Jahrgang 
1925
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tember erfreuten uns die Schüler der höheren Lehranſtalten von Diez, Dillenburg, Hadamar, Limburg und Montabaur durch ihren Beſuch zu den alljährlich zwiſchen den naſſauiſchen Lahnanſtalten ſtattfindenden Turnwettkämpfen. Zuſammen mit den Schülern der Landwirt⸗ ſchaftsſchule holten die Weilburger Gymnaſiaſten unter Vorantritt der vom Hausmeiſter Altenkirch geſchulten Kapelle des Gymnaſiums die auswärtigen Gäſte vom Bahnhof ab und begleiteten ſie am Abend wieder dorthin. Die turneriſchen Uebungen fanden unter leb⸗ haſter Beteiligung der Freunde unſerer Anſtalt am Vormittag auf dem Platz an der alten Kaſerne, die Turnſpiele nachmittags auf dem Hofe der neuen Kaſerne unter Leitung des Studienrates Müller ſtatt. Nach den Spielen zogen die Turner unter den Klängen der Gymnaſialkapelle auf den Markt, wo der Direktor in einer Anſprache die Bedeutung turne⸗ riſcher Veranſtaltungen in der heutigen Zeit hervorhob und Landwirtſchafts⸗Oberſchullehrer Petry die Preisverteilung vornahm. Den Abſchluß des Sommerhalbjahres bildete am 30. September das Herbſtturnfeſt des Gymnaſiums verbunden mit dem Stiftungsfeſt des Turn⸗ und Spielvereins. Die Schüler marſchierten am Nachmittag unter den Klängen unſerer Kapelle zum FeſtlokalWebersberg, wo die turneriſchen Vorführungen der einzelnen Riegen unter der Leitung ihrer Turnlehrer ſtattfanden und wo der Turn⸗ und Spielverein tüchtige Leiſtungen an den Tag legte. Der Chor füllte die Pauſen aus Ein fröhliches Tanz⸗ vergnügen für die Schüler der Oberklaſſen beſchloß den Tag. Die Herbſtferien dauerten vom 2. bis zum 14. Oktober. Am 8. Dezember fand eine Reviſion des Geſangunterrichtes durch den Fachberater, Herrn Seminaroberlehrer Veidt, ſtatt. Die ſchöne Weihnachtsfeier am Abend des 18. Dezember wird allen, die an ihr teilnahmen, ſicher noch lange in Erinnerung ſein. Die von den Primanern mit Tannengrün geſchmückte Aula war von den Angehörigen unſerer Schüler und den Freunden der Anſtalt bis auf den ſetzten Platz gefüllt und Weih⸗ nachtsſtimmung verband alle, vor allem unter dem zwingenden Eindruck der altböhmiſchen Weihnachtslieder, die der Chor unter Aſſeſſor Dr. Kummers Leitung ganz beſonders ſchön ſang. Die Weihnachtsferien dauerten vom 19. Dezember bis zum 8. Januar. In den letzten Teil des Winterhalbjahres fielen Verhandlungen zwiſchen Vertretern der Schulbehörde und der Regierung in Wiesbaden mit der Stadt Weilburg betreffs Verlegung der Anſtalt in den Südflügel der ehemaligen Unteroffiziervorſchule, die ergebnislos verliefen. Am Nachmittag des 6. Februar ſprach Herr Pfarrer Dapper aus Bleſſenbach in der Aula vor den Schülern der Weilburger Schulen über das Thema:Bei deutſchen Brüdern in Siebenbürgen und Walachei und warb mit großem Erfolge für den Verein für das Deutſchtum im Auslande. Der ſchriftlichen Reifeprüfung unterzogen ſich die Abiturienten vom 17. bis zum 20 Februar. Am 4. März fand in der Aula eine Trauerfeier anläßlich des Ablebens des Herrn Reichs⸗ präſidenten ſtatt. Zur Einleitung ſpielten der Direktor und Aſſeſſor Dr. Kummer vierhändig den Trauermarſch aus Beethovens dritter Symphonie, daran ſchloſſen ſich dem Ernſt der Stunde angepaßte Deklamationen und gemeinſame Geſänge. Studienrat Dr. Schwarte hielt die Trauerrede und zeichnete das Lebensbild und die Perſönlichkeit des Verewigten. Die mündliche Reifeprüfung fand unter dem Vorſitz des Herrn Geheimrats Dr. Gerſtenberg am 18. März ſtatt, die Abiturienten wurden am 26. März im Beiſein ihrer Angehörigen, des Lehrerkollegiums und ihrer Mitſchüler aus der Aula mit einer Anſprache des Direktors und unter Mitwirkung des Schülerchors feierlich entlaſſen. Das Schuljahr ſchloß am 4. April mit einer gemeinſamen Schlußfeier. 3

7. Erlaſſe und Verfügungen der Behörden.

1. Laut Miniſterialerlaß vom 12. 3. 24 werden in der Aufnahmeprüfung für Sexta folgende Anforderungen geſtellt:

I. Heimatkunde. Bekanntſchaft mit der heimatlichen Umwelt, Fähigkeit zur Wieder⸗ gabe einiger heimatlicher Sagen und Geſchichten, ſoweit die Umwelt Anknüpfungspunkte dafür bietet, Verſtändnis der wichtigſten erdkundlichen Grundbegriffe für die die Heimat den anſchaulichen Inhalt liefert, einiges Verſtändnis eines einfachen Planes des Heimatortes und einer einfachen Karte ſeiner nächſten Umgebung(Kreiskarte), Kenntnis einiger wichtiger Pflanzen und Tiere der Heimat.

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