 12. d) Trigonometrie: Wie groß iſt die mittlere Ent⸗

4 y 3 X 1 fernung des Mondes von der Erde nah der Durchmeſſer desſelben, wenn ſeine Horizontal⸗Parallaxe 57 und ſein ſcheinbarer Durchmeſſer 31 6 beträgt.

Landwirtſchaftliche Arbeit: Warum ſoll der Landwirt Buch und Rechnung führen, und welche Bücher ſind zur Buchführung eines mittelgroßen Landwirts erforderlich?

Am 9. März fand im engeren Kreiſe der Schule eine Gedenkfeier des Todestages Kaiſer Wilhelms I. ſtatt, bei welcher der Abiturient Moſer die Gedächtnisrede hielt.

Am 17. März folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher als ſtellvertre⸗ tender Kommiſſar der Königl. Staatsregierung Herr Regierungs und Schulrat Dr. Roß von Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Bürgermeiſter Schaum in Weilburg fungierte. Allen 3 Abiturienten wurde das Zeugnis der Reife(mit der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt) einſtimmig zuerkannt.

Am 19. März wurde die Verſetzungsprüfung für den Übergang aus der oberen Vorſchul⸗ klaſſe in die III. Klaſſe abgehalten, am 20. März eine öffentliche Prüfung aller Klaſſen, und am 21. März wurde mit dem Cenſur⸗ und Verſetzungsakt das Schuljahr 1893/94 geſchloſſen.

Wenige Tage darauf erfolgte die Einführung des Normaletats vom 4. Mai 1892, mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1893 ab. Sr. Excellenz dem Herrn Miniſter ſowie den ſtädt⸗ iſchen Behörden ſei auch an dieſer Stelle der gebührende Dank für die hierdurch bethätigte Fürſorge für die Anſtalt ausgeſprochen.

Am 4. April fanden die Aufnahmeprüfungen für das neue Schuljahr 1894/95 ſtatt, am 5. April wurde es eröffnet. Die Frequenz desſelben geſtaltete ſich folgendermaßen: